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Recht und Gesetz

21. August 2017 | 10:31 Uhr

Geldwesen : Sepa – der Countdown läuft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ab 1. August dürfen Unternehmen und Vereine Lastschriften nur noch im neuen Format vornehmen / Verbraucher haben noch Zeit

Überweisungen in Europa sollen vereinheitlicht werden. Ab 1. August dürfen Unternehmen und Vereine Lastschriften nur noch im neuen Sepa-Format vornehmen. Verbraucher können noch etwas länger wie gewohnt überweisen. Bei der Umstellung auf den einheitlichen Euro-Zahlungsraum Sepa steht die nächste wichtige Etappe an. Ab 1. August gelten die Neuerungen für Unternehmen und Vereine. Private Bankkunden haben mehr Zeit mit der Umstellung. Nachfolgend die wichtigsten Fakten:

 

Was steckt hinter Sepa?

Sepa ist die Bezeichnung für einen einheitlichen Zahlungsraum für Transaktionen in Euro – die Abkürzung steht für „Single Euro Payments Area“. Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen werden standardisiert und gleich abgewickelt – egal ob sie ins Inland oder über Grenzen gehen.

 

Wer ist von der Umstellung betroffen?

Grundsätzlich alle Kontoinhaber – gleich ob Privatpersonen, Unternehmen oder Vereine. Allerdings gibt es unterschiedliche Fristen. Während Unternehmen und Vereine ab 1. August 2014 Überweisungen nur noch nach dem Sepa-Format mit neuer internationaler Kontonummer (IBAN) vornehmen dürfen, können Verbraucher noch bis zum 1. Februar 2016 die alte Kontonummer und Bankleitzahl benutzen.

 

Welche Vorteile hat das neue System?

Eine Überweisung ins europäische Ausland soll beim Sepa-Verfahren schneller gehen und nur noch einen Bankgeschäftstag dauern. Wer nicht online überweist, sondern einen herkömmlichen Überweisungsträger ausfüllt, muss mit zwei Arbeitstagen rechnen. Derzeit kann es bei Auslandstransfers mitunter bis zu einer Woche dauern. Auslandsüberweisungen sollen außerdem nicht mehr teurer sein als Geldtransfers im Inland. Sepa-Überweisungen sind allerdings nur in Euro möglich. Bei anderen Währungen muss der Bankkunde eine Auslandsüberweisung vornehmen.

 

Hätte die Umstellung nicht schon viel früher stattfinden sollen?

Ja, eigentlich war der 1. Februar 2014 der Stichtag für Vereine und Unternehmen zur Umstellung. Doch Anfang Januar entschied sich die EU-Kommission dazu, die Übergangsfrist um sechs Monate bis zum 1. August zu verlängern, um ein Zahlungschaos zu vermeiden. Grund war, dass die Umstellung zu diesem Zeitpunkt noch nicht weit genug fortgeschritten war.

Was ändert sich mit Sepa konkret für Verbraucher?

Er muss sich an neue Begriffe gewöhnen: Die internationale Kontonummer IBAN („International Bank Account Number“) und der Bankcode BIC („Business Identifier Code“). Außerdem müssen Bankkunden bei Überweisungen künftig mehr Kästchen als sonst ausfüllen. Statt der inländischen Kontonummer mit meist zehn Stellen muss der Verbraucher die IBAN eintragen. Die Länge der IBAN ist von Land zu Land unterschiedlich. In Deutschland hat die IBAN 22 Stellen. Sie beginnt mit dem Ländercode (für Deutschland: DE) und einer zweistelligen Prüfziffer. Danach folgt eine nationale Komponente, in Deutschland sind das die Bankleitzahl und die Kontonummer. Der internationale Code zur Identifizierung der Bank (BIC) ersetzt bei Sepa die Bankleitzahl. Statt Zahlen gibt es eine Buchstabenfolge, die die Zielbank eindeutig identifiziert. Der Code, manchmal auch SWIFT-Code genannt, besteht aus acht beziehungsweise elf Zeichen. Allerdings ist die alte Bankleitzahl ja schon in der IBAN enthalten. Deshalb soll der BIC ab Februar 2014 bei Transfers im eigenen Land wegfallen, ab Februar 2016 auch bei Zahlungen ins Ausland.

 

Was ist zu unternehmen?

Kunden müssen zunächst nicht aktiv werden. Kreditinstitute stellen die Daueraufträge automatisch um. Einzugsermächtigungen zum Beispiel von Energieversorgern oder Vereinen behalten ihre Gültigkeit. Verbraucher werden von ihnen über die Umstellung auf Sepa-Lastschrift informiert. Verbraucherschützer raten aber dazu, die in dem Informationsschreiben angegebene IBAN auf ihre Richtigkeit zu prüfen.

 

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