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Reise und Tourismus

20. November 2017 | 01:39 Uhr

Salzburger Land : Aufatmen im Gasteinertal

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kein verstaubtes Kur-Image mehr in Bad Gastein

Im Gasteiner Tal im Salzburger Land sprudelt seit Jahrhunderten heilendes Thermalwasser aus dem Urgestein. Berühmt ist Bad Gastein nicht nur deshalb. Der Ort – der südlichste von insgesamt drei im ganzen Tal – ist stolz auf seine Gäste, zu denen bereits der deutsche Kaiser Wilhelm I. und sein Kanzler Bismarck gehörten. Schicksalsträchtig: Im Hotel Straubinger, das heute leider leer steht – wie so viele der ehemals prunkvollen Gebäude – traf Bismarck 1864 den österreichischen Gesandten Gustav von Blome, um über das Schicksal von Schleswig-Holstein zu verhandeln, das zuvor im Krieg gegen Dänemark von preußischen und österreichischen Truppen erobert worden war. Das Ergebnis der Verhandlung wurde als „Gasteiner Konvention“ bekannt. Übrigens steht am Königshügel in Selk bei Schleswig ein Gedenkstein für die gefallenen Österreicher.

Die berühmte, mondäne Vergangenheit ist in Bad Gastein allgegenwärtig. Oft werden zur Beschreibung Floskeln wie „morbider Charme“ hervorgeholt, aber das wird dem eigentümlichen Städtchen nicht gerecht. Abwechslungsreich und anders ist es. Das alte Zentrum des einstigen Weltkurorts mit Hotelgebäuden aus dem Fin de Siècle verfällt zwar hier und da, aber es erwacht auch immer wieder neu. Das ehemalige „Monaco der Alpen“ hat sich vom verstaubten Kur-Image befreit und punktet weiterhin mit dem Thema „Gesundheit“ und zwar zeitgemäß.

Bergwelt, Höhenluft und sanfte Bewegung sind eine perfekte Kombination. Anke Kranebitter aus Deutschland begleitet Urlauber in Dorfgastein aufs Fulseck (2033 m). Während des Abstiegs über den Gipfelsee leitet sie Atem- und Achtsamkeits-Übungen und Meditationen aus dem Yoga an. Bettina Rieser, Landwirtin und Kräuterpädagogin, zeigt den Teilnehmern, welche heimischen Wildkräuter und Pflanzen am Wegesrand gesund und schmackhaft sind: „Die Gänseblümchen könnt’s ruhig essen!“ Gemeinsam wird gesammelt und verkostet – auf selbst gebackenem Brot – Naturgenuss pur! „Eine ganz andere Art, den Berg kennenzulernen“, erklärt Kranebitter.

Die Berge lassen sich auch auf dem „Zirbenweg“ am Gipfel des Graukogels (1956 m) atmen. Der Rundweg ist familientauglich und zieht sich durch den zwei- bis dreihundert Jahre alten Zirbenbestand mit traumhafter Aussicht ins Tal. Zirben zum Spüren, Riechen, Schmecken und Trinken und zum Ausruhen auf dem „Outdoor-Zirbenbett“. Das Holz ist bekannt dafür, dass es die Herzfrequenz senkt. Mehr Nervenkitzel gibt es auf dem gegenüberliegenden Wanderberg Stubnerkogel (2492 m). Dort gehen Mutige über die 140 Meter lange und in Europa am höchsten gelegene Hängebrücke. Und wer sich traut (und schwindelfrei ist), schaut dabei sogar runter... und atmet vorher tief durch!

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