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Lesertelefon: Rente und Altersvorsorge : Länger arbeiten, mehr vorsorgen

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Kann man als Rentner hinzuverdienen? Werden auf Renten Steuern fällig? Unsere Leser hatten beim Telefonforum viele Fragen an die Experten. Thema heute: Rente und Altersvorsorge.

svz.de von
erstellt am 04.Apr.2012 | 10:48 Uhr

Ich bin Geburtsjahr 1948. Muss ich älter als 65 Jahre sein, um regulär Altersrente zu bekommen?

Nein. Sie können aufgrund der Tatsache, dass Sie 1948 geboren worden sind, mit 65 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen, sofern Sie 35 Versicherungsjahre vorweisen können. Die Anhebung der Regelaltersgrenze spielt für Sie keine Rolle.

Ich wurde 1955 geboren, beziehe eine volle Erwerbsminderungsrente. Ab wann bekomme ich denn nun die Altersrente?

In Ihrem Fall würde die Altersrente mit 65 Jahren und neun Monaten einsetzen - vorausgesetzt, die entsprechenden versicherungsrechtlichen Bedingungen sind erfüllt.

Ich gehe 2016 regulär in Rente. Muss ich dann darauf Steuern zahlen?

Als Rentner zahlen Sie Steuern auf Ihr gesamtes Einkommen. Dazu gehören die Bezüge aus der Altersrente. Mit dem genannten Rentenbeginn sind 72 Prozent Ihrer Altersrente (brutto) Grundlage für die Besteuerung. Genauere Auskünfte erhalten Sie beim Finanzamt oder bei Ihrem Steuerberater.

Ich bin Jahrgang 1962 und Erwerbsminderungsrentner mit 10,8 Prozent Abschlägen. Werden die höher, wenn ich in Altersrente gehe?

Nein, da haben Sie den so genannten Besitzschutz. Ihre Altersrente wird nicht geringer ausfallen. Sie könnten frühestens mit 61 Jahren und vier Monaten Altersrente beziehen.

Ich habe 2001 eine betriebliche Altersversorgung abgeschlossen. Wird die besteuert, wenn ich in Rente gehe?

Wählen Sie am Ende die Kapitalausschüttung, findet keine Besteuerung statt - anders bei der Variante monatliche Rentenzahlung. Allerdings gibt es diverse Freibeträge, die angesetzt werden können, so dass die steuerliche Relevanz in den meisten Fällen nicht gegeben ist. Anhand einer Steuererklärung können Sie das herausfinden.

Ich spiele mit dem Gedanken, einen Vertrag über eine Privatrente abzuschließen. Erhalte ich das Geld daraus mit 60 oder später?

Für Privatrenten gilt nach wie vor die Abrufphase ab 60. Lebensjahr. Allerdings ist es empfehlenswert im Falle des Kapitalwahlrechts tatsächlich bis 62 Jahre zu warten, weil sich dadurch eine günstigere Besteuerung ergibt.

Meine Frau ist Jahrgang 1951, bekommt eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung. Kann sie diese Rente nicht gleich in die Altersrente umwandeln? Oder macht das keinen Unterschied?

Ihre Frau sollte sich jetzt in einer Auskunfts- und Beratungsstelle beim zuständigen Rentenversicherungsträger berechnen lassen, ob die Frauenaltersrente für sie günstiger wäre. In Ihrem Jahrgang kann sie diese Rente noch bekommen.

Meine Rente beträgt 520 Euro, die meines Mannes 820 Euro. Wir wohnen im eigenen Haus. Kann ich wegen meiner kleinen Rente Grundsicherung bekommen?

Wahrscheinlich nicht, denn Sie wohnen ja nicht zur Miete, sondern im eigenen Haus. Das Einkommen Ihres Mannes spielt bei der Beantragung eine Rolle, so dass die Bedürftigkeitsprüfung in Ihrem Fall eventuell keinen Anspruch ergeben wird. Grundsicherung ist ja quasi nichts anderes als Sozialhilfe und wird im Einzelfall beim Grundsicherungsamt geprüft.

Ich bin Jahrgang 1949, seit zwei Jahren arbeitslos. Kann ich auch erst mit 65 in Rente?

Sie können noch die vorzeitige Rente wegen Arbeitslosigkeit bekommen, wenn Sie eine Versicherungszeit von 15 Jahren und in den letzten zehn Jahren acht Pflichtbeitragsjahre nachweisen können. Nehmen Sie diese Rente jetzt, mit 63, in Anspruch, haben Sie einen Abschlag von 7,2 Prozent.

