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Recht und Gesetz

23. Oktober 2017 | 10:08 Uhr

Erbrecht : Erben in der Patchworkfamilie

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Häufig trennen sich Ehepaare und finden neue Partner. In diesen Fällen gilt es, die Erbrechte zu klären.

svz.de von
erstellt am 03.Mai.2016 | 19:30 Uhr

Patchworkfamilien sind heute längst Alltag: Das Erbrecht aber bezieht sich noch auf die klassische Familie. So sind nur Ehegatten, Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und leibliche Kinder erbberechtigt. Darauf weist die Schleswig-Holsteinische Notar-kammer hin. Das bedeutet: Stirbt ein Partner, erben nur seine leiblichen Kinder und eventuell ein früherer Ehegatte, sofern es noch keine Scheidung gab. Der neue Partner und dessen Kinder haben keinen Anspruch auf das Erbe.

Daher ist es wichtig, das Erbe an die neue Patchworkfamilie anzupassen. Alte Dokumente müssen dafür widerrufen werden: Nach einer Scheidung werde nämlich häufig vergessen, die Testamente und Erbverträge entsprechend zu ändern, wissen die Experten der Notarkammer.

Den neuen Partner – und gleichzeitig die eigenen Kinder – kann man zum Beispiel mit einer sogenannten Vor- und Nacherbschaft absichern.

Im Todesfall wird der Partner so der Vorerbe und erbt ein Sondervermögen. Dieses bleibt getrennt von dessen eigenem Vermögen.

Denn stirbt der zweite Partner, geht das Sondervermögen an die leiblichen Kinder des Erstverstorbenen. Sie sind die sogenannten Nacherben.

Eine Alternative ist, den neuen, nichtehelichen Partner mit einer Schenkung zu bedenken. Oder das Paar trifft Regelungen in einem Erbvertrag. Dieser kann in der Regel nur geändert werden, wenn beide Partner zustimmen – und nach dem Tod eines Partners gar nicht mehr.

Ausnahme: Man hat sich das Recht zur einseitigen Änderung vorbehalten. In einen Erbvertrag lassen sich auch die leiblichen und die Kinder des Partners einbinden, wenn diese volljährig sind.

Steuerrat: Haus der Eltern steuerfrei erben
Das Elternhaus kann steuerfrei vererbt werden. „Die erbenden Kinder sollten allerdings keinen Abriss mit Neubau planen, denn dann streicht das Finanzamt womöglich die Steuerfreistellung“, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.  Eine Modernisierung, Sanierung oder Renovierung des geerbten Wohnhauses ist hingegen zulässig. Hintergrund: Je Kind und Elternteil gibt es bei der Erbschaftsteuer einen allgemeinen Freibetrag in Höhe von 400 000 Euro. Zusätzlich bleibt das Elternhaus steuerfrei, wenn das Kind unverzüglich selbst einzieht und mindestens zehn Jahre dort wohnt. Zudem darf die Wohnfläche nicht größer als 200 Quadratmeter sein.

 

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