Haushaltsauflösung nach dem Tod : Der zweite Abschied

Eine Haushaltsauflösung fällt häufig schwer: Manches wird aufbewahrt, manches verschenkt und verkauft, aber vieles muss leider entsorgt werden.  Foto: dpa
Eine Haushaltsauflösung fällt häufig schwer: Manches wird aufbewahrt, manches verschenkt und verkauft, aber vieles muss leider entsorgt werden. Foto: dpa

Die Beerdigung eines geliebten Menschen ist nur der erste Abschied, die Auflösung des Haushaltes folgt ja noch

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23. März 2019, 16:00 Uhr

Klingenmünster/Herne | Wenn ein naher Angehöriger stirbt, ist die Trauer groß. Noch schwerer wird es, wenn der Verstorbene alleine gelebt hat und nun eine Haushaltsauflösung ansteht. Zusätzlich zur Trauer müssen Verwandte sich mit weiteren Problemen und Fragen beschäftigen. Was möchte ich behalten, und was kann weg? Was mache ich mit den wertvollen Sachen, und wohin mit dem Gerümpel? Und wer kann mir helfen?

„Ich empfehle den Betroffenen, zum Beispiel einen Freund mitzunehmen“, erklärt der Trauerbegleiter Norbert Mucksch vom Bundesverband Trauerbegleitung. Der Freund ist eine Unterstützung, vor allem aber schaut er neutraler auf die Dinge, als man es selbst in so einer Ausnahmesituation kann. „Manche wollen ganz viel behalten, weil sie denken, das alles ist unwiederbringlich. Was es ja auch ist“, sagt Mucksch. Das andere Extrem: Es wird ein großer Kehraus gemacht und bis auf ganz wenige persönliche Dinge alles weggeworfen.

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Gefragt ist das Mittelmaß

Beide Extreme sind nicht gesund, gefragt ist ein Mittelmaß. Wo dieses liegt, muss allerdings immer wieder aufs Neue entschieden werden. „Man sollte auf die emotional wichtigen Dinge achten“, rät Mucksch. So kann es sinnvoll sein, ein Kleidungsstück des Verstorbenen aufzubewahren. Vielleicht riecht es noch nach ihm. Dann kann es in der ersten Zeit immer mal wieder hervorgeholt werden. „So etwas sollte man nicht geringschätzen.“

Natürlich werden bei einer Haushaltsauflösung viele Emotionen hochkommen. Der Fachmann empfiehlt, diese zuzulassen. „Trauer braucht Ausdruck. Und Tränen und Gefühle sind dieser Ausdruck“, sagt er. Es ist für die meisten Menschen zwar gut, in dieser belastenden Situation nicht alleine zu sein. Doch es gibt Ausnahmen: Manche möchten vor der Haushaltsauflösung noch einmal ganz alleine in den Räumen sein. Aber auch hier gilt es, sich seelischer Unterstützung zu versichern. Sinnvoll ist es etwa, einen Freund vorab zu fragen, ob man ihn dann doch anrufen kann, wenn es einem schlecht geht. Experten empfehlen, durch die Räume zu gehen und zunächst einmal die Sachen mitzunehmen, die man auf jeden Fall behalten möchte.

Gibt es mehrere Angehörige, wird es oft schwierig. Es kann zu Streitigkeiten kommen, wem der Geschwister etwa der Schmuck oder die wertvollen Teppiche zustehen. Ein Patentrezept für eine Lösung gibt es nicht. „Manchmal hilft es, wenn man sich fragt, was wohl der Verstorbene gewollt hätte“, rät Mucksch.

Den Rest kann man verschenken

Den Rest kann man verschenken oder verkaufen. Zudem gibt es soziale Einrichtungen, die sich über entsprechende Zuwendungen freuen. Etwa die Caritas, die mancherorts auch Haushaltsauflösungen anbietet.  „Wir nehmen dann wirklich alles mit. Auch die Eiche rustikal, für die man meistens keinen Abnehmer mehr findet“, sagt Wolfgang Lohbreyer vom Möbelhof der Caritas in Herne. „Ein Großteil unserer Kunden wäre nicht in der Lage, sich eine Ausräumung zu leisten.“ Im Durchschnitt kostet diese den Angehörigen etwa 500 bis 600 Euro.

Bei einem gewerblichen Anbieter können Kosten in vierstelliger Höhe anfallen. Thomas Fischer vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung rät, bei mehreren Entrümplern Angebote einzuholen. Wie in vielen anderen Bereichen gibt es auch hier schwarze Schafe.

„Bei Todesfällen vergisst man oft, dass nicht jeder einem etwas Gutes will“, formuliert es Fischer. Seriöse Anbieter sind etwa daran zu erkennen, dass sie einen Paketpreis anbieten. Die Kosten für Entrümpelung werden mit den Preisen für die wertvollen Dinge gegengerechnet. Eine Nachrechnung wird nicht gestellt.

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