MADEIRA : Adlerhorste über dem Atlantik

Auf einer Klippe über dem Meer liegt die Quinta do Furão. Von hier aus erblickt man die Ostspitze Madeiras.
Auf einer Klippe über dem Meer liegt die Quinta do Furão. Von hier aus erblickt man die Ostspitze Madeiras.

Buchungsverbund „Quintas da Madeira“ vermittelt Urlaub in historischen Landhäusern mitten im Meer

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20. März 2015, 17:55 Uhr

Die Straße hört auf und weiter unten liegen die Häuser des Fischerortes Ponta del Sol. Dann muss es dieser Aufzug sein. Hotelbesitzer André Diogo hat einen architektonischen Neuanfang gemacht. Außer dem gut 150 Jahre alten Stammhaus ist in der Quinta da Rochinha alles modern, geradlinig und weiß. Bauhaus in der Botanik. Mit Aufzügen und Laufbrücken verbunden, winden sich kubistische Wohnwürfel den Fels hinauf. Im Restaurant geben etagengroße Fenster den Blick auf den historischen Badeort frei. Berührt von der Erhabenheit und unberührt vom Leben da unten lässt es sich hier speisen.

Weitere neun Grundbesitzer haben sich in einem lockeren Buchungsverbund zu den „Quintas da Madeira“ zusammengetan. Was sie eint, ist neben ihrem Namen die Historizität ihrer Häuser und die Abgeschiedenheit ihrer Lage. Die Quinta do Furão im Nordwesten Madeiras beim Ort Santana ist im Wortsinn überragend. Von der Landseite ist sie mit Weinhainen umgeben. Zur Meeresseite hin fällt das Anwesen steil hinab. Im Januar blühen Aloe-Veras in knalligem Rot. Wie Dekorationstupfer kleben sie an den Felshängen. Weiter hinten im Bild prasselt ein Wasserfall ins fern brandende Meer. Doch hier ist nicht die Lage der Höhepunkt. Vielmehr das hohe Niveau von Küchenchef Yves Gautier lässt die Quinta do Furão überragen. Hier wird das ABC der Insel durchdekliniert: Atlantik, Botanik, Cuisine. Der Franzose Gautier hat vor seinem herausragenden Arbeitsplatz im Ritz in London und für die jordanische Königsfamilie gekocht. Nun führt der Küchenchef ein abgeschiedenes Leben in exponierter Lage.

So eine „splendid isolation“ gibt es in der Casa Velha do Palheiro auch. 1804 wurde diese Quinta von João Esmeraldo, dem ersten Grafen von Cravalhal, als Jagdhaus und Sommerresidenz errichtet. Damals weit ab und vor allem hoch oben über der Inselhauptstadt Funchal gelegen, war es ein Refugium des Grafen. Abgeschottet vom Rest der Inselwelt, legte der Baron mit Bäumen und Pflanzen aus allen Teilen der Welt einen spektakulären Garten an. 1885 kaufte der britische Weinhändler John Burden Blandy das bescheiden „altes Haus“ genannte Prachtstück. Die Nachfahren des Händlers leben noch heute auf dem Anwesen. Ihre Privat-Quinta befindet sich inmitten des zwölf Hektar großen Gartens, den zehn Gärtner hegen und pflegen. Seit 1997 können Gäste in diesem mit Azaleen, Proteen, Rhododendren, Kamelien, Magnolien und Strelizien überquellenden Garten wohnen und ohne zusätzliche Eintrittsgelder diese „blandid isolation“ zusammen mit einem Golfplatz genießen.

Für prominente Gäste ist die Quinta da Bela Vista bekannt. Hoch oben im Villenviertel Funchals gelegen bietet dieses Refugium einen beeindruckenden Blick auf die nächtlich funkelnde Hauptstadt und die Kreuzfahrtschiffe im Hafen. Die Abgeschiedenheit dieses Hauses mit der schönen Aussicht hat auch schon Prinzessin Victoria von Schweden begeistert. Hier finden sie und ihr Mann Daniel Ruhe, wenn sie die vom Königshaus unterstützte private Schule in Funchal besuchen.

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