Andere Regeln als bei E-Mails : Was tun mit einem falsch zugestellten Brief?

Falsch adressierte Emails dürfen Empfänger einfach löschen, bei fehlgeleiteten Postsendungen ist das anders.
Falsch adressierte Emails dürfen Empfänger einfach löschen, bei fehlgeleiteten Postsendungen ist das anders.

Falsch adressierte Emails dürfen Empfänger einfach löschen, bei fehlgeleiteten Postsendungen ist das anders.

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18. November 2019, 05:00 Uhr

Schwerin | Wer in seinem Mailpostfach eine E-Mail findet, die an einen Fremden gerichtet ist, darf die Mail löschen. Das erklärt Anwalt Thomas Hollweck in der Zeitschrift "Computerbild" (Ausgabe 5/2017). Grund für die Irrläufer – Paketankündigungen, Bestellscheine oder PayPal-Mitteilungen – sind häufig Tippfehler.

Hollweck rät, den Kontakt zum eigentlichen Empfänger zu suchen. So kann dieser seine Kontaktdaten bei den betreffenden Unternehmen aktualisieren, und die unerwünschte Post bleibt künftig aus. Über Hinweise in der Mail, etwa der Wohnort, könne der Kontakt meist ermittelt werden.

Empfänger in der Pflicht, den Brief weiterzuleiten

Ein falsch adressierter Brief darf nicht einfach entsorgt werden. Das Post- und Fernmeldegeheimnis sei unverletzlich, erklärte ein Sprecher der Deutschen Post unserer Redaktion. Der Empfänger habe die Pflicht, den fehlgeleiteten Brief entweder an die korrekte Adresse zu schicken – falls bekannt – oder zumindest wieder dem Dienstleister zurückzugeben.

Kam die Sendung mit der Deutschen Post, darf sie ohne weitere Frankierung in den nächsten Briefkasten geworfen werden. Ein Vermerk, wie "Empfänger unbekannt", ist laut der Deutschen Post nicht verpflichtend. Im Briefzentrum wird dann versucht, die richtige Anschrift zu ermitteln, oder der Brief wird mit Vermerk an den Versender zurückgeschickt.

Manchmal scheitert die Zustellung auch an einem anderen Punkt, wie ein Briefdienstleister betont: "Wir würden uns sehr freuen, wenn jeder zuhause einmal überprüft, ob der Briefkasten leserlich und korrekt beschriftet ist."

Nachsende- und Lagerservice

Damit die Post zuverlässig zugestellt werden kann, bieten die Deutsche Post auch kostenpflichtige Services an. Zieht ein Empfänger um, kann er sich mit einem Nachsendeauftrag seine Post an die alte Adresse zur neuen Residenz umleiten lassen.

Steht eine längere Abwesenheit an, beispielsweise ein Urlaub, bieten beide Dienstleister an, die Briefe einzulagern und später gesammelt zuzustellen. So kann verhindert werden, dass der Briefkasten überquillt – ein Rücksendegrund weniger.

(Mit dpa)

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