Föhnfrisur und Manta : Ausstellung im Oldenburger Schloss holt 80er zurück

Unter dem Titel «Madonna, Manta, Mauerfall. Die Achtziger Jahre in der Bundesrepublik» präsentiert das Oldenburger Landesmuseum seine vierte Retro-Schau.
Unter dem Titel «Madonna, Manta, Mauerfall. Die Achtziger Jahre in der Bundesrepublik» präsentiert das Oldenburger Landesmuseum seine vierte Retro-Schau.

Auf der einen Seite bunt und schrill, auf der anderen bedrohlich und ernst: Die 80er Jahre waren von Gegensätzen geprägt. Eine Retro-Schau im Oldenburger Schloss lässt das Jahrzehnt wieder lebendig werden.

svz.de von
26. November 2018, 12:10 Uhr

Das Zimmer ist in schrillen Farben gestrichen, an den Wänden hängen Zeitungsseiten. Die Schlagzeilen im ersten Ausstellungsraum im Oldenburger Landesmuseum geben wieder, was die Menschen in den 80er Jahren bewegt hat:

Dazu gehören Skandale wie John Lennons Tod, das Waldsterben, AIDS, die Barschel-Affäre oder der Fall der Berliner Mauer. Auf den ersten Blick nicht ganz passend zu diesen ernsten Themen steht in der Mitte des Zimmers eine Kinderwiege. Sie ist nicht weniger bunt als die Wände und hat die Form einer überdimensionalen Spielzeuglokomotive. «Die 80er Jahre waren auch die Geburt eines neuen Zeitalters. Alles war möglich, und die Globalisierung und Vernetzung begann», sagt Kurator Michael Reinbold.

Dieses Zeitalter, das einerseits von Föhnfrisuren und unbeschwerter Popmusik, andererseits vom Wettrüsten und von Widerstandsbewegungen gegen Atomkraft geprägt war, will die Ausstellung im Oldenburger Schloss wieder lebendig machen. Unter dem Titel «Madonna, Manta, Mauerfall. Die Achtziger Jahre in der Bundesrepublik» können Besucherinnen und Besucher in Erinnerungen schwelgen und mehr über das längst vergangene Jahrzehnt erfahren. Rund 350 Objekte hat das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg dafür zusammengetragen, darunter viele Sammlerstücke aus Privathaushalten sowie Leihgaben.

Bunt gestaltete Räume zu Themen wie Politik und Gesellschaft, aber auch Sport, Mode, Design, Spielzeug oder Musik sollen die Besucherinnen und Bescher in die 80er zurückversetzen. «Ich glaube, wir haben eine Zeitmaschine gebaut», sagt Museumsdirektor Rainer Stamm. Doch nicht nur mit Exponaten wie einem von Konrad Kujau gefälschten Hitlertagebuch oder der Lederjacke von Udo Lindenberg, welche der «Panikrocker» einst Erich Honecker schenkte, sollen Erinnerungen wachgerufen werden. In einem «Duftraum» können Parfums der 80er erschnuppert werden, und zu bestimmten Zeiten können im «Computerraum» die ersten Computer getestet werden.

Mit der Ausstellung setzt das Landesmuseum eine lange Tradition fort. Nach den 50er, 60er und 70er Jahren ist «Madonna, Manta, Mauerfall» nun schon die vierte Retro-Schau, die im Schloss stattfindet. «Die Ausstellung ist sehr begehrt», sagt Reinbold. Er freue sich jedes Mal sehr darüber, wenn fremde Menschen das gleiche Objekt aus ihrer Kindheit wiederentdecken und darüber ins Gespräch kommen. «Das ist das schönste, das man mit einem Museum erreichen kann.»

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