Recht : Eigenhändig den letzten Willen zu Papier bringen

Auch im Computerzeitalter: Ein Testament muss immer handschriftlich angefertigt sein
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Auch im Computerzeitalter: Ein Testament muss immer handschriftlich angefertigt sein

Kein Computer, kein Diktat: Testament muss selbst geschrieben werden / Ausnahme: Notarielles Dokument

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23. März 2014, 16:17 Uhr

Ein Testament aufzusetzen ist dann sinnvoll, wenn die gesetzliche Erbfolge nicht den persönlichen Vorstellungen entspricht. Ein Testament kann man entweder den Notar aufsetzen und beurkunden lassen. Dann kostet es Geld. Das Dokument kann aber auch ohne Mitwirkung des Notars eigenhändig aufgesetzt werden – das kostet nichts. Bei der Beratung in Erbangelegenheiten sind Notare verpflichtet, ihre Mandanten auf die kostenfreie Variante hinzuweisen. Das entschied das Oberlandesgericht Sachsen-Anhalts (Az.: 2 Wx 37/10).

Allerdings: Wer sein Testament allein macht, muss wissen, dass er schon rein formell in viele Fallen treten kann.


Formvorschriften


Ein Testament, soweit es nicht notariell errichtet wird, muss immer mit der Hand geschrieben und eigenhändig unterschrieben werden. Computerausdrucke sind ebenso wenig gültig wie ein mit der Schreibmaschine geschriebenes Testament. Unzulässig ist es auch, jemandem den letzten Willen zu diktieren, der ihn dann mit der Hand niederschreibt, und nur noch die eigene Unterschrift darunter zu setzen.

Einzige Ausnahme von der Pflicht, selbst zu schreiben, ist das gemeinsame handschriftliche Testament eines Ehepaares. Hier reicht es, wenn ein Partner den gemeinsamen letzten Willen selbst aufschreibt und beide dann unterschreiben. Fabei empfiehlt sich für denjenigen, der nicht geschrieben hat, der handschriftliche Zusatz: „Dies ist auch mein Wille.“

Ist jemand – beispielsweise wegen Krankheit oder seines Alters – nicht (mehr ) dazu in der Lage, selbst zu schreiben, bleibt ihm nur der Gang zum Notar. Dieser erstellt dann einen Computerausdruck, der vom Testierenden nur noch eigenhändig unterschrieben werden muss.

Ansonsten existieren keine weiteren Formvorschriften für ein Testament. Datum und Ortsangabebeispielsweise sind nicht zwingend vorgeschrieben, sie sorgen aber für zusätzliche Sicherheit und Klarheit. Vor allem bei späteren Korrekturen oder Ergänzungen können sie es einem Nachlassverwalter leichter machen zu erkennen, welches tatsächlich der letzte Wille des Verstorbenen war.

Empfehlenswert ist es allerdings in einem solchen Fall, das Testament komplett neu zu schreiben und das alte, nun überholte Dokument zu vernichten.


Aufbewahrung


Ein Testament erfüllt nur dann seinen Zweck, wenn es nach dem Tod des Erblassers auch gefunden wird. Dazu kann man es beizeiten einer Vertrauensperson übergeben. Das Testament bei Versicherungs- und anderen wichtigen persönlichen Unterlagen aufzubewahren, bietet sich zwar an – kann aber bei komplizierten Familienverhältnissen dazu führen, dass das Dokument in die Hände eines dadurch Benachteiligten fällt, der es einfach verschwinden lässt.

Auch das vermeintlich sichere Bankschließfach ist für das Testament kein guter Aufbewahrungsort, denn es kann passieren, dass die Bank Hinterbliebenen den Zugriff darauf verwehrt.

Am sichersten ist eine Hinterlegung des Testaments beim Nachlassgericht (dem nächstgelegenen Amtsgericht) – die allerdings etwas kostet. Die Gebühr richtet sich nach dem Wert des Nachlasses, der beim Gericht angegeben werden muss.

Vor einem Notar errichtete öffentliche Testamente werden von diesem ebenfalls in die amtliche Verwahrung beim Nachlassgericht gegeben. Außerdem werden sie im Zentralen Testamentsregister bei der Bundesnotarkammer erfasst. Dafür fallen weitere Kosten an.

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