Die perfekten Handschuhe : Nie mehr kalte Finger

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Wenn es frostig ist, werden gerne Fingerhandschuhe oder Fäustlinge übergestreift. Doch längst nicht alle halten warm – wir sagen, worauf Sie achten müssen.

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31. Januar 2016, 09:00 Uhr

Oma mag ja ein sicheres Händchen für Handschuhe haben, aber ihre guten alten Selbstgestrickten stoßen draußen im eiskalten Winter durchaus schon mal an ihre Grenzen. Nicht, dass sie ausgedient hätten, aber im Berufsalltag sind sie eben auch nicht immer gern gesehen und für filigrane Fingerarbeiten gibt es ohnehin Besseres.

Den einen einzigen Handschuh, der überall einen schlanken und vor allem warmen Finger macht, sei es im Businessalltag, beim Skifahren, im Bus auf dem Weg zu Arbeit oder aber beim Fotografieren im verschneiten Wald, gibt es allerdings nicht. Folgende Tipps helfen vielleicht, dennoch die richtige Wahl zu treffen.


Fleece


Beim Fleece gibt es große Unterschiede, was die Qualität und Wärmeleistung betrifft. Hier heißt es also: Unbedingt anziehen und ausprobieren. Fleece hat als kuschelig weiches Material den Vorteil, dass die Finger sich sofort warm anfühlen. Dabei müssen noch nicht einmal die kompletten Handschuhe aus diesem Stoff sein, auch ein Futteral sorgt sofort für wohlige Wärme. Fleece ist leider nicht winddicht und somit können die Finger bei windigerem Wetter zügig auskühlen, es sei denn, ein zusätzlich eingenähtes Windstoppermaterial verhindert dies zuverlässig.

Wer wirklich wasserdichte Handschuhe haben möchte, der sollte darauf achten, dass die Handschuhe mit einer zusätzlichen wasserdichten Membran ausgestattet sind.

Relativ enganliegende Fingerhandschuhe können durchaus chic aussehen, wobei sie in dieser Hinsicht natürlich guten Lederhandschuhen keinesfalls das Wasser reichen können. Wer auf die Optik Wert legt, der sollte darauf achten, dass das eigentlich recht unempfindliche Material möglichst pillingfrei ist, also auf Dauer keine kleinen Knötchen bildet. Auch Haustierhaare sind in der Regel nicht ganz einfach zu entfernen.


Leder


Optisch eine gute Figur machen natürlich ganz klassische Lederhandschuhe, die zudem noch den Vorteil haben, dass Leder winddicht ist und somit schon einmal einer der Hauptfeinde wohli gwarmer Händchen außen vor bleiben kann. Mit einer fachgerechten Imprägnierung wird auch noch der zweite Widersacher warmer Fingerspitzen ausgesperrt: die Feuchtigkeit. Schmutz lässt sich zudem leichter wieder entfernen. Noch ein Vorteil: Alles, was Fingerspitzengefühl erfordert, geht natürlich mit richtig enganliegenden Fingerhandschuhen aus Leder viel besser von der Hand als mit selbstgestrickten Fäustlingen.

Leider gibt es aber auchNachteile: Je enger die Lederhandschuhe anliegen, desto weniger Platz bleibt für warme Innenfutter und isolierende Luftschichten, die ganz entscheidend zur Wohlfühltemperatur beitragen. Dennoch: Für den eleganten und stilvollen Auftritt gibt es trotz heutiger Hightechmaterialien nichts Besseres.


Wolle


Wer an Wollhandschuhe denkt, hat oft zuerst einmal Omas selbstgestrickte Fäustlinge im Kopf. Was verströmt schon mehr Gemütlichkeit? Da werden Kindheitserinnerungen wach – allerdings nicht immer nur schöne. Wollhandschuhe kratzen nämlich gerne einmal, sind nur selten wind- und schon gar nicht wasserdicht – Omas Strickkünste hin oder her. Das muss allerdings nicht sein, denn seit Omas Zeiten hat sich viel verändert. Moderne Fingerhandschuhe aus Wolle können heute ganz schön elegant aussehen. Wollfilze oder wasserdichte Futter und eingenähte Windstopper sorgen für große Wetterfestigkeit. Merinowolle kratzt praktisch nicht, notfalls hilft ein Futteral aus Fleece oder Mischgewebe.

