Reise nach Madeira : Blumeninsel im Atlantik

Blick vom Botanischen Garten in Funchal auf den Atlantik.
Blick vom Botanischen Garten in Funchal auf den Atlantik.

Nachtleben sucht man auf Madeira vergeblich. Dafür blüht die Natur, wenn bei uns noch trister Winter herrscht.

svz.de von
28. März 2016, 16:00 Uhr

Wenn es einem spanisch vorkommt, dass man in Funchal, Hauptstadt der portugiesischen Insel Madeira, in einer österreichischen Doppelmayr-Gondel ins 560 Meter höher gelegene Dörfchen Monte schwebt, ist das kein Grund zur Beunruhigung. So sind die wunderbaren Gartenanlagen bequem zu erreichen. Gerade in den Wintermonaten ist Madeira dank des milden Klimas ein lohnendes Ziel. Direkt neben der Bergstation grünt und blüht es im „Jardim Tropical“ (Tropischer Garten). Man spaziert durch üppiges Grün zwischen Azaleen und Orchideen aus dem Himalaya, Palmen aus Südafrika und Palmfarnen aus der ganzen Welt. Eine weitere Gondelfahrt über die Joao-Gomes-Schlucht führt zum „Jardim Botanico“ (Botanischen Garten), der viel kleiner und meist voller ist, als der abwechslungsreichere Tropical Garden. Ein kleines tropisches Paradies: Madeiras Klima ist wie geschaffen für alles, was grünt. Um die 20 Grad und immer mal wieder Regen. Von Monte aus kann man den Rückweg nach Funchal mit einer waghalsigen Fahrt in Korbschlitten zurücklegen oder wieder gemütlich per Gondelbahn zurück an die Strandpromenade schweben.

Eine saloppe Antwort auf die Frage, wo Madeira denn eigentlich liegt, lautet: über den Kanaren, auf Höhe von Gibraltar und irgendwie sehr einsam mitten im Atlantik. Wer einen Badeurlaub auf Madeira verbringen will oder ein reges Nachtleben erwartet, ist falsch. Weder das eine noch das andere gibt es auf Madeira. Natur- und Wanderfreunde sowie Ruhesuchende sind goldrichtig. Die ungleiche Wasserverteilung auf der Insel führte zum Bau künstlicher, weit verzweigter Wasserkanäle, den sogenannten Levadas. Sie sollen das Wasser von der feuchten Seite der Insel in den trockeneren Süden leiten und wurden teilweise schon vor 600 Jahren angelegt. Sie bilden ein Netz von mehr als 2000 Kilometern Länge. An ihnen können auch ungeübte Wanderer ohne große Höhenunterschiede entlegenere Stellen der Insel erkunden. Die Kulisse ist grandios: immergrüner Lorbeerwald, schroffe Berggipfel. Eher ein Spaziergang ohne großen Höhenunterschied führt in 30 Minuten von Ribeiro Frio zum Aussichtspunkt „Balcoes“ – mit Ausblick auf das Zentralgebirge. Das schwierigste an diesem Ausflug ist die Parkplatzsuche in Ribero Frio. Bei allen Aktivitäten lohnt es sich deshalb, den Tag früh zu beginnen. Auch bei der traumhaften Wanderung von Ponta de Sao Lourenco aus, nordöstlich von Funchal. Dort spürt man die raue Wildnis, während einem die kräftige Brise des Meeres um die Nase weht. In einer guten Stunde durch das kupierte Gelände lässt sich die Landschaft mit aufregenden Klippen und tiefen Einschnitten in die Küste erleben. In den schönsten Farben leuchtet der vulkanische Kalktuff.

Trotz Wasserreichtums ist Madeira kein Ziel für einen reinen Badeurlaub. Dafür gibt es zu viele Klippen und zu wenig Strände. Einen neun Kilometer langen Sandstrand gibt es allerdings auf der Nachbarinsel Santo Porto – etwa 40 Kilometer von Funchal entfernt.

Blumenfest (Festa da Flor), 7. bis 13. April 2016: Funchal feiert den Frühling
Infos: www.visitmadeira.pt



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen