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Nach dem Putsch : Was Türkei-Touristen wissen müssen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Erst die Anschläge, nun ein gescheiterter Putschversuch: Mitten in der Urlaubshochsaison kommt die Türkei nicht zur Ruhe

Der gescheiterte Putschversuch in der Türkei verunsichert auch Urlauber. Welche Rechte habe ich jetzt, wenn ich eine Reise stornieren will? Wie reagieren die Reiseveranstalter? Und wie sollten sich Touristen vor Ort verhalten? Was sagt das Auswärtige Amt? Hintergründe von Michael Zehender.

Wie sollten sich Touristen jetzt verhalten?

Das Auswärtige Amt rät Reisenden in Ankara und Istanbul zu äußerster Vorsicht.

Dies gelte insbesondere auf öffentlichen Plätzen für Menschenansammlungen. Bei unklarer Lage solle man Wohnungen und Hotels im Zweifel nicht verlassen, heißt es im Reisehinweis für die Türkei.

Wie ist die Lage in den touristischen Zentren?

Nach Aussage der Reiseveranstalter ist die Lage in den touristischen Regionen am Mittelmeer ruhig geblieben. Ein Sprecher von Thomas Cook sprach am Sonntag von „Normalität“ in den Badeorten, die zum Teil weit entfernt sind von Istanbul und Ankara. Nur wenige Reisende entschlossen sich, nach Deutschland zurückzukehren, hieß es bei der Tui, Thomas Cook und DER Touristik (u.a. ITS, Jahn Reisen, DERTOUR).

Bei der Tui wurden etwa 30 Rückreisewünsche geäußert – bei derzeit rund 18 000 Tui-Gästen in der Türkei. „Die Lage ist absolut ruhig“, sagte eine Sprecherin.

Wie haben die grossen Reiseveranstalter reagiert?

Tui Deutschland bot allen Urlaubern für Anreisen bis zum 18. Juli an, kostenlos zu stornieren oder umzubuchen. Ähnlich verfuhr die Thomas-Cook-Gruppe (Neckermann, Öger, Thomas Cook, Condor). Urlauber, die am Wochenende in die Türkei reisen wollten, konnten kostenfrei umbuchen oder stornieren. Laut Sibylle Zeuch vom Deutschen Reiseverband (DRV) reagieren so ähnlich auch die meisten anderen Veranstalter. Seit gestern gelten bei den Veranstaltern (unter anderem Neckermann, Öger, Thomas Cook) nun wieder die regulären Stornobedingungen.

Wenn ich angesichts der aktuellen Lage nicht mehr in die Türkei reisen will oder meinen Urlaub abbrechen möchte – kann ich das kostenlos tun?

Das hängt vor allem davon ab, in welche Region der Türkei ich reisen möchte. Bei einem Badeurlaub zum Beispiel in Antalya dürften Urlauber nach Einschätzung von Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg schlechte Karten haben – beziehungsweise es fallen Stornierungskosten an, wenn sich die Veranstalter nicht kulant zeigen. Da die Lage dort ruhig sei, hätten Urlauber kein Recht auf kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen.

Wer einen Städtetrip nach Istanbul gebucht hat, dürfte dagegen weniger Probleme bekommen – so bieten die meisten Veranstalter für die Stadt seit dem Anschlag am Flughafen in Istanbul kostenlose Umbuchungen und Stornierungen bis 31. Juli an.

Am Freitagabend (15. Juli) war der Istanbuler Flughafen im Zusammenhang mit dem Putschversuch geschlossen worden. Alle Flüge wurden abgesagt, auch deutsche Airlines hatten Flüge gestrichen.

Wer auf einen der Flüge gebucht war, bekommt von der Airline sein Geld zurück oder kann eine Ersatzbeförderung verlangen. Eine Ausgleichszahlung nach der EU-Fluggastrechteverordnung gibt es jedoch nicht. „Das ist eindeutig höhere Gewalt, da gibt es kein Geld“, so Fischer-Volk.

Müssen Reedereien für Kreuzfahrten reagieren?

Die meisten Reedereien mussten nicht mehr reagieren. Sie haben in den letzten Wochen und Monaten bereits fast alle Anläufe der Türkei – allen voran Istanbul – abgesagt. Das gilt zum Beispiel für den deutschen Marktführer Aida Cruises, MSC oder Norwegian Cruise Line. Tui Cruises läuft erst wieder im Oktober Istanbul an.

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