Ich bin Rentner, habe den Eindruck, dass ich zu wenig Rente bekomme. Kann ich das prüfen lassen?

Sind Sie mit dem Bescheid von der Rentenversicherung nicht einverstanden, können Sie innerhalb eines Monats dagegen Widerspruch einlegen. Prüfen Sie selber vorher, ob der Versicherungsverlauf zum Rentenbescheid vollständig und richtig ist. Ist das der Fall, können Sie davon ausgehen, dass die Rente richtig berechnet ist. Stellen sich Unstimmigkeiten heraus, sollten Sie das Ihrem Rentenversicherungsträger zur Überprüfung mitteilen.

Wenn man ab jetzt die gesetzliche Rente später bekommt, gilt das denn auch für meinen Riester-Vertrag?

Geförderte Vorsorge-Verträge, die ab 2012 geschlossen werden, werden frühestens zum vollendeten 62. Lebensjahr ohne Verlust der Förderung ausgezahlt. Das gilt für alle staatlich geförderten Verträge, also Riester-, Rürup- und Betriebsrenten.

Ich verdiene 1200 Euro brutto, zahle 20 Euro im Monat in eine Riester-Rente ein. Reicht das, damit ich die volle Zulage von 154 Euro im Jahr bekomme?

Nein, das reicht nicht. Sie müssten, um die maximal mögliche Zulage zu erhalten, vier Prozent Ihres Vorjahresbruttos einzahlen. Jetzt bekommen Sie die Zulage nur anteilig. Generell sollten Versicherte darauf achten, dass der Beitrag dem versicherungspflichtigen Vorjahres-Bruttoentgeld angepasst wird, um die vollen Zulagen zu erhalten.

Ich bin 65 und seit drei Monaten Altersrentner; mit meiner Rente komme ich nicht aus. Kann ich nebenbei etwas verdienen, ohne, dass mir meine Rente gekürzt wird?

Als Regelaltersrentner können Sie unbegrenzt hinzuverdienen, ohne, dass Ihnen die Rente gekürzt wird.

Was bedeutet Zuschuss-Rente? Ich bekomme nur 600 Euro monatlich von der Rentenkasse. Habe ich Anspruch darauf?

Die Zuschuss-Rente existiert noch nicht, sondern wird erst von Experten unter Federführung des Bundesarbeitsministeriums entwickelt. Die Idee dahinter: Diejenigen, die lebenslang gearbeitet haben, aber dennoch nicht von ihrer gesetzlichen Rente leben können, sollen einen Zuschuss erhalten. Kleine Renten sollen verdoppelt werden, bis zu einer Höhe von maximal 850 Euro monatlich. Für die Gewährung wird jedoch entscheidend sein, wie hoch das Gesamteinkommen der Familie ist.

Die gesetzliche Rente gibt es ja ab jetzt gestaffelt später, je nach Jahrgang. Gibt es auch Veränderungen bei den vorgezogenen Altersrenten?

Bis zum Jahrgang 1951 Geborene können noch die vorgezogenen Renten wegen Arbeitslosigkeit, nach Altersteilzeit und die Frauenrente in Anspruch nehmen - sofern die Voraussetzungen stimmen. Die vorgezogene Rente wegen Schwerbehinderung wird ebenfalls nach hinten verschoben, und zwar von 63 auf 65 bzw. mit Abschlägen von 60 auf 62. Aber Achtung: Auch das ist jahrgangsbezogen und hängt ebenfalls davon ab, ob zu Rentenbeginn eine Schwerbehinderung vorliegt. Die Langjährigen-Versicherten-Rente - 35 Jahre - kann weiterhin mit 63 in Anspruch genommen werden, aber die Abschläge werden höher. Die Rente für besonders langjährig Versicherte - 45 Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung - kann man weiterhin mit 65 ohne Kürzung bekommen.

Ich bin 61 Jahre alt. Stimmt es, dass ich nächstes Jahr wegen der "Rente mit 67" ohne Abschläge in Rente gehen kann? Ich habe bereits 45 Versicherungsjahre hinter mir.

Nein, das stimmt so nicht. Die so genannte Rente für besonders langjährig Versicherte kann man ab 2012 nur erhalten, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Sie müssen sowohl 45 Pflichtbei tragsjahre für eine versicherte Beschäftigung nachweisen können als auch zusätzlich mindestens das 65. Lebensjahr vollendet haben. Zu den Pflichtjahren zählen die Zeiten der Arbeitslosigkeit nicht dazu. Vorher können Sie nicht abschlagsfrei in die reguläre Altersrente gehen.

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