Sternenhimmel : Morgendliche Planetenparade

der_sternenhimmel_im_46668123

Sonne, Mond und Sterne im Oktober: Venus übertrifft mit ihrem Glanz alle Gestirne – bis auf den Mond.

svz.de von
30. September 2015, 23:55 Uhr

Der ringgeschmückte Saturn zeigt sich noch in der ersten Oktoberhälfte kurz nach Einbruch der Dunkelheit tief im Südwesten. Er hält sich im Grenzgebiet der Sternbilder Waage und Skorpion auf. Zu Oktoberbeginn geht Saturn kurz nach 21 Uhr unter, am 20. bereits eine Stunde früher. Danach zieht er sich vom Abendhimmel zurück. Im letzten Monatsdrittel bleibt der Abendhimmel ohne helle Planeten. Dafür gibt es am Morgenhimmel einen Aufmarsch der hellen Wandelsterne. Venus und Jupiter halten sich im Sternbild Löwe auf. Zu ihnen gesellt sich der lichtschwächere Mars. Das Planetentrio ist am günstigsten gegen 5 Uhr morgens am Osthimmel zu sehen.

Venus übertrifft mit ihrem Glanz als Morgenstern alle anderen Gestirne – vom Mond abgesehen. Am 26. erreicht sie ihren größten westlichen Winkelstand von der Sonne. Am 8. zieht sie südlich am Löwenhauptstern Regulus vorbei. Jupiter, nach Venus zweithellster Planet am Morgenhimmel, hält sich ebenfalls im Sternbild Löwe auf. Am schwächsten leuchtet noch Mars.

Merkur, der sonnennächste und kleinste der acht Planeten unseres Sonnensystems, bietet vom 10. bis 29. Oktober die einzige Morgensichtbarkeit in diesem Jahr in unseren Breiten. Zur Monatsmitte erreicht er mit nur 18 Grad seinen maximalen westlichen Winkelvorsprung vor der Sonne. Am 10. geht der flinke Merkur kurz nach 6 Uhr morgens auf, am 29. fast eine Stunde später. Um Merkur zu erspähen, ist eine freie Sicht zum Osthorizont erforderlich, da er nur knapp über der Horizontlinie steht, bevor er in der heller werdenden Morgendämmerung verblasst.

Uranus steht am 12. im Sternbild Fische der Sonne genau gegenüber. Der grünliche Planet geht dabei mit Sonnenuntergang im Osten auf, erreicht um Mitternacht seine höchste Position im Süden und versinkt morgens mit Sonnenaufgang unter dem Westhorizont.

Entdeckt wurde er im März 1781 von Wilhelm Herschel mit seinem selbst gefertigten Spiegelteleskop. Ein gutes Fernglas reicht aus, um ihn zu erkennen. Allerdings muss man seine Position unter den Sternen genau kennen. Mit vierfachem Erddurchmesser zählt Uranus zu den Riesenplaneten. Ein Menschenleben lang – nämlich 84 Jahre – benötigt er, um einmal um die Sonne zu laufen. Man sagt daher, ein Uranusjahr entspricht 84 Erdenjahren. Fünf große Monde (Miranda, Ariel, Umbriel, Titania und Oberon) sowie zwei Dutzend Minimonde begleiten Uranus auf seinem langen Weg um die Sonne.

Am 13. tritt um 2.06 Uhr die Neumondphase ein. Die Vollmondposition wird am 27. um 13.05 Uhr im Sternbild Fische erreicht. Einen Tag vorher passiert der Mond seinen erdnächsten Bahnpunkt, wobei ihn 358 460 Kilometer von uns trennen. Mit 406 390 Kilometern Distanz befindet sich unser Nachbar im All am 11. in Erdferne. In der Nacht vom 29. auf 30. wandert der noch fast volle Mond vor dem Sternhaufen der Hyaden vorbei. Dabei bedeckt er Aldebaran, den hellen, orangenen Hauptstern des Stieres. Für den in Deutschland zentralen Ort 50 Grad Nord und 10 Grad Ost verschwindet Aldebaran um 22.50 Uhr hinter dem Mond und taucht um 23.53 Uhr wieder auf. Der Verlauf der Aldebaran-Bedeckung ist ortsabhängig.

Zur abendlichen Be- obachtungsstunde sind inzwischen alle Herbststernbilder in günstige Positionen gerückt. In der westlichen Himmelshälfte dominiert noch das Sommerdreieck. Die Andromeda-Gruppe nimmt fast den gesamten Osthimmel ein. Sie setzt sich aus den Sternbildern Kassiopeia, Kepheus, Andromeda, Pegasus, Perseus und Walfisch zusammen.

Die Sonne wandert am absteigenden Ast ihrer Jahresbahn durch das Sternbild Jungfrau. Um den 20. passiert sie nördlich Spica, den Jungfrau-Hauptstern. Am 23. tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Skorpion. Am 31. wechselt sie abends in das Sternbild Waage. Die Tage verkürzen sich deutlich um fast zwei Stunden, die Mittagshöhe der Sonne nimmt um elf Grad ab.

Nicht vergessen: Am 25. Oktober endet die Sommerzeit. Die Uhren müssen dann um 3 Uhr morgens auf 2 Uhr MEZ zurückgestellt werden.

Autor: Hans-Ulrich Keller

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen