Finanzen 2017 : Mehr Netto für alle?

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Neues Jahr, neue Belastungen und Entlastungen: Das ändert sich 2017 bei Kindergeld, Steuern und Beiträgen

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30. Dezember 2016, 05:00 Uhr

2017 bringt Änderungen bei Steuern und Abgaben: Während die Sozialbeiträge steigen und die Beitragsbemessungsgrenzen angehoben werden, wird es an anderer Stelle Entlastungen geben – etwa beim Kindergeld und bei den Steuerfreibeträgen. Was kommt nächstes Jahr auf Steuer- und Beitragszahler zu? Mehr Netto für alle? Hintergründe von Rasmus Buchsteiner zu den Auswirkungen der Änderungen.

Was ändert sich bei Kindergeld und Freibetrag?
Das Kindergeld wird 2017 um zwei Euro monatlich angehoben. Bisher liegt es bei 190 Euro je Monat für die ersten beiden Kinder, 196 Euro für das dritte und je 221 Euro ab dem vierten Kind. Die Erhöhung geht zurück auf die Anpassung des steuerfreien Existenzminimums, das die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts verlangt. Der Kinderfreibetrag, bislang 7248 Euro, steigt auf 7356 Euro.

Was tut sich bei den Sozialversicherungen?
Die allgemeinen Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung bleiben 2017 unverändert. Für die Gesundheit wird darüber hinaus ein durchschnittlicher Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent fällig, der aber je nach Kasse variiert. Zur Finanzierung der Pflegereform, die am 1. Januar startet, wird der Beitrag um 0,2 Prozentpunkte angehoben. Zudem werden die Beitragsbemessungsgrenzen erhöht, was grundsätzlich zu höheren Belastungen für Gutverdiener führt.

Was ändert sich bei der Steuer?
Der Grundfreibetrag – der Betrag, ab dem die Einkommensteuer greift – wird angehoben. Und zwar um 168 Euro auf 8820 Euro. Paare, die gemeinsam veranlagt sind, erhalten den doppelten Grundfreibetrag. Zudem gibt es im kommenden Jahr geringfügige Veränderungen beim Steuertarif: Die Eckwerte werden um zirka 0,73 Prozent ausgeweitet.

Wie wirken sich die Änderungen aus?
Ledige Kinderlose in Westdeutschland mit Bruttoeinkommen zwischen 1000 und 6000 Euro monatlich werden im kommenden Jahr um 20 bis 100 Euro entlastet.
Im Osten sind es bei Einkommen zwischen 1000 und 5000 Euro bis zu 99 Euro mehr im Portemonnaie. Paare im Westen, die gemeinsam veranlagt werden, und bei denen der eine 1000 bis 6000 Euro erhält und der andere 500 bis 2500 Euro, können für das Jahr 2017 mit einer Entlastung um bis zu 204 Euro rechnen. Das Gleiche gilt für gemeinsam veranlagte Paare im Osten, bei denen der eine bis zu 5500 Euro verdient und der andere bis zu 2500 Euro.

Gibt es auch Verlierer?
Die Steuerentlastung um rund zwei Milliarden Euro, die 2017 greift, reicht nicht aus, um alle Steuerzahler davon profitieren zu lassen. Erklärung: Die Steuerentlastung wird bei manchen „aufgefressen“ durch höhere Sozialabgaben. Wegen der höheren Beitragsbemessungsgrenzen steigen die Belastungen für Gutverdiener. Besonders stark ausgeprägt ist das Phänomen im Osten, weil die Bemessungsgrenze für Renten- und Arbeitslosenversicherung dort stärker angehoben wird als im Westen. Nach Berechnungen des Berliner Steuerexperten Frank Hechtner, die unserer Redaktion vorliegen, müssen im kommenden Jahr praktisch alle Arbeitnehmer mit mehr als 5700 Euro Einkommen mit Einbußen rechnen – und zwar um bis zu 183 Euro.

 

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