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Ratgeber

24. November 2017 | 19:52 Uhr

Internet : Polizei warnt vor Fake-Shops

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kaufrausch im Netz: Gerade vor Weihnachten versuchen falsche Online-Händler abzukassieren, ohne zu liefern.

Eine unschöne Bescherung hat in Deutschland ein Sammler von historischen Weihnachtsbaumkugeln beim Online-Einkauf erleben müssen. Auf der Suche nach Antiquitäten wurde er um sein Geld betrogen. Vermutlich fiel der Betroffene auf einen Fake-Shop, einen falschen Web-Laden, herein, wie Michael Schuldt, Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) Mecklenburg-Vorpommern in Rampe bei Schwerin, schildert.

Die Masche der Betrüger sei immer dieselbe. Internet-Angebote, oft von Markenherstellern, werden samt Bildern und Beschreibungen kopiert und dann unter eigenem Domainnamen mit hohen Preisnachlässen eingestellt, erklärt Schuldt. Beim Käufer werde der Betrag zwar rasch abgebucht, doch dafür nur gefälschte, minderwertige oder eben gar keine Ware geliefert.

Gerade die Vorweihnachtszeit sei gefährlich. Viele Verbraucher kauften erst kurz vor dem Fest Geschenke ein – und gerieten auf der Suche nach Schnäppchen schnell in Panik, weiß Stephan Gäfke, Spezialist für Cybercrime beim LKA. „Da steht der Verbraucher unter hohem Erfolgsdruck und ist risikobereiter.“ Die scheinbar extrem günstigen Angebote der Fake-Shops sollen zum schnellen, auch unüberlegten Bestellen animieren, sagt Gäfke. Neben Antiquitäten gehörten auch Schmuck, Kosmetika, Kleidung und Sportartikel zu den Lockartikeln der Internet-Täter.

Auch werde mit elektronischen Geräten und Unterhaltungstechnik wie Smartphones, Tablets, Laptops oder Spielekonsolen zu angeblich sagenhaft niedrigen Preisen geworben. Um nicht leichtes Opfer der seit einigen Jahren stark zunehmenden Betrügereien im Netz zu werden, sollten stets einige Regeln beim Online-Shoppen eingehalten werden, betont LKA-Sprecher Schuldt. „Dabei hilft ein gesunder Menschenverstand und ein gewisses Misstrauen.“ Stutzig werden sollte der Schnäppchenjäger immer, wenn Markenware ungewöhnlich günstig sowie auf Vorkasse angeboten wird.

Bei leisestem Zweifel würden ein kritischer Blick ins Impressum der Internetseite, Online-Recherchen nach Anbieter, Domainnamen und Bankverbindung helfen – sowie das genaue Durchlesen der Artikelbeschreibungen. Fake-Shops beinhalteten oft zahlreiche Fehler in deutscher Rechtschreibung und Grammatik, weil sie mit rechnergestützten Übersetzungen arbeiteten. Problematisch sei neben dem Verlust des überwiesenen Geldes auch die Preisgabe persönlicher Daten, die mitunter für weitere Betrügereien missbraucht werden.

Was früher unseriöse Haustürgeschäfte waren, finde heute zunehmend im Internet statt, erklärt Gäfke. Die Fallzahlen von Cybercrime insgesamt stiegen rasant. Die Kriminalstatistik erfasste 2011 in Mecklenburg-Vorpommern 1431 Fälle und im Jahr 2013 bereits 2479 Straftaten. Im Bereich der Computerkriminalität agierten die Täter weltweit, was die Fahndung erschwere. Ermittelt werde jedoch immer, betont Gäfke. Er riet Betroffenen, umgehend Anzeige bei der Polizei zu erstatten und rasch Kontakt zur Bank aufzunehmen.

Am Internet-Handel gehe kein Weg mehr vorbei, sagte Kay-Uwe Teetz, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Nord in Rostock. „Bei Käufern ist die Online-Inspiration für den stationären Handel größer als umgekehrt.“ Viele Verbraucher würden sich im Netz vorab informieren, um dann gezielt ihren Streifzug durch die Geschäfte anzugehen. „Shopping ist heute eine Art Freizeitbeschäftigung.“

Autorin: Grit Büttner

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