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Sicherheit für zuhause : Mehr Schutz gegen Einbrüche

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Einbau von neuen Schlössern, Fenstern und Alarmanlagen wird künftig von der Bundesregierung mit bis zu 2000 Euro bezuschusst.

svz.de von
erstellt am 27.Okt.2015 | 06:30 Uhr

Mehr Sicherheit gegen Einbrecher: Die Große Koalition will nach Informationen unserer Berliner Redaktion mit einem neuen Programm den Einbau von neuen Schlössern, Fenstern oder Alarmanlagen fördern und so den Schutz von Wohnungen und Häusern verbessern. Schließlich geht aus Studien hervor, dass in 70 Prozent der Fälle Wohnraum nicht mit zusätzlicher Technik geschützt ist.

„In wenigen Wochen“ solle das Programm starten. Dann könnten erste Anträge auf Förderung gestellt werden, wurde gestern in Koalitionskreisen bestätigt. Berechtigt sind den Angaben zufolge sowohl Eigentümer als auch Mieter von Wohnungen und Häusern.

Der Zuschuss soll bis zu 2000 Euro betragen und auf zehn Prozent der Investitionssumme beschränkt bleiben. Dafür stehen im kommenden Jahr sowie 2017 und 2018 jeweils zehn Millionen Euro zur Verfügung.

Bereits Ende August hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages grundsätzlich grünes Licht gegeben – doch hinter den Kulissen waren die Details da noch unklar. Jetzt seien alle notwendigen Fragen geklärt, hieß es gestern in Koalitionskreisen. Die Förderung werde „angedockt“ an ein bereits bestehendes Programm für „Altengerechtes Wohnen“. Die Anträge auf Förderung müssten bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gestellt werden und würden nach dem „Windhundprinzip“ bearbeitet. Im Klartext: Solange Geld im Topf ist, können Mittel genehmigt werden.

Bereits jetzt gibt es die Möglichkeit, bei der KfW Kredite und Zuschüsse für die Einbruchsicherung zu beantragen – allerdings nur in Zusammenhang mit altengerechtem Umbau oder energetischer Sanierung von Wohnraum. Das neue Programm der schwarz-roten Koalition dient nun als Ergänzung.

Union und SPD reagieren mit den neuen Fördermöglichkeiten auf die Entwicklung der Einbruchskriminalität in den letzten Jahren. In Deutschland wird gegenwärtig im Schnitt alle vier Minuten in ein Haus oder eine Wohnung eingebrochen: Die Zahl der Einbrüche war im Jahr 2014 auf 152000 gestiegen – der höchste Stand der letzten 15 Jahre, 1,8 Prozent mehr als 2013. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft
(GDV) übernahmen die Hausratsversicherer im vergangenen Jahr Einbruchschäden von 490 Millionen Euro, zehn Millionen Euro mehr als im Jahr 2013. Die durchschnittliche Schadenssumme beträgt 3250 Euro je Einbruch. Nach einer Studie der nordrhein-westfälischen Polizei scheitern die Täter bei fast jedem zweiten Einbruchsversuch an Sicherungseinrichtungen. Doch offenbar schützen sich Mieter und Eigentümer noch zu wenig.

Polizei-Praktiker sehen jedenfalls dringenden Handlungsbedarf. „Das Programm ist ein wichtiger Baustein in der Einbruchprävention“, erklärte Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), gestern. „Einbrecher brechen oft schon nach wenigen Minuten ab, wenn es ihnen nicht gelingt, in die Wohnung oder das Haus einzudringen.“ Personalmangel und fehlende Präsenz der Polizei auf den Straßen würden jedoch dazu führen, dass es Einbrecher leicht hätten.

Wendt setzt daher auf eine stärkere Eigeninitiative von Eigentümern und Mietern: Eine bessere Sicherung von Wohnungen und Häusern könne helfen, die Zahl der vollzogenen Einbrüche zu verringern.

Autor: Rasmus Buchsteiner

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