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Ratgeber

25. November 2017 | 07:02 Uhr

Pausenbrot gibt Kraft zum Denken

vom

svz.de von
erstellt am 03.Aug.2012 | 11:48 Uhr

Vollkornbrot mit Frischkäse und fettarmer Wurst, Müsli mit Nüssen, Rosinen, frischem Obst und Milch oder Joghurt - so sieht der ideal gedeckte Frühstückstisch für Kinder aus. Wenn es nach Ernährungswissenschaftlern geht.

Cornflakes, die aus Milch Kakao machen, Marmelade, Schokocreme, Fruchtquark aus der bunten Packung, Weißbrot oder gar ein Stück Kuchen - Kinder haben in der Regel ganz andere Vorstellungen, wie der Tisch gedeckt sein sollte.

"Cornflakes, Nutella oder Marmelade sind nicht von vornherein abzulehnen", sagt Nadine Müller, Ernährungswissenschaftlerin der Techniker Krankenkasse (TK). "Sie liefern zwar viel Zucker und teilweise auch Fett. Wenn man sie aber mit anderen Lebensmitteln kombiniert, können sie als Start in den Morgen hin und wieder auf dem Speiseplan stehen."

Auf die Mischung kommt es an: "Die Cornflakes kann man unter Haferflocken mischen oder man bietet ein Schoko-Müsli auf Flockenbasis an. Marmelade und Nuss-Nougat-Creme schmecken auch auf Vollkornbrot", so Müller.

Wichtig ist, dass Kinder überhaupt etwas im Magen haben, wenn sie morgens aus dem Haus gehen. Das ist jedoch nicht selbstverständlich. Statistisch gesehen startet bundesweit jedes siebte Kind mit leerem Magen in den Schultag, wie eine Forsa-Umfrage der Techniker Krankenkasse ergeben hat. In Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sei es sogar jedes fünfte Kind.

Dabei ist gerade für Kinder das Frühstück besonders wichtig. Sie befinden sich in der Wachstumsphase und benötigen viel Energie. Werden diese Reserven nach dem Schlaf nicht wieder aufgefüllt, können Körper und Geist nicht konzentriert und leistungsfähig sein.

Bekommen Kinder morgens partout keinen Bissen herunter, sollten sie wenigstens ein Glas Milch, Kakao oder Fruchtsaft trinken, empfiehlt Maike Schmidt, ebenfalls TK-Ernährungswissenschaftlerin.

"Eltern sollten stets bedenken, dass ihre Kleinen die Ernährungsgewohnheiten von Mutter und Vater nachmachen", sagt Nadine Müller. "Sind die Eltern schlechte Vorbilder und trinken selbst morgens nur Kaffee oder verlassen ohne Frühstück das Haus, ist es umso schwerer, den Kindern Lust auf ein ausgewogenes Frühstück zu machen."

Bevor es schließlich aus dem Haus geht, sollten Brotbox und Trinkflasche genauso selbstverständlich in den Ranzen gepackt werden, wie Bücher, Hefte und Federmappe. Denn die Zeit bis zum Mittagessen ist zu lang, um ohne Essen oder Getränke auszukommen. "Das Pausenbrot ist als zweites Frühstück wichtig, damit sich Kinder auch in der zweiten Morgenhälfte in der Schule gut konzentrieren können", heißt es bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Für den richtigen Energieschub sollte das Pausenbrot vorzugsweise aus belegtem Vollkornbrot, Obst und Gemüse bestehen. Diese Lebensmittel versorgen Körper und Geist gleichmäßig und anhaltend mit Energie.

Von Croissants, Schokoriegeln, Keksen oder Bonbons als Pausenbrot-Ersatz raten Ernährungswissenschaftler ab. Sie lassen den Blutzuckerspiegel schnell steigen, aber auch genauso schnell wieder sinken. Die Folge ist mangelnde Leistungsfähigkeit. Außerdem kehrt der Hunger schneller zurück. Vitamine und Mineralstoffe sind in ihnen ebenfalls kaum enthalten.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt Eltern, gerade am Anfang der Schulzeit mit den Kindern auch über das Pausenbrot zu sprechen - ganz besonders dann, wenn es unangetastet wieder mit nach Hause kommt. Hat es vielleicht nicht geschmeckt? War es zu viel?

Mitunter helfen schon kleine Tricks, den Appetit zu erhöhen. Wie wäre es, mithilfe von Plätzchenformen lustige Motive aus Brot, Wurst und Käse zu stechen? Bei Obst und Gemüse sollte man auf Sorten zurückgreifen, die geschält oder aufgeschnitten nicht schnell matschig und unappetitlich werden. "Viele Kinder nehmen das Pausenbrot leichter an, wenn sie es selbst schmieren und belegen oder Obst und Gemüse eigenhändig waschen und schneiden", sagen die Ernährungsexperten der Bundeszentrale. Auch ein kritischer Blick auf die Brotdose und die Trinkflasche können sich lohnen. Manchen Kindern machen allein die Lieblingsfarbe oder schöne Aufkleber Appetit auf mehr.

Was eignet sich gut für die Brotbox?


  • Brot: Das schmeckt besonders gut, wenn es mit Käse, Wurst, Salat, Paprika, Gurken- oder Tomatenscheiben belegt ist.
  • Lustige Spieße: Dazu abwechselnd Dinge wie Brot, Käse, Weintrauben oder Cocktailtomaten auf einen Zahnstocher stecken.
  • Wrap: Den Teigfladen nach Belieben beispielsweise mit Salat, Gemüse, Tomatenmark, Frischkäse oder Wurst füllen und aufrollen. Als süße Variante Joghurt auf den Teig streichen und klein geschnittenes Obst dazugeben.
  • Obst und Gemüse: Zum Beispiel Karotten, Gurken, Paprika, Radieschen, Kohlrabi, Äpfel, Bananen, Pflaumen, Birnen, Erdbeeren oder Weintrauben. Wer mag, kann Obst auch pürieren und als Smoothie oder verfeinert mit Joghurt als Shake in einem gut verschließbaren Becher mitnehmen.
  • Getränke: Mineralwasser, Leitungswasser, ungesüßte Früchte- und Kräutertees oder Saftschorlen

Quelle: Techniker Krankenkasse


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