Steuern : Noch vor Silvester sparen

Wer  Spenden   steuerlich geltend  machen  will,  braucht  eine   Spendenbescheinigung.  Wer  etwas  in die  Sammelbüchse  steckt,  bekommt die   nicht.
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Wer Spenden steuerlich geltend machen will, braucht eine Spendenbescheinigung. Wer etwas in die Sammelbüchse steckt, bekommt die nicht.

Vor allem in steuerlicher Hinsicht lässt sich in den letzten Tagen des alten Jahres einiges tun

svz.de von
17. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Mit einigen Tricks können Steuerpflichtige noch bis Silvester ihre Abgaben senken und mehr Geld für sich herausholen.Wichtigste Voraussetzung: Rechtzeitig informieren und Anträge stellen. Hier die Tipps von Steuer-Experten:

Spenden absetzen:

Kirchliche, mildtätige und gemeinnützige Spenden können als Sonderausgaben abgesetzt werden, und zwar bis zu 20 Prozent des Einkünfte-Gesamtbetrages. „Überschreiten die geleisteten Spenden diesen Höchstbetrag, können diese in die nächsten Jahre vorgetragen und dann steuerlich geltend gemacht werden“, erläutert Anita Käding vom Bund der Steuerzahler. Voraussetzung für den Spendenabzug sei eine Zuwendungsbescheinigung. Bei Spenden bis 200 Euro genüge die Vorlage eines Kontoauszuges.

Handwerkerrechungen: „Für haushaltsnahe Dienst- und Handwerkerleistungen gelten jährliche Höchstgrenzen von 4000 beziehungsweise 1200 Euro“, sagt Markus Deutsch vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Wer also ohnehin den Jahresputz erledigen lassen oder den Flur streichen lassen will, sollte jetzt den Auftrag dazu erteilen, rät die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH). „Fällt der Rechnungsbetrag höher aus, sind auch Abschlagszahlungen möglich“, erklärt Deutsch. „Dann verteilt sich die Rechnungssumme steuergünstig auf zwei Jahre.“ Absetzen können Mieter auch anteilige Kosten für Hausmeister, Reinigung und Gartenpflege aus der Betriebskostenabrechnung. Diese Kosten können auch nachträglich in der Steuererklärung angegeben werden.

Riester-Rente:

Wer einen Riester-Vertrag zur privaten Altersvorsorge abgeschlossen hat, bekommt steuerfreie Prämien vom Staat. Das sind 154 Euro für Erwachsene und 185 Euro für jedes Kind, das vor dem 1. Januar 2008 geboren wurde, beziehungsweise 300 Euro pro Kind, wenn es danach auf die Welt kam. Wer noch keinen Riester-Vertrag unterschrieben hat, kann bis zum 31.Dezember einen abschließen und erhält die volle steuerfreie Jahresprämie. Dazu muss der Riester-Sparer bis zum Jahresende mindestens vier Prozent seines Vorjahreseinkommens einzahlen, betont die VLH.

Verluste bescheinigen lassen:

Anlegern, die 2013 Verluste im Depot gemacht haben, riet der NVL, spätestens am 13. Dezember ihre Bank anzuweisen, eine Verlustbescheinigung für 2013 auszustellen. Dann sind die Verluste dieses Kontos mit gemachten Gewinnen bei anderen Banken in der Einkommenssteuererklärung verrechenbar. Ansonsten können sie nur mit Gewinnen bei einem Depot der gleichen Bank verrechnet werden.

Freistellungsaufträge prüfen:

Auf Kapitalgewinne aus Privatvermögen gilt eine Abgeltungsteuer, Banken und Sparkassen behalten automatisch 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ein. „Bis zu 801 Euro oder 1602 Euro bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind Kapitalerträge pro Jahr jedoch steuerfrei“, erläutert Käding vom Bund der Steuerzahler. Werden diese Beträge nicht überschritten, behält die Bank keine Abgeltungsteuer ein, wenn ein Freistellungsauftrag vorliegt. Hat der Steuerzahler jedoch mehrere Konten bei verschiedenen Banken, sollte der Sparer-Pauschbetrag auf die Konten verteilt werden, rät Käding.

Kindergeld beantragen: In vielen Fällen haben Eltern Anspruch auf Kindergeld. Wenn ein Kind in der Ausbildung steckt, Adoptiv- oder Pflegekind ist oder eine Behinderung hat, bekommen Eltern auch dann noch Kindergeld, wenn es älter als 18 Jahre ist. Eltern, die Ansprüche auf Kindergeld haben, können den staatlichen Zuschuss bis zu vier Jahre rückwirkend erhalten, erklärt die VLH.

Steuerfreie Sachleistungen: 

Geldzahlungen vom Arbeitgeber wie Weihnachtsgeld, Bonusprämien und Gewinnbeteiligungen sind steuerpflichtig. Eine steuerfreie Alternative, so der VLH: Der Chef überlässt seinen Arbeitnehmern Sachleistungen wie Laptops, Tablets oder Smartphones. Die sind steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn der Arbeitgeber die Pauschalsteuer von 25 Prozent übernimmt.

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