LEBE!MANN : Der ganz große Fang

Kai-Uwe Trolldenier beim Angeln in Norwegen
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Kai-Uwe Trolldenier beim Angeln in Norwegen

Nirgends auf der Welt lässt es sich besser Angeln als in Norwegen. Der Meinung ist auch Kai-Uwe Trolldenier.

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26. August 2019, 15:39 Uhr

Nirgends auf der Welt lässt es sich besser Angeln als in Norwegen. Der Meinung ist auch Kai-Uwe Trolldenier. Schließlich fährt er selber seit gut 20 Jahren in den Norden, um die größten und schwersten Fische an Land zu ziehen. Im Gespräch erklärt er, was die Faszination am Angeln ausmacht und wann er seinen größten Fang aus dem Wasser zog.

Stille. Ein paar Grillen zirpen in der Ferne. Das Wasser schwappt hin und wieder leicht gegen die Wände des Bootes. Zeit spielt keine Rolle. Einfach den Moment genießen. So stellt sich jeder einen Angeltag in Norwegen vor. Der Schweriner Rechtsanwalt Kai-Uwe Trolldenier weiß, genauso ist es auch. Jedes Jahr fährt er mit seinen Freunden nach Norwegen, um dort eine Woche lang ihrem liebsten Hobby nachzugehen - dem Angeln. Seine Leidenschaft dafür entdeckte er schon als kleines Kind. „Mit meinem Bruder habe ich damals mit einer Stippe aus Schilf geangelt und wir hatten einen Karpfen dran, der für uns damals natürlich riesig war. Aber rausbekommen haben wir ihn nicht“, erinnert er sich. Da war Kai-Uwe Trolldenier gerade einmal 10 Jahre alt. Bis heute ist diese Faszination zum Angeln geblieben.

Während seines Jurastudiums in Berlin gestaltete sich das Angeln schwierig. Zu dieser Zeit brach der Rechtsanwalt das erste Mal mit Freunden nach Norwegen auf. „Wir waren in Bergen und haben in einem Fjord geangelt. Damals noch mit Pose und Wurm.“ Einen Fisch fing der damals junge Student damit nicht. Erst als der blanke Haken im Wasser hing, bissen sie ohne Pause. Die Leidenschaft war geweckt. „Man schmeißt einfach die Angel mit einem kleinen Gummiköder ins Wasser und hat fast immer einen Fisch dran“, begründet er seine Leidenschaft für Norwegen. Seitdem geht es jedes Jahr auf die Versteralen, eine Inselgruppe, die ca. 300 Kilometer nördlich des Polarkreises liegt, um dort mit Freunden und Familie im Godfjord zu angeln. Natürlich versucht der Angelfreund auch hin und wieder aus den Schweriner Seen einen Fisch zu ziehen. Seine große Leidenschaft ist das aber nicht. „Ich will die Großen haben und die gibt es halt in Norwegen.“

Sobald die Köder dann im Wasser sind, kommt bei jedem der Wettbewerbsgedanke auf. Jeder will den größten und schwersten Fisch an Land ziehen. „Aber man freut sich natürlich auch, wenn ein Kumpel etwas Großes gefangen hat.“ Seine Faszination hat ihren Ursprung in zwei gegensätzlichen Eigenschaften. „Ich mag die Ruhe aber auch das Adrenalin, wenn man einen großen Fisch an der Angel hat.“ Seinen persönlichen Rekord stellte der Rechtsanwalt 2014 auf. In Norwegen hatte er einen 42 Kilogramm schweren Heilbutt an der Angel. Eine knappe Stunde dauerte es, bis der Fisch endlich aus dem Wasser war. „Man ist geschafft, aber das ist schon Adrenalin, wenn alle aufhören zu Angeln und nur auf dich achten.“ Beim reinen Fangen bleibt es natürlich nicht. Der Fisch wird noch am selben Tag zubereitet und gegessen. „Frischer geht es nicht und das ist einfach lecker.“

Für sein Equipment gibt er gern auch mal mehr Geld aus. „Geld spielt natürlich eine Rolle, aber du kannst auch mit einer 20 Jahre alten Angel Fische fangen. Für die ganz Großen muss es dann aber schon etwas mehr sein.“ Beim Suchen nach neuem Material, sieht er eine Parallele zu Frauen. „Wir sind dann da ein bisschen wie Frauen beim Schuhe kaufen. Wir fühlen uns da wohl und halten uns in so einem Angelshop auch mehrere Stunden auf.“ Damit ist es aber bei Weitem nicht getan. „Jeder muss ein bisschen an seiner Ausrüstung arbeiten und sie pflegen.“ Am Ende soll der große Fang natürlich nicht daran scheitern, dass das Material versagt. Zu einer guten Ausrüstung gehören laut Kai-Uwe Trolldenier unbedingt eine gute Rolle, gute Schnur und qualitativ hochwertige Haken. „Was du letztendlich vorne dran hängst, das ist eine Philosophie und da kannst du mit Anglern stundenlang drüber reden.“

Ein Problem mit dem Erlegen des Fisches hatte er aber nie. „Das gehört seit Kindstagen dazu. Wenn die riesigen Fische dann aber harpuniert werden, das finde ich nicht mehr artgerecht.“ Eine gewisse Anspannung ist dennoch bei jedem Fisch dabei. „Besonders bei großen Steinbeißern. Wenn da der Finger in das Maul gerät und der zubeißt, dann ist der durch. Da haben wir dann auch ein bisschen Schiss“, gibt er lachend zu. Wie die Fische richtig und vor allem schnell erlegt werden, haben ihm die Norweger gezeigt. „Ich habe fast alle Techniken von Norwegern gelernt, weil die wissen, wie es richtig geht.“

Was es ansonsten für einen gelungen Angelurlaub braucht? „Gute Kumpels, Spaß an der Sache und die Ruhe haben, auf den Fisch zu warten.“

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