Mailänder Modekollektionen : Farbenspiel in Retro

dpa_148cb40066fc4710
1 von 4

Bei den Mailänder Modekollektionen blühen die 70er Jahre wieder auf, zeitgenössisch interpretiert. Die Designer greifen wieder zu Farben und Naturfasern.

von
13. März 2015, 14:45 Uhr

Geht es nach der Mailänder Mode, geht die Frau mit ebenso bunter wie eigenwilliger Eleganz in den kommenden Herbst und Winter. Nach New York und London hat der Mode-Marathon nun in Mailand Halt gemacht. Insgesamt 70 große Shows gehen über den Laufsteg. Mailand ist trendsetzend, denn in keiner anderen Modemetropole findet man so viele Stilisten. Auch, weil sie anders als ihre Kollegen in London weniger auf Konfrontationskurs gehen: Tragbar und verkäuflich müssen die Kreationen sein.

Mit der neuen Saison läuten die Modeschöpfer das Ende einer Ära ein. Nach Jahren schwarzer Kollektionen erlebt die gesamte Farbpalette eine Renaissance. Besonders Naturfarben stehen in der kommenden Saison hoch im Kurs. Von Gucci bis hin zum verspielten Moschino, aber auch Prada – alle haben ihre Kollektionen in Farbe getaucht und mit bunten Dekors verziert.

Den Auftakt damit machte Alessandro Michele, Guccis neuer Kreativdirektor. Dieser wählte bewusst, und für diesen Luxusbrand eher ungewöhnlich, einen lässigen Streetstyle. Seine Models defilierten in durchsichtigen Schluppenblusen, Rüschenkleidern mit Leggins kombiniert oder Pullundern und Militärmänteln mit schrägen Schnitten. Alles in kräftigem Magenta, zartem Himmelblau und leichtem Pastellgrün, gehalten. Kein einziges seiner Stücke war schwarz.

Auf Romantik setzte stattdessen Alberta Ferretti. Seine Models trugen bedruckte bodenlange Seidenkleider, Brokatmäntel und Pelze, deren gebrannte Farben an die Kostüme von Tilda Swinton im Film „Orlando“ erinnerten.


Zurück zum Pelz


Pelz steht wieder hoch im Kurs, ob als Mantel oder nur als Detail. Ebenso Naturfasern wie Wolle und Seide, mit viel Handarbeit und glitzernden Dekorationen bestickt. Es ist eine der großen italienischen Kunstfertigkeiten, auf die man sich nun wieder besinnt. So auch die junge Stella Jean, die als aufstrebendes Talent gefeiert wird. Ihre rosa Maxi-Männermäntel, kombiniert mit Seidenfoulard-Hosenanzügen in Regenbogenfarben, sind ein Hommage an ihre Heimat Haiti. Gleichzeitig spielt sie mit den Einflüssen der Globalisierung, aus der sie ihre Kreativität schöpft.

Wie schon in London, lassen sich aber auch in Mailand keine wirklich klaren Trends ablesen. Also heißt es weiter „Back to the Seventies“. Damals war es die Ölkrise, heute sind es die Staatschulden, die das Gemüt bedrücken. In der Modewelt will man den Blick aber wieder nach vorne richten. Wie das geht, zeigt Moschino: Vom Sweater zum Minirock bis hin zu den Daunenjacken, setzt das Label auf knallige Farben und Verzierungen mit Disneyfiguren.

Sehr sinnlich kam stattdessen Max Maras Kollektion über den Laufsteg: Empfangen wurde man von einer Reproduktion des berühmten Fotos von George Barris aus dem Jahr 1962, mit einer verträumten Marilyn am Strand, die nur einen übergroßen Cardigan trägt. Pradas Maxi-Mäntel, Bustierkleider aus Alpaka und langen Strickoberteile waren alle ein Tribut an die Hollywood-Diva.

Als Outsider in diesem Formen- und Farbenspektakel präsentierte sich der deutsche Philipp Plein, der für seine Show sogar eine Achterbahn aufstellen ließ. Seine Models waren ausschließlich in Schwarz und Weiß, mit Lack, Leder und Pelz bekleidet. Ganz aus der Mode kommt Schwarz eben doch nie.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen