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Albtraum im Briefkasten: Hohe Telefonrechnungen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bei horrenden Forderungen fällt der Empfänger meistens aus allen Wolken / Nicht immer müssen solche Beträge aber auch bezahlt werden

Für eine schockierend hohe Telefon- oder Handyrechnung kann es verschiedene Gründe geben. Darunter sind zum Beispiel teure Call-by-Call-Dienste oder Abofallen sogenannter Drittanbieter. Meistens ist die Ursache für die Unsummen aber, dass der Nutzer im Ausland zu viel gesurft hat.

Eigentlich sind die Kosten für das sogenannte Datenroaming im EU-Ausland zwar gedeckelt. Geht jemand im Ausland so viel ins Netz, dass die Kosten über 59,50 Euro steigen, wird die Verbindung automatisch gekappt. „Es gibt aber bestimmte Länder, wo der mobile Datenverkehr zeitversetzt übertragen wird“, sagt der auf Verbraucherrecht spezialisierte Rechtsanwalt Thomas Hollweck aus Berlin. Dann kann es passieren, dass der Datenfluss nicht rechzeitig gestoppt wird. In solchen Fällen sollten Betroffene auf jeden Fall versuchen, das Geld zurückzubekommen.

Ärger kann es im Festnetz auch mit überhöhten Kosten für Call-by-Call-Gespräche geben – also Telefonaten über eine Sondervorwahl, die dadurch eigentlich günstiger werden sollen. Inzwischen werden die Tarife vor Beginn des Gesprächs allerdings angesagt.

Verbraucher-Anwalt Hollweck empfiehlt generell, sich bei überhöhten Rechnungen in freundlichem Ton schriftlich an die Unternehmen zu wenden: „Konkret hat der Kunde acht Wochen Zeit, Einspruch einzulegen.“ Der Teil der Rechnung, der auf jeden Fall stimmt, wird aber am besten schon mal bezahlt. Denn wenn unstrittige Forderungen nicht bezahlt werden, drohe ab einem Wert von 75 Euro eine Sperre des Anschlusses, sagt Anneke Voß von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Besonders schwierig ist es, sich gegen Forderungen von Drittanbietern zu wehren. Hinter den Gebühren stecken oft Abofallen, die man sich zum Beispiel durch unachtsame Klicks auf Werbung in einer App einfängt. Provider weigern sich in solchen Fällen leider oft, eine Buchung zu stornieren und verweisen an den Drittanbieter, klagt Hollweck. Dabei sei der Kunde in der Regel im Recht: „Auf der Rechnung wird ein Posten abgerechnet, für den es gar keinen Vertrag gibt.“

Wer solchen Ärger in Zukunft vermeiden will, kann beim Provider eine sogenannte Drittanbieter-Sperre einrichten lassen. Sie beschränkt sich allerdings dann nicht nur auf unseriöse Anbieter. Betroffen sind auch andere Dienste, die per Handy bezahlt werden, etwa für das Parkticket.

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erstellt am 11.Jan.2014 | 00:34 Uhr

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