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Neue EU-Verordnung : Mehr Leistung – weniger Verbrauch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Für Staubsauger gelten ab 1. September neue Vorgaben im Energieverbrauch.

Eine Verordnung der Europäischen Kommission zwang Firmen dazu, energieeffizientere Geräte zu entwickeln: 2014 trat die erste Stufe der Kennzeichnung des Energieverbrauchs und der Ökodesign-Verordnung für Staubsauger in Kraft. Die Hersteller mussten die Wattzahlen der Geräte drastisch senken. Zum 1. September folgt die zweite Stufe.

Was ist jetzt neu?

Die Anforderungen an den Energieverbrauch werden verschärft. „Bisher musste die sogenannte maximale Nennleistungsaufnahme von Staubsaugern unter 1600 Watt liegen, ab dem 1. September beträgt sie weniger als 900 Watt“, erklärt Andreas Halatsch vom Umweltbundesamt.

Was bringt mir das?

Damit sinkt der Stromverbrauch noch weiter. Lag der zulässige Verbrauch bei einer Standardnutzung der Geräte bislang bei 62 Kilowattstunden, muss er nun weniger als 43 Kilowattstunden pro Jahr betragen. „Damit verliert die Wattzahl für die Verbraucher weiter an Bedeutung“, erklärt Halatsch. Vor der Einführung der Verordnung war die Wattzahl noch das entscheidende Auswahlkriterium beim Kauf eines Staubsaugers. Jetzt rücken andere Parameter wie Reinigungsleistung, Staubemission und Geräuschpegel in den Vordergrund.

Worauf muss ich beim Kauf nun achten?

Wie viele Haushaltsgeräte tragen Staubsauger seit 2014 ein Energieeffizienzlabel. Hier ändert sich die Einteilung der Geräte: Bisher gab es die Effizienzklassen A bis G. Neu produzierte Geräte der Klassen E, F und G dürfen ab September nicht mehr in den Handel kommen. Nun gelten nur noch die Klassen A, B, C und D sowie neu für besonders energieeffiziente Modelle A+++, A++, A+, erklärt Claudia Oberascher von der Initiative Hausgeräte+ in Berlin.

Auf dem EU-Label sind noch andere Parameter. Gibt es da Änderungen?

Auf dem Label selbst nicht. Aber: „Für die Staubemission und das Geräusch gibt es ab 1. September zusätzlich Mindestanforderungen“, sagt Werner Scholz, Geschäftsführer der Hausgeräte-Fachverbände im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. So darf die Staubemission dann höchstens bei einem Prozent liegen – so viel Staub darf die Abluft des Gerätes enthalten. Und die Lautstärke darf 80 Dezibel nicht überschreiten. Für beide Eigenschaften ist die schlechteste Klasse G, die beste Klasse ist A.

Auch der Grenzwert für die Staubaufnahme ist neu: Er muss auf Teppichen mindestens 75 Prozent, auf harten Böden 98 Prozent betragen.

Welche Werte schaffen die besten Geräte?

Laut Eco Top Ten, einer Plattform für ökologische Spitzenprodukte, kommen die besten Markengeräte schon vor Inkrafttreten der zweiten Stufe mit Wattzahlen von 485 bis 700 aus. „Ihr Stromverbrauch beträgt zwischen 16 und 25 Kilowattstunden pro Jahr“, erklärt Halatsch. „Der Geräuschpegel liegt zwischen 61 und 80 Dezibel.“ Während die besten Anbieter Reinigungsklassen bei Teppich zwischen A bis C schaffen, haben alle Geräte bei den Hartböden und bei der Staubemission durchweg ein A, erklärt Halatsch.

Was ist mit älteren Geräten?

Die neuen Regelungen gelten nur für Geräte, die vom Hersteller nach dem 1. September 2017 in den Verkehr gebracht werden. Geräte, die vor diesem Datum im Handel sind, dürfen weiter verkauft werden.

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