Der Winter wird teuer : Preisportale sagen höhere Heizkosten voraus

Angaben der Preisportale lassen erkennen: Heizöl und Gas werden in diesem Winter teurer.
Angaben der Preisportale lassen erkennen: Heizöl und Gas werden in diesem Winter teurer.

In den vergangenen Jahren wurden die Haushalte bei den Heizkosten entlastet. Nun dreht sich der Trend: Heizöl und Gas werden wieder teurer.

svz.de von
08. Oktober 2018, 09:54 Uhr

Der Herbst hat begonnen, die Heizungen laufen wieder an den kühlen Abenden. Und damit tickt die Zähluhr: Die Verbraucher in Deutschland müssen in diesem Winter mit steigenden Heizkosten rechnen. Sowohl Heizöl als auch Gas werden in vielen Regionen teurer als im vergangenen Jahr.

Der Preis für 100 Liter Heizöl ist im bundesweiten Durchschnitt auf mehr als 82 Euro (bei Abnahme von 3000 Litern, inklusive Mehrwertsteuer) gestiegen, wie aus verschiedenen Preisportalen im Internet hervorgeht.

Zuletzt erreichten die Heizölpreise im Juni 2014 ein derart hohe Niveau. «Die Heizölpreise haben in den letzten Wochen einen ungemein steilen Preisanstieg von gut 15 Prozent hingelegt», heißt es beim Messtechnik-Anbieter Tecson. Und: «Wahrscheinlich ist das Preismaximum noch nicht erreicht.»

Auch wer mit Gas heizt, wie fast die Hälfte aller Haushalte in Deutschland, muss mit höheren Preisen rechnen. Für das vierte Quartal haben nach Angaben des Internet-Portals Check24 bereits 23 Gasversorger Preiserhöhungen angekündigt, im Durchschnitt um 7,4 Prozent. Auch das Verbraucherportal Verivox zählt 24 Preiserhöhungen bei Grundversorgern von durchschnittlich 7,0 Prozent. In den betroffenen Regionen leben rund zwei Millionen Menschen, die allerdings ihr Gas auch von anderen Anbietern beziehen können. Dagegen gibt es nur sehr wenige Versorger mit Preissenkungen.

Hinter den Preiserhöhungen stehen höhere Großhandelspreise. Auch wenn die Bindung zwischen Öl- und Gaspreis nicht mehr so eng ist wie in früheren Jahren, so zieht doch der Ölpreis als Leitenergie andere Energiepreise nach oben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Rohhöl-Sorte Brent ist auf 85 Dollar gestiegen. Zum Beginn des Jahres waren es noch rund 70 Dollar. Gleichzeitig schwächelt der Euro, was Rohöl für europäische Verbraucher nochmals teurer macht. Ob der Preistrend beim Rohöl allerdings anhält, hängt von vielen globalen Unwägbarkeiten ab und ist bei den professionellen Marktbeobachtern sehr umstritten: Die Prognosen für die nächsten Wochen reichen von 60 bis 100 Dollar für ein Barrel.

Für die Verbraucher endet damit eine lange Phase sinkender Preise. Zuvor sind die Heizkosten vier Jahre in Folge zurückgegangen. Der Gaspreis ist seit 2013 um rund 18 Prozent gefallen. Was die Trendwende für die Verbraucher in diesem Winter konkret in Euro und Cent bedeutet, lässt sich nicht vorhersagen. Bei Heizölverbrauchern hängt das ab von dem genauen Kaufzeitpunkt, bei Gaskunden vom Versorgungsgebiet und dem Anbieter. Zudem spielt eine wichtige Rolle, wie kalt oder mild die Winterwitterung ausfällt. Eine Mehrbelastung von mehr als 100 Euro für einen mittleren Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden ist durchaus möglich.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen