LEBE!MANN : Der Traum von Mobilität

Der Sealander im Wasser
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Der Sealander im Wasser

Mit dem Camping-Anhänger unterwegs sein und trotzdem keine Einschränkungen in der Mobilität haben. Einfach frei sein.

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26. August 2019, 15:37 Uhr

Mit dem Camping-Anhänger unterwegs sein und trotzdem keine Einschränkungen in der Mobilität haben. Einfach frei sein. Das war die Vision von Daniel Straub, als er anfing diesen Traum zu verwirklichen. Den Sealander. Heute hat er damit seine eigene Firma. Im Interview erzählt er, wie es dazu kam und welcher Moment ihm besonders in Erinnerung geblieben ist.

Einen kleinen Campinganhänger in kürzester Zeit zum Boot umfunktionieren und damit in See stechen. Was für viele nach Zukunftsgedanken klingt, hat Daniel Straub Wirklichkeit werden lassen. Den Ursprung hatte seine Vision in der großen Leidenschaft für mobile Behausungen. „Ich hatte die Idee schon zehn Jahre vor Umsetzung und habe mich immer gefragt, wieso es so ein Produkt noch nicht gibt“, erinnert sich der Geschäftsführer, der 2012 gegründeten Sealander GmbH. Seine Vision war, aus einem Caravan das Maximum an Flexibilität und Freiheit herauszuholen. Im Zuge seiner Diplomarbeit wagte er sich letztlich an die Umsetzung. „Die Anforderungen an den Innenraum sind relativ gleich zu einem normalen Wohnwagen. Man muss sitzen und liegen können, es braucht eine Kochstelle, etwas zum Kühlen und einen Schlafplatz“, fasst der gebürtige Kieler kurz und knapp zusammen. „Die Idee zu haben, sind aber maximal fünf Prozent des ganzen Prozesses“, erklärt der Industriedesigner. Der größte Aufwand sei es gewesen, den Sealander als attraktives Produkt für den Kunden zu entwickeln, der allen Sicherheitsstandards gerecht und auch zugelassen wird. „Dafür braucht es ganz viel Zeit, Know-how, Nerven, Manpower und natürlich auch Geld.“

„Der Unterschied zu einem Campingwagen ist natürlich die Umgebung und damit begannen die technologischen Herausforderungen“, beschreibt er die Anfänge. Die ersten Entwürfe des Sealanders entstanden noch während der Studienzeit. Erst danach suchte sich Daniel Straub Industrie- und Produktionspartner, um mit den ersten Prototypen des Sealander beginnen zu können. Mehr als zwei Jahre dauerte allein dieser Schritt. Weitere drei brauchte es, bis der erste Sealander zur Marktreife weiter entwickelt und für den Kunden angeboten werden konnte. Seine Leidenschaft und der Wille waren jedoch stark genug. Er gab nicht auf und entwickelte den Sealander zusammen mit Partnern zu einem serienmäßigen Produkt, welches noch heute in der Nähe von Schwerin hergestellt wird. Ohne einen großen Vertrauensvorschuss seiner Entwicklungspartner wäre dies wahrscheinlich nie möglich gewesen.

Als der mobilitätsliebende Industriedesigner seinen Partnern und Freunden von der Idee erzählte, gingen die Reaktionen in alle möglichen Richtungen. Von „lass da bloß die Finger von“ bis „wahnsinnig gute Idee“ war alles vertreten. Aber auch Kritik und Rückschläge konnten ihn nicht davon abbringen, an seiner Vision zu wachsen. So erschuf er mit seinen Partnern ein Produkt, das für viele als Symbol der Grenzenlosigkeit und des Ausbrechens aus allen Normen steht. Die Tragweite des Projektes und welche Aufgaben auf ihn zukommen würden, konnte der Entwickler des Sealanders vorher nur erahnen.

Während dieser Zeit konnte sich der Unternehmer auf eines immer verlassen. Seine Familie und sein Umfeld. „Ohne diese Unterstützung wäre es gar nicht möglich, so ein Projekt zu verwirklichen. Besonders auf mentaler Ebene ist das ein großer Vorteil.“ Dadurch schaffte es Daniel Straub, sich nicht von der Angst des Scheiterns besiegen zu lassen, obwohl er sie beinahe wöchentlich hatte. „Euphorie, aufgrund einer spektakulären Pressemeldung und Verzweiflung, weil durch nicht vorhersehbare Komplikationen ein Vertrag geplatzt ist, lagen in der Entwicklung des Sealanders dicht beieinander“, beschreibt der 37-jährige seine damalige Gefühlswelt.

In besonders positiver Erinnerung ist ihm der Moment der ersten Präsentation auf der größten Caravanmesse der Welt, im Jahr 2011 in Düsseldorf, geblieben. „Wir hatten das Produkt erst zwei Tage vorher fertig gestellt. Am Fachbesuchertag war unser Stand ganz vorn aufgebaut, als größte Innovation der Messe. Das war ein unglaublicher Moment.“ Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Von allen Seiten erhielten Daniel Straub und seine Partner positive Resonanzen. Der spektakuläre Start in die Öffentlichkeit war geglückt und der Industriedesigner gab innerhalb eines Tages sein erstes und sein fünfzigstes Fernsehinterview. Der Sealander war auf einen Schlag weltweit bekannt. Anfragen aus allen Ländern gingen bei Daniel Straub ein. „Es gab zu diesem Zeitpunkt aber nicht einmal die Firma“, erklärt er die Herausforderungen nach der Präsentation. Erst zwei Jahre später war die GmbH an dem Punkt, serienmäßig verkaufen zu können. Viele der Kunden, die am ersten Tag kaufen wollten, waren da schon längst abgesprungen.

Heute hat sich die Firma von Daniel Straub am Markt etabliert. Natürlich gab es mit der Zeit auch Kopien aus anderen Ländern. Was sein Produkt aber so besonders macht, fasst er kurz und knapp zusammen: „Der Sealander schafft Lebensqualität. Ein emotionales Produkt, welches völlig neue Möglichkeiten und Flexibilität für ein unvergessliches Erlebnis bietet.“ Sein Wunsch für die Zukunft ist, dass der Sealander ein Symbol für Grenzenlosigkeit wird und sich noch viele weitere Kunden sich ein Stück Freiheit kaufen.

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