Gesund durch den Winter : Vitamine und Fett gegen die Kälte

Väterchen Frost hält die Region in seinem festen Griff. Die Temperaturen sanken bis auf minus 15 Grad Celsius. Auch in den kommenden Tagen und Nächten verharrt die Quecksilbersäule unter dem Gefrierpunkt. SVZ fragte Experten, was unsere Leser bei der Eiseskälte für ihr Wohlbefinden tun können.

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07. Januar 2009, 01:12 Uhr

Lübz/Goldberg/Plau am See | Regina Deyda staunte gestern morgen, als sie auf das Thermometer in ihrem Garten blickte. "Zwischen acht und halb neun zeigte das Quecksilber minus 15 Grad an", berichtet die Lübzerin. Die Eldestadt ist kein Einzelfall, für Goldberg meldete der Deutsche Wetterdienst gestern eine Tiefsttemperatur von minus 13 Grad Celsius. "Das ist ganz schön kalt, aber wir haben auch schon andere Winter erlebt", erinnert sich die 50-Jährige an das Schneechaos in den Jahren 1978/79 und 1986. Gestern Nachmittag zeigte das Thermometer noch minus fünf Grad. Trotz der eisigen Temperaturen bleibt Regina Deyda nicht in der Wohnung, sondern geht an die kalte Luft. "Man muss sich nur richtig warm anziehen. Es gibt kein falsches Wetter, sondern nur die falsche Kleidung", sagt sie.

Vitamine und zweimal wöchentlich SeefischDen Aufenthalt an der frischen Luft empfiehlt auch Winnie Becker. Die Pharmazie-Ingenieurin hält aber noch weitere Tipps parat, um gesund durch den Winter zu kommen. "Eine ausgewogene Ernährung ist sehr wichtig. Viel Obst und Gemüse sowie zweimal wöchentlich Seefisch sollten gegessen werden", sagt sie. Mit hochdosierten Vitaminpräparaten aus der Apotheke könne einer Erkältung ebenfalls vorgebeugt werden. Die Apotheken der Region halten Präparate in einer großen Vielfalt bereit. Besonders beliebt ist die "Heiße Zitrone". Wer sich mehr der Naturheilkunde verschrieben hat, dem empfiehlt Winnie Becker Holunderbeersaft.

Künstlicher Harnstoff gegen trockene HautPetra Böhm hält in der kalten Jahreszeit spezielle Tipps für die Hautpflege bereit: "Die Haut sollte jetzt nicht mehr mit Feuchtigkeitscreme gepflegt werden. Statt dessen sollten fettigere Cremes verwendet werden", empfiehlt die Kosmetikerin aus Plau am See. Bei den eisigen Temperaturen können die Feuchtigkeitskristalle gefrieren, so der empfindlichen Haut noch mehr schaden, anstatt ihr den gewünschten Schutz zu verleihen. "Ohnehin schon trockene Haut rötet dann noch stärker", erklärt die Expertin. Besonders die Menschen, die draußen arbeiten, sollten Gesichts- und Handcreme griffbereit haben, um ihre Haut mehrmals täglich einzureiben. Auch die Lippen brauchen jetzt eine Extraportion Schutz. "Fettstifte und Lippenbalsam dienen der Pflege. Sie verhindern, dass die Lippen spröde werden und aufreißen", sagt Petra Böhm. Auch die Behandlung ihrer Kunden passt die Kosmetikerin dem Wetter an. "Zum Abschluss einer Behandlung verwende ich jetzt Packungen mit einem höheren Fettanteil", verrät sie. Außerdem empfiehlt Petra Böhm Hand- und Fußcremes mit so genanntem Urea, einem künstlich gewonnenen Harnstoff. "Die Cremes sind noch recht neu, werden aber inzwischen vermehrt eingesetzt", sagt die Kosmetikerin.

Tiefausläufer bringt Schnee und SchneeregenDass die Expertentipps auch in den kommenden Tagen wertvoll sein können, verspricht ein Blick auf die Wettervorhersage. Noch bis zum Wochenende werden sich die Witterungsbedingungen kaum ändern. Es bleibt frostig, sagt Norma Liefke vom Deutschen Wetterdienst in Potsdam. "In der Nacht zu Donnerstag sinken die Temperaturen auf minus drei bis minus zehn Grad. Dann ist es teilweise bewölkt mit vereinzeltem Schneefall. Vormittags scheint zwar die Sonne, doch es bleibt kalt", prognostiziert die Diplom-Meteorologin. Zum Wochenende ändert sich die Wetterlage. "Ein Tiefausläufer kommt aus Richtung Westen", sagt Norma Liefke. Dieser bringt Niederschläge in Form von Schnee oder auch Schneeregen. Tagsüber zeigt das Quecksilber null bis vier Grad Celsius an. Da die Temperatur in den Nächten wieder unter den Gefrierpunkt fällt und der Boden ohnehin noch gefroren ist, müssen sich Autofahrer auf Rutschpartien zum Wochenausklang einstellen.

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