Der natürliche und nachwachsende Rohstoff Wolle hat natürlich den ganz großen Vorteil, dass er sehr warm hält, übrigens auch dann noch, wenn er feucht geworden ist. Reine Schurwolle kann bis zu einem Drittel ihres Eigengewichts an Wasser aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen.


Materialmix und Besonderheiten


All diese Materialien lassen sich klug kombinieren, sodass sich ihre Vorteile ergänzen. Stoff- und Materialmix muss also nicht schlecht sein, ganz im Gegenteil. Selbst Finger- und Fausthandschuhe lassen sich unter einen Hut bringen. Wer ein bisschen sucht, der findet auch Fingerhandschuhe, über die sich bei Bedarf Fäustlingsoberteile klappen lassen. So hat man beides: Fingerhandschuhe für alles, was Fingerspitzengefühl erfordert, und wenn es richtig bitter kalt wird, zieht man halt das Fäustlingsoberteil noch zusätzlich oben drüber.

Apropos drüberziehen: Wer es flexibel mag und auch für verschiedene Anwendungen und Temperaturen gerüstet sein will, der sollte vielleicht einmal über das Zwiebelprinzip nachdenken und mehrere Handschuhe übereinanderziehen. Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Handschuhe nicht zu eng anliegen, damit genügend Platz für isolierende Luftpolster bleibt.


Daunen


Wer bei allen anderen Varianten immer noch friert, der kommt wohl um Daunenfüllungen nicht herum. Die tragen natürlich auch immer mehr oder weniger auf. Nichts hält so warm wie echte Daunen, die allerdings nicht nass werden dürfen, um wärmen zu können. Kunstdaunen beziehugnsweise Hohlfasern haben da den großen Vorteil, dass sie besonders schnelltrocknend sind.

Allerdings hilft die allerschönste Daunenfüllung und das wärmste Futter nichts, wenn man die Handschuhe ausziehen muss, um den Touchscreen des Handys zu bedienen oder auch den Auslöser der Kamera. Aber auch hierfür gibt es besondere Handschuhe. Bei manchen Exemplaren lässt sich der Zeigefinger des Handschuhs separat abklappen, andere verfügen über spezielle Einsätze an den Fingerkuppen, die touchscreengeeignet sind.

Für Sportler gibt es spezielle vorgeformte Winterhandschuhe, die einen Leder- oder Gummieinsatz an den Handflächen aufweisen, um Sportutensilien wie etwa den Skistock sicherer halten zu können.


Beheizte Handschuhe


Nach heizbaren Handschuhen muss man oft erst ein bisschen suchen, manchmal wird man auch nur im Internet fündig. Vor allem dort gilt es aber, auf Qualität zu achten und nicht etwa auf nachgemachte Produktpiraterieware hereinzufallen. Andererseits können heizbare Handschuhe für alle Frierenden eine schöne Alternative sein, denn mit ihnen lassen sich durchaus Innentemperaturen von deutlich über 40 Grad Celsius erreichen.

Dazu wird einfach ein kleiner Akku aufgeladen und in eine spezielle Tasche am Handschuh gesteckt, fertig. Vorteil der Sache: Der Handschuh wird so innerhalb von etwa zwei Minuten richtig kuschelig warm. Nachteil: Der Akku muss zuvor erst einmal geladen werden – und er hält natürlich auch nicht ewig. Je nach gewünschter Heizleistung ist in der Regel nach etwa zwei bis sechs Stunden Schluss mit der elektrischen Wärme. Naja, und aufgrund der Akkus sind diese Handschuhe natürlich auch nicht gerade ein Federgewicht.

Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit, Handschuhe zu beheizen und zwar mit speziellen Heizpads oder sogar mit einem regelrechten Taschenwärmer.


Alternative Taschenwärmer


Taschenwärmer können je nach Bauart und Qualität richtig mollig warm werden, sodass sich die Handschuhe je nach Witterung vielleicht sogar völlig erübrigen. Vor allem die benzinbetriebenen Varianten können recht leistungsstark sein. Sie setzen in der Regel auf eine flammenlose Verbrennung, sodass niemand befürchten muss, sich den Mantel abzufackeln.

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