Butget- und Finanzplanung : Firma Privathaushalt

Ein Haushaltsbuch hilft bei der Übersicht.
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Ein Haushaltsbuch hilft bei der Übersicht.

Teil 1: Ziehen Sie Bilanz – Einnahmen- und Ausgabenseite ordnen, Ziele formulieren, Wechselwirkungen beachten

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21. Juli 2014, 11:45 Uhr

Der Familienhaushalt unterscheidet sich wenig von einem Unternehmen. Auch ein Haushalt braucht ein Management, damit Geldangelegenheiten geregelt, der Einkauf organisiert und die Kosten kontrolliert werden. Butget- und Finanzplanung kann nur dann erfolgreich sein, wenn Sie alle Fakten kennen.

Als Erstes durchleuchten Sie Ihre Einnahmen- und Ausgabenseite. Ein Haushaltsbuch kann Ihnen helfen, alle festen und variablen Einnahmen und Ausgaben Ihrer Familie zu erfassen. Sehr schnell werden Sie erkennen, wie es um Ihre Konsum- und Finanzgewohnheiten steht und über mögliche Veränderungen nachdenken. Erfassen Sie auch den kleinsten Betrag. Nur das stellt sicher, dass das Budget im Gleichgewicht bleibt. Am besten klappt das, wenn alle Familienmitglieder mitmachen. Geeignete Haushaltsbücher bietet der Beratungsdienst „Geld und Haushalt“ der Sparkassen kostenlos an.

Als Zweites erstellen Sie eine Geldvermögen-/Schuldenübersicht mit allen Summen, Zinssätzen und Fälligkeiten. Vergessen Sie nicht, auch die Rückkaufswerte Ihrer Versicherungen mit einzubeziehen. Aktuelle Informationen erhalten Sie kostenlos bei Ihrer Bank bzw. Ihrem Versicherer. Ihre Aufzeichnungen erleichtern Ihnen zukünftig die Entscheidung, ob es ggf. günstiger ist, Ihr Konto zu überziehen, ein Tagesgeldkonto zu kündigen oder einen Kredit zu tilgen oder aufzunehmen. Nun wissen Sie, wo Sie stehen und über welche finanziellen Freiräume Sie verfügen. Der dritte und sehr wichtige Schritt ist nun, Ihre finanziellen Ziele zu bestimmen. Fast jeder, der schon einmal versucht hat, sich über seine Ziele klar zu werden, stellt fest, wie schwer das fällt. Halten Sie Ihre Ziele schriftlich fest. Machen Sie daraus einen „Familienvertrag“, den alle – auch Ihre Kinder – unterschreiben. So erlangen Ihre Ziele eine Verbindlichkeit. Ziele müssen positiv formuliert werden, herausfordernd, realisierbar und umsetzbar sein.

Der vierte Schritt ist der schwierigste – der Maßnahmeplan, der Ihnen den Weg vom „Ist“ zum „Soll“ aufzeigt. Prüfen Sie zuerst Ihre Ausgaben. Variablen Ausgaben lassen sich am schnellsten verändern. Hinterfragen Sie jede Ausgabe. Bedenken Sie, dass Sparen nicht Geizen und billig nicht immer preiswert ist. Qualität hat seinen Preis. Die fixen Kosten wie Miete, Kreditraten oder Versicherungsprämien können nicht so leicht verändert werden.

Denken Sie in Wechselwirkungen: Jede Finanzentscheidung wirkt auf das gesamt Vermögen. Ob man 100 Euro für eine Versicherung, einen Sparplan oder eine Kredittilgung einsetzt, hat sehr unterschiedliche Folgen. Wenn es zu einem Schadensfall kommt, gleicht die Versicherung einen Vermögensschaden ganz oder teilweise aus. Schon auf das heutige Vermögen wirken die 100 Euro hingegen, wenn man sie für Kredite oder Geldanlagen verwendet. Der Kreditzins ist höher als die Rendite einer risikolosen Geldanlage. Wer also mehrere Darlehen laufen hat, verbessert sein Vermögen ohne Risiko dadurch, den jeweils teuersten Kredit möglichst schnell abzulösen.


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