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Nagellack-Trends im Herbst : Erdiges Weinrot in Mandelform

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Jetzt sind auf den Nägeln dunkle Farben, Struktureffekte und grafische Muster angesagt.

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Weinrot schimmern die Nägel im Herbst. Denn die Farbe passt perfekt zur erdigen Herbst-Kleidung, sagt Sabrina Siebert, Nageldesignerin in Berlin. Die Trendfarbe des Jahres ist Marsala, ein warmes Bordeauxrot. Auch ein dunkler Grauton oder ein dunkles Blau sehen im Herbst elegant aus. Für Frank Schäberle vom VKE-Kosmetikverband sind pudrige Töne wie Rot oder Nude mit beerigen Farbakzenten im Herbst und rockige Töne wie Schwarz, Metallic-Grün und dunkles Violett im Winter klar im Kommen.

Ab Januar sind dann hellere Farben in Mode. Pünktlich zum Skiurlaub haben die meisten Nagellackträgerinnen genug von dunklen Farben. Dann gehe der Trend zu Weiß mit Glitzer und Schneeflocken, sagt Siebert, die mehrere Meisterschaften im Nageldesign gewonnen hat.

Farben en bloc
Die Lacke kommen dabei aber nicht einfach so auf die Nägel: Color Blocking ist das Stichwort. Nagellackträgerinnen experimentieren hier mit verschiedenen Farben und Mustern. Zum Beispiel schachteln sie abstrakte grafische Muster wie Quadrate und Dreiecke in zwei oder drei Farben ineinander. Für trendige Designs lassen sich farbige Lacke mit metallischen kombinieren und mit Glitzereffekten aufpeppen, sagt Dirk Täuber, Redakteur der Zeitschrift „Beauty Forum Nailpro“.

Neuartige Effekte lassen die Lackierung samtig-seidig oder lederig erscheinen. „Matte Lackierungen mit eleganten Struktureffekten sind für diesen Herbst und Winter ein Must-Have“, sagt Schäberle. Das Design sollte aber nicht zu üppig sein. Strass-Steine etwa schmücken nur wenige Finger, nicht gleich alle. Zur Weihnachtszeit sei das Highlight, nur den Ringfingernagel gold zu lackieren, sagt Siebert.

Bei der Nagelform setzt sich ein Trend fort: Mandelform und kurz getrimmte Nägel sind weiterhin sehr beliebt. Wahlweise können Frauen eine weiße Spitze lackieren oder die Spitzen naturweiß belassen.

Geiz ist nicht geil
Beim Nagellackkauf rät Siebert, keinen allzu billigen Lack zu nehmen, denn hier sei häufig die Haltbarkeit kürzer und die Deckkraft niedriger. Bei den Inhaltsstoffen können Kundinnen auf sogenannte „free“-Lacke setzen, die weniger bedenkliche Stoffe wie Weichmacher und Lösungsmittel enthalten. „3 free“-Lacke verzichten etwa auf Phthalate, Toluol und Formaldehyd, „5 free“ außerdem auf Formaldehyd, Harze und Campher. Grundsätzlich unterliegen aber alle Lacke der EU-Kosmetikverordnung und werden streng geprüft, beruhigt Täuber.

Ist der passende Lack gefunden, sollte er nicht direkt auf die Nägel wandern. Erst heißt es, Hände oder Füße zu waschen und desinfizieren.

Hygiene ist wichtig, um Nagelpilz und bakteriellen Infektionen vorzubeugen. Vorher zu baden oder zu duschen sei ungünstig, da die Nagelplatte aufquillt und der Lack später abplatzt, erklärt Täuber.

Und so bringen Nagellackträgerinnen ihre Nägel in Form: Zunächst feilen sie die Nägel mit einer Sandpapier- oder Glasfeile und schieben die Nagelhaut leicht zurück. Dann wird der Nagel mit einem Buffer, einem viereckigen Feilblock, ohne Druck angeraut, um Verfärbungen zu entfernen und die Haltbarkeit des Lacks um ein bis zwei Tage zu erhöhen. Zum Unterlack haben die Experten unterschiedliche Meinungen: „Ein Unterlack kann, muss aber nicht“, sagt Siebert. Denn er brauche lange zum Aushärten und verlängere die Haltbarkeit nicht. Täuber rät dagegen zu einer dünnen Schicht Unterlack, da er Unebenheiten ausgleiche und zur besseren Haftung beitrage.

Danach werden alle zehn Fingernägel nacheinander zwei- bis dreimal lackiert. „Lieber mehrmals sehr dünn statt einmal zu dick“, sagt Schäberle. Vor dem Auftragen des Lacks sollten Frauen den eingetauchten Pinsel nur an einer Seite abstreichen und mit dem Tropfen am Pinsel in einem flachen Winkel erst mittig und dann rechts und links des Nagels glatt ziehen, von der Nagelhaut bis zur -spitze. Nach einigen Minuten Trockenzeit werden die Nägel mit einem Klarlack oder anderem Top Coat überzogen, um die Haltbarkeit zu verlängern.

Glitzer kaschiert Kratzer
Der Top Coat kann auch nach ein bis zwei Tagen noch einmal dünn auf die Nägel – besonders beim Naturnagel, auf dem Lack weniger lange hält als auf einem Kunstnagel. So sieht der Lack länger frisch aus, außerdem verhindern Frauen mit dieser Schicht das Abwetzen. Kleine Lackschäden lassen sich kaschieren, indem sie etwas Glitzer auf den Nagel oder den Nagelrand geben und dann Klarlack auftragen.

Eine Alternative zu klassischen Nagellacken sind UV-Lichthärtende Lacke, die im Nagelstudio angeboten werden und auf den Fingernägeln bis zu 14 Tage lang halten, sagt Täuber. Von selbstklebenden Nagelpads aus der Drogerie rät Siebert ab. Dann entstehe schnell Nagelpilz und Grünspan, wenn sich Feuchtigkeit und zusätzlich Bakterien unter der Folie sammeln. Wenn sich der Nagel mit Feuchtigkeit vollzieht, kann er sich sogar vom Nagelbett ablösen. Sobald ein erster Verdacht auf Nagelpilz besteht, sollten Betroffene sofort zum Hautarzt gehen, sagt Täuber.

Zum Ablackieren empfiehlt Siebert fusselfreie Zellstofftupfer. Den Tupfer, der mit azetonfreiem Nagellackentferner getränkt wird, halten Frauen auf den Nagel und wischen mit Druck in Richtung Nagelspitze. So ist der Lack mit einem Schwung weg und die Fläche frei für Neues.

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