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Reise und Tourismus

25. November 2017 | 09:12 Uhr

Unterwegs : Auf dem Pinguin-Highway

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Als eines der wenigen eisfesten Polarschiffe bewegt sich die „MS Fram“ in abenteuerlicher Tradition.

Kap Hoorn wie es im Buche steht. Drohend rollen die Wellenberge heran und versprühen, aufgepeitscht von einem starken Westwind, ihre schäumende Gischt an der Steuerbordseite bis hinauf aufs Aussichtsdeck. Nervös sausen die Kaffeetassen in der Cafeteria von einer Tischseite auf die andere. Ein Überraschungsangriff der Naturgewalten auf den kleinen Außenposten der Zivilisation?

Und dies auf dem direkten Weg von Feuerland hinunter in die Antarktis, die einst am Ende des Zeitalters der Entdeckungen als der größte weiße Fleck auf der Landkarte übrig blieb.

Und mittendrin der Südpol, bei dessen Eroberung sich der Norweger Roald Amundsen und der Engländer Robert Scott ein erbittertes Wettrennen lieferten, aus dem Amundsen schließlich als Sieger hervorging.

Endlich zeichnet sich nach der zweitägigen Überquerung der Drake Passage das legendäre Elephant Island als Schatten am Horizont ab. Jener Ort, an dem einst Ernest Shakletons Mitreisende in polarer Finsternis der Tragödie ihrer „Endurance“ nur knapp entgingen. Ein erhabenes Gefühl, endlich an einem der exponierten Schauplätze des Antarktis-Abenteuers angekommen zu sein.

In jener labyrinthartigen Eislandschaft, durchzogen von unüberschaubaren Fjorden und Kanälen. Dazu hin und wieder das vielsagende Ächzen eines Gletschers vor dem Kalben, der mit seinem leuchtenden Weiß den Eindruck eines sterilen Kreißsaales vermittelt.

Bis schließlich ganz überraschend ein riesiger Eisbrocken aus der Steilwand herausbricht, um sich als stattlicher Eisberg umgehend von seiner Abbruchkante abzunabeln. Geburt gelungen, Sprössling wohlauf, alle begeistert!

Und überall diese possierlichen Wesen im eleganten Frack, die hier ihre Kolonien errichten. Wobei leicht torkelnde Pinguin-Männchen mit Eifer Kieselsteine in ihrem Schnabel selbst steile Anhöhen hinauf transportieren, um damit ein ansehnliches Nest zu bauen. Daher ein ständiges Kommen und Gehen auf zahlreichen Pinguin-Highways.

Das größte Interesse jedoch erwecken die Wale. Sobald jemand eine Familie von Buckel- oder Killerwalen erspäht hat, füllt sich das Beobachtungsdeck in Windeseile. Gebannt liegt dann der Blick auf den Meeresgiganten, deren Schwanz- und Rückenflossen immer wieder behäbig aus dem eiskalten Wasser auftauchen.

Schon ist mit Port Lockroy knapp oberhalb des südlichen Polarkreis die letzte Station der Reise erreicht. Einst eine britische Beobachtungsstation während des Zweiten Weltkrieges, ist sie heute der Ort, an dem „Postmaster“ Stephen Skinner im Souvenirshop höchstpersönlich Briefe und Postkarten abstempelt. Attraktive Erinnerungsstücke, die erst lange nach der Reise irgendwann in die heimischen Briefkästen flattern.

Nun noch als letzter antarktischer Höhepunkt das genussvolle Gleiten durch den Lemaire Kanal. Jene „Kodak-Spalte“, die wegen ihrer prächtigen Eiskulisse auf jeden Fotografen eine geradezu magnetische Anziehungskraft ausübt. Unmerklich dreht jetzt das Schiff durch ein großflächiges Eisfeld hinüber zur Drake Passage. Und die bietet bis zurück zum argentinischen Ausgangshafen Ushuaia genügend Gelegenheit, sich der Einzigartigkeit dieser Reise ans südliche Ende der Welt bewusst zu werden.

 

 

 

Einreise: Es reicht ein noch sechs Monate gültiger Reisepass. Kein Visum nötig
Reisezeit: Oktober bis März
Buchung: www.hurtigruten.de oder www.rautenberg-reisen.de





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