Chicago in drei Tagen : Blues, Kunst und Wolkenkratzer

Der Skyscraper 360 Chicago hat eine besondere Attraktion für Urlauber: ein schräges Fenster, das den Ausblick nach unten freigibt – wer es denn mag...
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Der Skyscraper 360 Chicago hat eine besondere Attraktion für Urlauber: ein schräges Fenster, das den Ausblick nach unten freigibt – wer es denn mag...

Womit Urlauber ihren Kurztrip in die Stadt am Michigansee am besten füllen.

svz.de von
19. März 2016, 16:00 Uhr

In den Straßen von Chicago stehen Skulpturen von Pablo Picasso und Joan Miró, in den Himmel ragen Hochhäuser von berühmten Architekten, und aus den Bars klingt Blues. Die Millionenmetropole am Südwestufer des Michigansees ist eine faszinierende Stadt mit grünen Oasen, fantastischen Museen – und bietet damit eine Menge zu sehen. Hier ein paar Vorschläge für einen dreitägigen Besuch:

>Bootsfahrt für Architekturbegeisterte auf dem Chicago River: Früher war der Chicago River eine stinkende Kloake. Die Menschen bauten ihre Häuser so, dass die Fenster vom verschmutzten Fluss abgewandt waren. Heute ist der Fluss eine Oase in der Stadt und man zahlt horrende Mieten, um vom Wohnzimmer aus auf das Wasser blicken zu können. Bei einer Bootsfahrt der Architecture Foundation kann man diesen Wandel der Stadt beobachten: alte Lagergebäude, die in exklusive Apartments umgebaut wurden, und riesige Wolkenkratzer wie den Willis Tower, früher Sears Tower genannt. Das 442 Meter hohe Gebäude vom Architekten Fazlur Khan (1929-82) ist der zweithöchste Wolkenkratzer in den USA.

>Mit einem Chicago Greeter durch das Astor-Viertel: „Ich würde euch gerne das Astor-Viertel zeigen“, ruft uns Wally fröhlich entgegen. Er ist ein Ehrenamtlicher, der für die Chicago Greeter arbeitet, eine Organisation, bei der Einheimische Touristen kostenlos ihre Stadt zeigen. Wally zeigt seiner Gruppe an diesem Tag das Chicago der schmucken Brownstones, Art-déco-Häusern und historischen Residenzen der High Society. Auch Hugh Hefners erste Playboy Mansion, ein Gebäude aus dem Jahr 1899 mit rund 70 Zimmern, befindet sich im Astor-Viertel. Und im Public Hotel, einst unter dem Namen Ambassador East bekannt, residierte schon Frank Sinatra.

>Erholung und Kunst im Millenium Park: Der 2004 eröffnete Millennium Park ist eine grüne Oase mitten in der Stadt. Im Sommer strömen Scharen von Menschen zu Konzerten des Grant Park Orchestra im Jay Pritzker Pavillon. Am Rande des Parks befindet sich Crown Fountain: Zwei gut 15 Meter hohe sich gegenüberstehende Türme zeigen Videos von Gesichtern. Aus deren Mündern fließt immer wieder Wasser. Wohl die beliebteste Selfie-Location von Chicago befindet sich ebenfalls hier im Park: Cloud Gate ist eine Skulptur des britischen Künstlers Anish Kapoor. Die Chicagoer nennen die riesige, glänzende Figur aus Edelstahl aufgrund ihrer Form auch „The Bean“ (die Bohne).

>Kunst: Chicago steckt voller Kunst: In den Straßen stehen Skulpturen von Pablo Picasso (Daley Plaza) und Joan Miró (Brunswick Plaza). Unter den Museen ist das Art Institute Chicago besonders beeindruckend. Hier finden sich Werke von Claude Monet, Marc Chagall, Henri Matisse, Pablo Picasso und Gerhard Richter. Moderne Kunst ist im Museum of Contemporary Art zu sehen. Ausgestellt sind unter anderem Werke von Joseph Beuys, Andy Warhol und Francis Bacon.

>Blues und Jazz in Bars: Wer Blues und Jazz liebt, für den ist Chicago der Musikhimmel. In der Innenstadt bauen Musiker oftmals ein komplettes Bandset unter freiem Himmel auf und spielen für die Vorbeiziehenden. In zahlreichen Bars und Restaurants bieten Bands den typischen Chicago Blues dar. Die Stadt hat eine jahrzehntelange Blues-Geschichte mit Künstlern wie Buddy Guy, Willie Dixon und Little Walter. Blues und Jazz wird unter anderem in Buddy Guy’s Legends, Andy’s und B.L.U.E.S. gespielt.

>Dining & Wining: Die Küche ist international, die Auswahl riesig – ebenso die Portionen. Köstliches Frühstück – egal ob süße Pfannkuchen oder deftige Eier mit Speck oder Omeletts – wird im Wildberry serviert. Steak-Liebhaber werden im 1941 gegründeten Gene and Georgetti’s ihre Freude haben. Wer lieber Austern, Krabben oder Fisch essen möchte, sollte bei Shaw’s Crab House einkehren – im Barbereich wird abends auch Livemusik gespielt. Und natürlich darf man es in dieser Stadt nicht verpassen, Chicago-style Pan Pizza zu essen, zum Beispiel im Bacino’s – gefüllt wie eine Quiche.

>Aussicht: Wer den Blick auf Chicago genießen möchte, hat zwei Skyscraper zur Auswahl: 360 Chicago bietet aus dem 94. Stockwerk, aus etwa 300 Metern Höhe, einen Blick auf den Michigansee und die Seebrücke Navy Pier. Der andere Aussichtspunkt befindet sich im Willis Tower auf dem Skydeck. Die Aussichtsetage liegt im 103. Stockwerk auf einer Höhe von 412 Metern – mit Glasboxen befestigt, von denen man in die Tiefe guckt.

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