Krankheit : Unbefristetes Krankengeld

Wenn Eltern ihr sterbenskrankes Kind betreuen, ist das Krankengeld nicht befristet.
Wenn Eltern ihr sterbenskrankes Kind betreuen, ist das Krankengeld nicht befristet.

Aktuelles Urteil des Bundessozialgerichts: Anspruch besteht grundsätzlich bei Versorgung eines sterbenden Kindes

svz.de von
19. Februar 2016, 23:48 Uhr

Können Eltern wegen eines sterbenskranken Kindes nicht arbeiten gehen, haben sie grundsätzlich unbefristet Anspruch auf Krankengeld. Das gelte selbst dann, wenn ein Elternteil zusätzlich noch wegen der Geburt eines weiteren Kindes in Elternzeit geht und Elterngeld bekommt, urteilte in dieser Woche das Bundessozialgericht in Kassel.

Grundsätzlich können Arbeitnehmer bei einem erkrankten Kind unter zwölf Jahren bis zu zehn Tage im Jahr zu Hause bleiben und es betreuen. Bei Alleinerziehenden sind es 20 Tage im Jahr. Die gesetzlichen Bestimmungen sehen aber auch Ausnahmen vor. So besteht über diese Fristen hinaus ein Anspruch, wenn das Kind eine schwere unheilbare Krankheit hat und wohl nur noch Wochen oder Monate zu leben hat.

Im konkreten Fall hatte eine Mutter geklagt, deren Sohn an einer schweren Stoffwechselerkrankung litt. Das Kind starb elfjährig im August 2012. Die Mutter konnte wegen der Betreuung ihres sterbenskranken Sohnes nicht mehr arbeiten gehen. Sie erhielt daher rund 700 Tage lang Krankengeld. Als die Frau ein weiteres Kind bekam und Elterngeld erhielt, wollte die Krankenkasse kein Krankengeld mehr zahlen.

Das Bundessozialgericht urteilte, dass nach dem Sinn und Zweck der gesetzlichen Bestimmungen die Klägerin auch während ihrer Elternzeit das Krankengeld beanspruchen könne. Der Anspruch auf Kinderkrankengeld sei auch „grundsätzlich unbefristet“, wenn die ärztlichen Prognosen über die Lebensdauer des Kindes nicht zutreffen. AZ: B 3 KR 10/15 R

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