Skigebiete : Auf dem Gletscher ist immer Saison

Hinter dem Restaurant Sonnalpin starten die Pisten auf dem Gletscher der Zugspitze.
Hinter dem Restaurant Sonnalpin starten die Pisten auf dem Gletscher der Zugspitze.

In den Gletscher-Skigebieten müssen Wintersportler hoch hinaus, dafür finden sich dort breite Pisten und oft bestes Wetter

svz.de von
12. März 2016, 16:00 Uhr

Die Skisaison wird in vielen Gebieten in den Alpen kürzer. Doch es gibt Alternativen für passionierte Skifahrer und Snowboarder: die Gletscherskigebiete. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

>  Wann lässt sich auf den Gletschern fahren? Im Gletscherskigebiet, beispielsweise im Schweizer Zermatt, ist das ganze Jahr über Wintersportbetrieb – im Sommer aber nur bis zum frühen Nachmittag. Auf anderen Gletschern reicht die Saison vom Herbst bis spät ins Frühjahr hinein. „Je höher, desto kälter und damit sicherer die Bedingungen“, sagt Andreas König vom Deutschen Skiverband.

>  Welche Besonderheiten haben die Gletscherpisten? „Im Vergleich zu vielen Pisten in tieferen Regionen sind sie sehr breit, und dadurch hat jeder Skifahrer genügend Platz“, sagt Marcus Herovitsch, Sprecher der Pitztaler Gletscherbahn. Aber die Gletscher liegen zumeist im hochalpinen Bereich. „Das heißt, schnelle Wetterumschwünge sind jederzeit möglich“, sagt die Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn, Verena Lothes. Dank der exponierten Lage scheint auf der Zugspitze, ebenso wie auf vielen anderen Gletschern in den Alpen, oft die Sonne – selbst wenn es im Tal nebelig ist.

>  Werden die Gletscher künstlich beschneit? In den meisten Gebieten nicht, so die Experten. Aber es gibt Gletscher, auf denen Schnee gemacht wird. Schnee-Management nennt Herovitsch das, was auch im Sommer betrieben wird: Man versuche, den Schnee am Gletscher zu halten oder neuen hinzuzubekommen – etwa mit der Errichtung von Schneedepots.

>  Muss man besondere Ausrüstung auf dem Gletscher haben? Da man meist auf Naturschnee unterwegs ist, kann man mit den ganz normalen Skiern oder dem Snowboard fahren. Aber man braucht gut gepflegtes Material, scharfe Kanten und gut gewachste Beläge, sagt König, denn das extremere Wetter am Berg „sauge“ das Material auf. „Durch den Naturschnee sind die Pisten im Vergleich zu den Kunstschneepisten weicher“, sagt Herovitsch. Am griffigsten ist der Schnee am frühen Morgen, sagt Martin Niederberger von den Zermatter Bergbahnen.

>  Kann man Probleme in der Höhe bekommen? Je höher man in den Bergen ist, desto anstrengender ist das für den Körper. „Da braucht es eine anfängliche Akklimatisierungsphase“, sagt Lothes. König rät, erstmal keine großen Abfahrten zu machen, damit der Körper sich an die Höhe gewöhnen kann. Herovitsch empfiehlt, am Vorabend des ersten Skitags anzureisen und sich über Nacht auf einer mittleren Höhe an die Bedingungen zu gewöhnen.

>  Ist das Wetter auf dem Gletscher extremer? Pistenverhältnisse und Temperaturen können sich über den Tag stark ändern, sagt König. Extreme Winde, extreme Sonne und schnelle Wetterwechsel sind an der Tagesordnung. „Man sollte darauf vorbereitet sein und am Gletscher immer zusätzliche Sachen dabei haben, um auf Temperaturschwankungen reagieren zu können.“ Daneben ist die UV-Strahlung höher, daher sollte man gute Sonnencreme mit hohen Lichtschutzfaktor benutzen und eine Skibrille tragen.

>  Muss man ein guter Skifahrer sein, um auf dem Gletscher zu fahren? Wer in einem normalen Skigebiet sicher auf den Brettern steht, kann auch auf vielen Gletschern fahren. „Da Gletscher vor allem in Kesseln und Mulden liegen und sich dort über Jahrhunderte entwickelt haben, gibt es auch zahlreiche einfache Pisten“, sagt Herovitsch. Im Gletscherskigebiet Zugspitze gibt es nur leichte bis mittelschwere Pisten, sagt Lothes. Im Gletscherskigebiet von Zermatt ist ein großer Teil der Pistenkilometer rot markiert. „Es gibt ein paar Pisten für Anfänger, aber wer im Sommer nach Zermatt Skifahren geht, sollte gute Fahrkenntnisse mitbringen“, sagt Niederberger.

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