Geld fürs Studium : Miete, Mensa, Möbel

Damit das Geld im Portemonnaie reicht, sollten Jugendliche frühzeitig die Finanzierung ihres Studiums planen.
Damit das Geld im Portemonnaie reicht, sollten Jugendliche frühzeitig die Finanzierung ihres Studiums planen.

Vor der Überlegung, was man studieren soll, steht für manche die Frage: Kann ich mir ein Studium überhaupt leisten?

svz.de von
16. August 2016, 14:28 Uhr

Das Studium ist der Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Meist ist dieser Schritt auch finanziell einschneidend: Denn neben Anschaffungskosten etwa für Möbel müssen Studenten auch regelmäßige Ausgaben begleichen – etwa für Essen, Fahrtkosten, Kleidung, Krankenversicherung, Telefon und Internet.

Im Schnitt brauchen Studenten nach Daten des Deutschen Studentenwerks (DSW) für ihren Lebensunterhalt 794 Euro pro Monat.

„Die Wohnkosten sind natürlich überall unterschiedlich“, erklärt Bernhard Börsel vom DSW. Die meisten Studenten erhalten von ihren Eltern finanzielle Unterstützung – nach DSW-Angaben gilt das für 87 Prozent. „Bei der Ausbildung sind Eltern zu Unterhaltszahlungen gesetzlich verpflichtet“, sagt Börsel. Dafür erhalten sie vom Staat Kindergeld und Steuerfreibeträge.

Doch auch wenn die finanziellen Mittel oder das Ersparte nicht ausreichen, muss das Studienvorhaben nicht scheitern. „Es gibt zahlreiche Finanzierungsmöglichkeiten, die von der staatlichen Förderung wie Bafög über Stipendien bis hin zu Studienkrediten reichen“, sagt Madlen Müller von der Verbraucherzentrale Sachsen. „Für eine realistische Finanzplanung sollten Jugendliche ihre Ausgaben möglichst detailliert aufschreiben und dann den Einnahmen gegenüberstellen“, rät Müller. Außerdem sollten Studieninteressierte mit der Budget-Planung frühzeitig beginnen – etwa drei Monate vor dem Semesterstart. Das ist besonders wichtig, wenn sie staatliche Zuschüsse wie Bafög beantragen. „Der Auszahlungszeitpunkt hängt vom Datum der Beantragung und dem Ausbildungsbeginn ab“, sagt Börsel. Die Bearbeitungszeit für einen Antrag dauere in der Regel sechs Wochen.

Der Bafög-Förderungsbetrag wird individuell berechnet und variiert zwischen 10 und 735 Euro pro Monat. Ob Studenten Anspruch auf Bafög haben, ist abhängig vom Einkommen der Eltern sowie vom Einkommen und dem Vermögen des Studenten. Börsel nennt einen groben Richtwert für eine Familie mit einem Kind und einem Hauptverdiener: Die Vollförderung – also den Höchstsatz – bekommen Studenten, wenn die Eltern ein Jahresnettoeinkommen von bis zu 20 580 Euro haben. Keinen Anspruch haben Studenten in der Regel, wenn die Eltern pro Jahr mehr als 38 004 Euro netto verdienen. Der Vorteil von Bafög: Studenten müssen nur die Hälfte des zinslosen Staatsdarlehens zurückzahlen – jedoch nie mehr als 10 000 Euro.

Wer kein oder nicht ausreichend Bafög erhält, kann sich einen Nebenjob suchen. Doch Vorsicht: Die Tätigkeit sollte die Studienzeit nicht unnötig verlängern. Besser sei es, einen studiennahen Job oder ein Praktikum zu wählen, dann können Studenten zusätzlich Berufserfahrung sammeln, sagt Börsel.

Unabhängig vom Bafög können Studenten einen Bildungskredit in Anspruch nehmen. Er wird unabhängig vom eigenen Einkommen ausgezahlt.

Zinslose Darlehen bietet etwa die Kfw-Bank an. Auch viele Banken vergeben spezielle Studienkredite. Beim Vergleich der Konditionen helfen kostenlose Kreditrechner beispielsweise der Verbraucherzentralen sowie der Studienkredite-Vergleich des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE).

Grundsätzlich gilt: „Einen Kredit aufnehmen sollte die letzte Option sein“, sagt Müller. Denn hierbei bestehe die Gefahr, dass man nach dem Studium auf einem Schuldenberg sitzt. Somit sollte dies nie die ausschließliche Form einer Studienfinanzierung sein.

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