Recht und Verbraucher : Am Jahresende die Steuern senken

Steuerpflichtige können noch bis Ende des Jahres ihre Steuerlast senken
Steuerpflichtige können noch bis Ende des Jahres ihre Steuerlast senken

Der Countdown läuft: Für Steuerzahler lohnt es sich, die Unterlagen zu prüfen, um mit einigen einfachen Tricks die Last zu verringern.

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07. November 2015, 16:00 Uhr

Kurz vor Jahresende können Steuerzahler noch etwas für ihre Finanzen tun. Hier eine Liste der wichtigsten Details:

Steuerklasse ändern:

Eheleute und eingetragene Lebenspartner können bis Ende November für dieses Jahr ihre Steuerklassen überprüfen lassen. „Ob es sich lohnt, die Steuerklassen zu wechseln, hängt von den Einkommensverhältnissen ab“, sagt Wolfgang Wawro vom Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg. Verdiene einer der Partner mindestens 60 Prozent des Gesamteinkommens, dann lohne es sich, wenn dieser in die Steuerklasse III eingestuft werde. Der geringverdienende Partner komme dann in die Steuerklasse V. Zwar müsse dann mehr Lohnsteuer abgeführt werden als nötig. Doch die bekomme er durch die Einkommensteuerveranlagung wieder zurück. „Ein Wechsel kommt auch für diejenigen infrage, die im Dezember eine große Sonderzahlung erhalten und davon sofort profitieren wollen“, sagt Christian Böke, Vizepräsident des Steuerberaterverbandes Niedersachsen Sachsen-Anhalt. Der Partner, der den Bonus erhalte, lasse sich in Steuerklasse III einstufen und spüre die Entlastung schon im Dezember und nicht erst nach der nächsten Steuererklärung. Am Anfang einer Schwangerschaft lohne es sich möglicherweise, dass man andersherum denkt, also die Frau – wenn sie weniger verdient – die günstigere Steuerklasse III wählt, sagt Wawro. Denn das Elterngeld werde aus dem Durchschnitt des Nettoeinkommens berechnet, das sich durch die bessere Steuerklasse erhöhe. Doch es gilt dann schnell zu sein, denn das Elterngeld wird auf Grundlage des Einkommens der zwölf Monate vor Beginn des Mutterschutzes berechnet. „Dabei zählt die Steuerklasse, die in diesem Zeitraum überwiegend, also mehr als sechs Monate, veranlagt wurde“, erklärt Wawro. Verlobte sollten unbedingt noch dieses Jahr heiraten, denn dann kann das Ehepaar für das ganze Jahr 2015 die günstigere Veranlagung beantragen, rät Tobias Gerauer von der Lohnsteuerhilfe Bayern.

Krankheitskosten sammeln:

Kosten für Medikamente, Zahnersatz und Kuraufenthalte können als außergewöhnliche Belastungen bei der Steuererklärung geltend gemacht werden. „Dabei wird aber ein Eigenanteil von einem bis sieben Prozent der Gesamteinkünfte als zumutbare Belastung abgezogen“, sagt Wawro. Seien Steuerzahler an der Grenze der zumutbaren Belastung und stehe ohnehin etwa eine größere Zahnarztbehandlung an, könnten sie diese vielleicht noch in dieses Jahr vorverlegen. „Falls es dagegen günstiger ist, die Rechnung erst 2016 zu zahlen, könnten die Patienten vielleicht mit dem Zahnarzt eine entsprechende Vereinbarung treffen“, empfiehlt Wawro. „Grundsätzlich rate ich, Belege zu sammeln, auch die Apothekenrechnungen über drei bis fünf Euro. Kommt im Herbst die große Zahn-Operation, liegt die Summe vielleicht über der Belastungsgrenze.“

Steuerfreibetrag beantragen:

Werde er noch bis zum 30. November beantragt, dann werde er schon bei der Lohnsteuer im Dezember berücksichtigt, erklärt Gerauer. Besonders Alleinerziehende sollten sich das in diesem Jahr gut überlegen, denn ihr Entlastungsbetrag wurde auf 1908 Euro – bei einem Kind – erhöht. „Das erste Kind berücksichtigt das Finanzamt bei der Steuerklasse II automatisch. Für alle weiteren Kinder muss man einen Antrag stellen“, sagt Gerauer. Wer einen Freibetrag für 2016 beantragt, kann von einer Neuerung profitieren: Seit dem 1. Oktober können Arbeitnehmer erstmals Freibeträge beantragen, die zwei Jahre lang gültig sind. Diese gelten dann vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2017, so der Neue Verband der Lohnsteuervereine (NVL). Die Freibeträge waren bisher jährlich neu zu beantragen.

Handwerkerleistungen absetzen:

Steuerzahler, die zum Jahresende oder im Januar eine Renovierung planen, sollten durchrechnen, wie sie die Kosten am besten verteilen. Grundsätzlich lassen sich 20 Prozent der Kosten abrechnen, maximal sind aber 6000 Euro begünstigt, sodass sich eine Steuerentlastung bis zu 1200 Euro ergeben kann.

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