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Mode : Von züchtig bis plakativ: Die Bademodentrends

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach den endlos grauen Tagen sehnen viele die Sonne herbei. Doch mit den Bademodellen dieser Saison wird das Bräunen zur Herausforderung. Denn statt kurz und knapp präsentiert sich die Bademode häufig hochgeschlossen.

Los ging es schon im vergangenen Sommer: Da wurde den Hosen in der Bademode mehr Stoff verordnet. Jetzt ziehen die Designer mit den Oberteilen nach: Hochgeschlossene Bustiertops schaffen es immer öfter in die Läden. Bei anderen Teilen steht das Dekolleté aber noch im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Und auch geschnürte Höschen kommen zurück. Es wird also abwechslungsreich an den Stränden und Pools in diesem Sommer. Auch, was die Bräunungsstreifen angeht.

Denn so mancher Schnitt bringt zwar Abwechslung auf die Sonnenliegen, stellt die Trägerinnen aber vor Probleme, wenn sie Wert auf gleichmäßige Sommerbräune legt. So lassen High Neck-Modelle, eine Art hoch abschließendem Neckholder, das Dekolleté fast ganz bedeckt. Die Schultern und der Rücken bleiben meist frei. Designerin Henrike Blauth vom Netzwerk deutscher Mode- und Textildesigner (VDMD) ist skeptisch, ob sich diese Form durchsetzt. „Frauen wollen ja auch ein braunes Dekolleté“. Die neue Form konkurriert ihrer Ansicht nach mit dem Tankini, also länger geschnittenen Oberteilen, die den Bauch kaschieren. Bei den Kundinnen seien diese bislang noch beliebter.

Der Trend zu mehr Stoff passt zu einer anderen Neuheit der Bademode: dem Scuba-Look, der sich am Taucherdress orientiert. „Da gibt es dann Neopren-Anleihen, Netzeinsätze und farbige Flächenteiler“, erklärt Alexandra von Richthofen von der Branchenzeitschrift Textilwirtschaft aus Frankfurt am Main. Der Scuba-Look wirkt mit eher breit und hoch geschnittenen Hosen und den Bustier-Tops schlicht und sportiv.

High-Neck-Schnitte findet man auch bei Einteilern. Die Badeanzüge werden weiterhin vielfach angeboten, auch wenn sie von jungen Kundinnen kaum getragen werden, beobachtet Cilly Hassenmeier. Sie betreibt in Minden ein Dessous-Geschäft. Neben den klassischen Schwimmanzügen, die es oft mit bunten Mustern gibt, stehen auch elegante Modelle mit Cut-Outs und raffinierten Schnürungen in den Schaufenstern. Die sehen extravagant aus, für lange Sonnenbäder sind sie allerdings problematisch. Denn je ausgefallener die Schnittführung, desto ungewöhnlicher sind auch die Bräunungsmuster.

Insgesamt liegt bei Badeanzügen der Fokus aber auf dem Dekolleté. Betont wird es etwa mit Volants, Schnürungen und verschiedenen Triangelvariationen. „Es gibt viele Wechselmöglichkeiten bei den Trägern“, weiß von Richthofen. Mit ein paar Griffen hat man von gekreuzten Trägern zum Neckholder gewechselt. Das Rennen machen nun wieder Triangel-Tops. „Das passt vom Thema her am besten zu dieser ganzen Ethno-Geschichte“, sagt Designerin Blauth.

Ethno, das heißt bunte und detailreiche Strukturen mit Paisleymustern oder Mexiko-Prints und jeder Menge Verzierungen. Das können Fransenaufnäher sein oder auch Perlen an Bändchen und Verschlüssen. „Das ist ganz 70er Jahre“, sagt Henrike Blauth. Genau wie in der Obermode werden die Trends auch in den Badekollektionen aufgegriffen.

Was die Farben angeht, liegen Kontraste aus schwarz-weiß und blau-weiß im Trend. Sie werden oft auch mit den verspielteren Ethno- oder Paisleymustern kombiniert. Dazu kommt Rot in verschiedenen Schattierungen, zum Beispiel als gedecktes Beerenrot oder Korallenrot. Auch Leo- und Animaldrucke sieht man weiterhin. Neben den klassischen Brauntönen werden sie zum Beispiel in Rotschattierungen variiert, beschreibt Cilly Hassenmeier.

Den farblichen Gegenpart bilden Fotoprints von Unterwasserwelten etwa in Smaragdgrün oder Türkisblau: Korallen, Fischschwärme oder Wellen zieren dann die Badenden. Fotoprints sind auch bei den Männern ein Thema. Segelmotive, City-Skylines oder Palmendrucke sind dabei ebenso möglich wie Tiermotive, zum Beispiel Krebse, Orcas, Seepferdchen oder Papageien.

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erstellt am 29.Mai.2016 | 11:00 Uhr

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