Khuvsgul Nationalpark : Am mongolischen Meer

Dunkelblaues Wasser, saftig-grüne Landzungen und die Ausläufer der Lärchenwälder kennzeichnen den Khuvsgul See.
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Dunkelblaues Wasser, saftig-grüne Landzungen und die Ausläufer der Lärchenwälder kennzeichnen den Khuvsgul See.

Im Norden des Landes lockt jedes Jahr zahlreiche Nomaden mit ihren Herden an seine stillen Ufer.

svz.de von
14. Dezember 2014, 17:12 Uhr

Batbyamba und Narantuya sind ein modernes Nomadenpaar. Der 33-jährige Mongole und seine Frau frühstücken in Jeans und T-Shirt auf dem Teppich, der den Holzboden ihrer 25 Quadratmeter großen Jurte bedeckt. Bunte Schüsseln, gefüllt mit Rahm und Gebäck, stehen dort. In der Mitte knistert ein Ofen. „Im Winter wohnen wir in einem Holzhaus im Dorf Khatgal am Südzipfel des Khuvsgul Sees, aber im Sommer schlagen wir unsere Jurte direkt am Wasser auf. So sind wir unseren Tieren näher", erzählt die dreifache Mutter Narantuya. Die Nomadenfamilie lebt eng mit der Natur. Morgens um sieben treibt Vater Batbyamba seine Pferde in die Steppe zum Grasen und sammelt Yakfladen für den Ofen. Gegen die Kälte hilft ein Deel, der traditionelle mongolische Mantel.

Der Khuvsgul Nationalpark im Norden der Mongolei, kurz vor der russischen Grenze nach Sibirien, ist seit jeher ein beliebter Lagerplatz von Nomaden. Sein 3000 Quadratkilometer großer See ist fünfmal so groß wie der Bodensee und das größte Trinkwasser-Reservoir des Landes. Den Einheimischen gilt er deshalb als heilig. Wie ein Meer liegt das tiefe Blau zwischen Lärchenwäldern und den hügeligen Ausläufern des Sajan-Gebirges. Landzungen aus weißen Steinen ragen in das Gewässer, das wegen seiner Tiefe auch kleiner Baikalsee heißt.

Auf den Uferwiesen grasen Pferde zwischen Heilkräutern und Wildblumen, im Wasser tummeln sich Barsche und Forellen – ein touristisches Highlight.

Das wissen auch die Tsaaten zu schätzen. Die letzten Rentiermenschen der Mongolei zeigen hier stolz ihre Rens, die als Reit- und Schamanentier, das in die Welt der Ahnen führt, Bedeutung haben. Bei den Mongolen am Khuvsgul See halten die Schamanen regelmäßig Rituale in den Waldlichtungen ab.

„Und die Einheimischen kommen in Scharen. Zuschauen ist möglich, weiß Narantuya. Das gilt auch für das Naadam Fest, das die Mongolen mit Pferderennen, Bogenschießen und Ringen feiern, zu Ehren Dschingis Khans und der Entstehung des mongolischen Staates.

Am Abend sitzt jeder wieder in seiner Jurte, bei dampfender Mehlsuppe. Batbyamba wird noch die Yaks an einen anderen Grasplatz treiben, Narantuya den frisch zubereiteten Hartkäse Aruul zum Trocknen auf das Jurtendach stellen – ein ganz normaler Tag einer modernen Nomadenfamilie.


Reise-Informationen:

Anreise: Miat Mongolian Airlines fliegt über Moskau nach Ulaanbaatar (ab 902 Euro, www.miat.com). Von dort mit Hunnu Air nach Murun und weiter per Bus zum Khuvsgul See.
Übernachten: Schön sind das Nature's Door Tourist Camp (www.naturesdoor.mn) und das Toilogt Camp auf der Landzunge.
Anbieter: Tischler Reisen (www.tischler-reisen.de) hat den Khuvsgul See im Rahmen einer 18-tägigen Minigruppenreise im Programm (ab 2404 Euro). Bei Gebeco (www.gebeco.de, ab 3895 Euro) und Studiosus (www.studiosus.com, ab 4970 Euro) ist der See Teil einer 19-tägigen Rundreise.
Auskunft: Botschaft der Mongolei, www.botschaft-mongolei.de

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