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Ratgeber

16. Dezember 2017 | 23:35 Uhr

Gesundheit : Noroviren sind extrem ansteckend

vom

Brechdurchfälle haben derzeit Hochsaison. Meist sind Noroviren die Auslöser der fiesen Magen-Darm-Erkrankung. Insgesamt 191 Infektionen mit diesen Viren waren in der ersten Januarwoche in MV gemeldet worden.

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erstellt am 18.Jan.2012 | 09:43 Uhr

Brechdurchfälle haben derzeit Hochsaison. Meist sind Noroviren die Auslöser der fiesen Magen-Darm-Erkrankung. Insgesamt 191 Infektionen mit diesen Viren waren dem Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern (Lagus) in der ersten Januarwoche gemeldet worden. Regionale Schwerpunkte waren Rostock, die Bereiche Bad Doberan und Ostvorpommern sowie - etwas schwächer - Ludwigslust.

"Das ist aber keineswegs eine dramatische Situation", sagt Sprecherin Anja Neutzling. "Die Zeit von November bis März ist traditionell die Zeit der durch Noroviren hervorgerufenen Magen-Darm-Erkrankungen." Im Vergleich zum Jahresbeginn 2011 sei sogar ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Damals gab es in der ersten Januar-Woche 204 Erkrankungen. Insgesamt hatte es im Vorjahr 7134 gemeldete Norovirus-Infektionen gegeben - weniger als 2010, aber deutlich mehr als 2009. Zum Jahr 2010 war die Zahl der Norovirus-Erkrankungen stark gestiegen, während Rotaviren-Infektionen deutlich seltener wurden. Derzeit spielten die Rotaviren, die ebenfalls Magen-Darm-Erkrankungen auslösen, kaum eine Rolle, so Anja Neutzling.

Was sind Noroviren?

Noroviren sind weltweit verbreitet und neben den Rotaviren die häufigsten Erreger von Magen-Darm-Infektionen. Sie lösen beim Menschen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, aber auch Mattigkeit aus. Die Viren wurden um 1970 entdeckt.

In der Umwelt seien Noroviren extrem stabil, informiert das Bundesamt für Risikobewertung (BfR). Sie könnten dort - an Oberflächen, Gegenständen oder Lebensmitteln haftend - mehrere Tage infektiös bleiben. Das Norovirus verändert sich. Es gibt viele verschiedene Typen. Derzeit breite sich in Deutschland ein Virustyp aus, der überdurchschnittlich viele Erkrankungen auslöst, so das BfR.

Wie werden die Viren übertragen?

Die Noroviren werden mit dem Stuhl oder mit Erbrochenem ausgeschieden. Über Schmierinfektion, verunreinigte Gegenstände und Lebensmittel oder virushaltige Aerosole, die während des Erbrechens gebildet und von engen Kontaktpersonen eingeatmet werden, können sich andere Menschen infizieren. Der Erreger ist hoch ansteckend. Schon zehn Noroviruspartikel reichen, um Symptome zu verursachen. Ausbrüche ereignen sich häufig in Gemeinschaftseinrichtungen.

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung, beträgt laut Lagus sechs bis 72 Stunden. Patienten sind aber nicht nur während der Akutphase ansteckungsfähig. Noroviren können schon vor den ersten Symptomen im Stuhl sein und werden in der Regel sieben bis 14 Tage lang ausgeschieden.

Wie werden Erkrankte am besten behandelt?

Behandelt werden nur die Symptome. Eine antivirale Therapie gibt es nicht. "Wichtig ist, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen", informiert das Lagus. Nach dem Abklingen der akuten Symptome soll ein langsamer Kostaufbau erfolgen. Die Erkrankung bleibt meist ohne größere Komplikationen. Nach rund 48 Stunden sind die Symptome in der Regel verschwunden. Bei schweren Verläufen, verursacht zumeist durch extremen Flüssigkeitsverlust, muss rechtzeitig der Arzt konsultiert werden. Kleinkinder, ältere Patienten und Menschen mit weiteren Erkrankungen sind besonders gefährdet.

Gibt es eine Impfung?

Während seit wenigen Jahren gegen Rotaviren geimpft werden kann, gibt es für Noroviren noch keinen Impfstoff. US-amerikanische Wissenschaftler vermeldeten im vergangenen Jahr jedoch, dass sie einem möglichen Impfstoff einen Schritt näher gekommen seien.

Wie kann man sich sonst vor einer Infektion schützen?

Oberstes Gebot ist die Hygiene. So sollten die Hände häufig und gründlich mit Seife gewaschen werden. Das gilt insbesondere nach Kontakt zu Erkrankten und vor der Zubereitung von Mahlzeiten. Salate, Beeren und rohes Gemüse waren in der Vergangenheit an Norovirus-Ausbrüchen beteiligt. Nur starkes Erhitzen vernichtet die Erreger.

Außerdem müssen verschmutzte Toiletten, Waschbecken, Türgriffe, Wände und Böden gründlich gereinigt werden. Dabei sollten am besten Einwegtücher genutzt und anschließend sofort entsorgt werden. Zudem wird empfohlen, Bettwäsche und Handtücher bei mindestens 60 Grad Celsius mit Vollwaschmittel zu waschen.

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