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Ratgeber

20. November 2017 | 01:33 Uhr

Gefahren : Neue Regeln für die Warnhinweise

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ab 1. Juni werden Symbole wie das Ausrufezeichen auf Putzmitteln Pflicht. So sollen Verbraucher Gefahren leichter erkennen.

Es sind nur kleine Zeichen auf der Rückseite einer Flasche, aber sie können Leben retten: Ausrufezeichen auf dem Putzmittel, ein toter Fisch auf einem Spray – es gibt sie schon, aber noch versteht nicht jeder diese Symbole: Laut einer Umfrage des Online-Elternforums der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder weiß nur ein Drittel der Befragten Bescheid. Solche Gefahren- oder Warnzeichen waren früher orange. Seit einigen Jahren setzen die Hersteller auf ein System mit neuen Symbolen. Ab 1. Juni 2015 sind sie Pflicht.

Wofür stehen die

Gefahrensymbole?

Sie informieren über Gefahren, die von dem Umgang mit den Produkten ausgehen können. Gefährliche Eigenschaften sind etwa, dass ein Produkt ätzend, leicht entzündlich oder reizend ist. So kann ein Imprägnierspray für Schuhe ein entzündliches Treibmittel enthalten – ersichtlich an dem Flammensymbol. Oder ein Toilettenreiniger enthält Zitronensäure, die die Haut bei längerem Kontakt reizen kann.

Warum werden die

Symbole verändert?

Die Vereinten Nationen haben ein System zur Kennzeichnung chemischer Stoffe und Gemische festgelegt. Durch das Global Harmonisierte System (GHS) sollen diese Symbole weltweit vereinheitlicht werden.  Darüber hinaus sollen die bisher unterschiedlichen Systeme zur Kennzeichnung beim Transport und der Lagerung einander angenähert werden. Daher werden die neuen Symbole auch eine Rautenform haben – man kennt sie bereits von Zügen oder Transportern, erklärt Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel.

Was ändert sich?

Bisher gab es quadratische Zeichen mit schwarzen Zeichnungen auf orangefarbenem Grund. Die neuen Piktogramme bleiben zwar schwarz, aber der Hintergrund muss weiß sein, das Ganze rot umrandet werden, erläutert die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Und die Symbole stehen auf einer Spitze.

Ein paar der Bilder verändern sich außerdem: Es verschwindet das schwarze X für reizende Stoffe oder für Mittel, die gesundheitsgefährdend sind, wenn man sie verschluckt. Dafür gibt es neu ein Ausrufezeichen – es bedeutet zum Beispiel: Achtung, das Mittel kann die Augen reizen. Ein Symbol mit dem Umriss eines Oberkörpers kann bedeuten, dass eine Gesundheitsgefahr besteht, wenn das Mittel in flüssiger Form in die Lunge gelangt. Produkte, die einen Totenkopf tragen, darf es in Deutschland nicht frei zugänglich in Regalen geben. Für sie gelten besondere Regelungen, zum Beispiel, dass sie nicht an unter 18-Jährige ausgehändigt werden dürfen.

Es kann auch sein, dass ein Produkt jetzt neu ein Warnzeichen tragen muss – ohne dass sich seine Zusammensetzung geändert hat. „Die Regelungen sind strenger geworden“, erklärt Glassl.

Wie kann ich

sichergehen, dass ich

die Risiken richtig

verstehe?

Es steht immer auch eine Erläuterung neben den Symbolen, erklärt Glassl. Etwa: „Verursacht Hautreizungen“. Und es gibt ein Signalwort: „Gefahr“ für höhere Risiken und „Achtung“ für niedrigere Risiken. Viele Hersteller geben auf der Verpackung freiwillig noch Handlungsanweisungen wie Tipps für den Notfall. „Wenn ich unsicher bin, sollte ich den Hersteller kontaktieren“, rät Glassl. Auf den Produkten finden sich meist Servicenummern. Wichtig ist auch zu wissen: Die Warnhinweise beziehen sich immer auf das unverdünnte Produkt.

Ab wann sind die neuen

Symbole Pflicht?

Ab dem 1. Juni 2015 müssen die Warnzeichen für Produkte, die mehr als einen Inhaltsstoff haben, verwendet werden. Das trifft auf viele Wasch- und Reinigungsmittel, Lacke, Farben, Kraft- und Klebstoffe zu.

Seit 2010 gelten die Gefahrenzeichen bereits für Produkte, die nur einen Inhaltsstoff haben – „also zum Beispiel für reines Soda oder reine Zitronensäure, aber auch für Grillanzünder“, erklärt Glassl.

Was, wenn ich noch

Produkte im Handel mit

alten Symbolen finde?

„Sie dürfen noch zwei Jahre lang nach dem Fristende verkauft werden“, sagt Glassl. Nur was ab dem 1. Juni 2015 produziert wird, muss die neuen Abbildungen tragen.

Worauf sollte ich als

Verbraucher beim Kauf

achten?

„Es ist gut, wenn man alle Symbole kennt und beachtet“, betont Susanne Woelk von der Aktion Das Sichere Haus. „Zusätzlich rate ich, die Gebrauchsanweisung auf der Verpackung zu lesen. Wenn ich den Eindruck habe, dass zum Beispiel ein Reinigungsmittel gefährlicher ist, als mir lieb ist, kann ich nach Alternativen schauen.“

Haushalte mit Kindern sollten Produkte mit solchen Warnsymbolen beim Kauf besonders kritisch anschauen und sie sicher lagern. Dazu rät die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder. Putzmittel stehen oft im Schrank unter der Spüle oder auf dem Boden neben der Toilette – Orte, wo Kinder leicht damit spielen können. Am besten haben die Produkte kindersichere Verschlüsse. Und zum Beispiel Putzmittel sollten nie in Getränkeflaschen oder Lebensmittelbehälter umgefüllt werden – das kann zu gefährlichen Verwechslungen führen.

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