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Gesundheitstipps : Video: Wenn’s kribbelt und kratzt

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Wann und wie sich eine aufziehende Erkältung noch abwehren lässt.

svz.de von
erstellt am 16.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Naht da etwa schon wieder eine Erkältung? Die gute Nachricht ist: Wenn es gerade erst losgeht, kann man selbst noch etwas tun, um die Erkältung aufzuhalten. Ist sie allerdings bereits richtig da, lassen sich nur noch die Symptome eindämmen. Die Nase kribbelt, der Hals kratzt – eine Erkältung kündigt sich an. Bemerkt der Patient die Anzeichen früh genug, kann er die Erkrankung vielleicht noch abwehren, sagt Michael Barczok, Lungenarzt in Ulm und Pressesprecher des Bundesverbandes der Pneumologen. Am besten steuert man ihm zufolge mit Wärme gegen: „Der Betroffene kann in die Sauna gehen, heißen Dampf einatmen oder sich einen Fenchel- oder Kamillentee kochen.“

Wärme öffnet die Gefäße und erleichtert den Abwehrzellen den Zugang zu den Schleimhäuten, erklärt der Arzt. So kann das Immunsystem im besten Fall selbst die Erkältung abwenden. Allerdings funktioniere das nur in einem sehr frühen Stadium: „Sind die Schleimhäute einmal geschwollen, ist Wärme kontraproduktiv“, warnt Barczok. Dann kann man den Lauf der Dinge ohnehin nicht mehr aufhalten. „Allenfalls die Symptome lassen sich eindämmen“, sagt der Arzt.

Viele greifen dafür zu Kombipräparaten aus der Apotheke. „Wenn man am nächsten Morgen fit sein muss, darf man das ruhig mal machen“, sagt Barczok. Es spreche nichts dagegen, zum Beispiel gegen Kopfschmerzen oder die verstopfte Nase vorzugehen. Nur sollte der Betroffene eben wissen, dass er die Dauer seiner Erkrankung damit nicht verkürzt.

Grundsätzlich sollten Erkältete darauf achten, dass sie andere nicht anstecken. „Händewaschen ist das Wichtigste“, sagt Barczok. Wer es vermeiden kann, sollte anderen zur Begrüßung auch nicht die Hand reichen. Und natürlich niest man nicht direkt in den Raum und auch nicht in die Hand – sondern in die eigene Armbeuge.

 

So beugen Sie eine Erkrankung vor:

  • Gründliches Händewaschen
    Hände sind Überträger Nr.1 für Viren und Bakterien. Diese überleben stundenlang auf Telefonhörern oder Türklinken.
  • Bewegen
    Ein Ausdauertraining, wie z. B. Laufen, setzt Botenstoffe frei, die das Immunsystem stimulieren und aktivieren.
  • Saunieren
    Aufgrund der hohen Temperaturen wird der Nasen- und Rachenraum stärker durchblutet, und hier können mehr Abwehrzellen gebildet werden.
  • Wechseldusche
    Einmal heiß, dann wieder kalt – das fordert Überwindung, fördert aber die Durchblutung. Tipp: Vor dem Duschen den Körper ausreichend mit warmem Wasser aufwärmen.
  • Gurgeln
    Egal, ob mit Wasser oder einer Spülung: Wer  zweimal täglich gurgelt, kann das Risiko an einer Erkältung zu erkranken um 36 Prozent senken.
  • Obst und Gemüse
    Experten empfehlen saisonales Obst und Gemüse wie Karotten oder Äpfel.
  • Füsse warm halten
    Warme Fußbäder kurbeln die Durchblutung an.

 

Hausmittel gegen die Erkältung

Viel Trinken

Lindenblütentee ist ein echter Klassiker bei Erkältung! Er hat eine schweißtreibende, schleimlösende und reizlindernde Wirkung . Zudem bauen Lindenblüten leichten Stress ab und bessern Schlafprobleme.

Anleitung:

  • 1-2 Teelöffel Lindenblüten mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen
  • Anschließend 10 Minuten ziehen lassen
  • Über den Tag verteilt mehrere Tassen trinken

Achtung: Bei hohem Fieber sollte ein Arzt aufgesucht werden. Auch wenn Säuglinge Fieber haben, ist grundsätzlich ein Arztbesuch ratsam.

Inhalieren

Ein Kopfdampfbad kann helfen, besonders wenn sich in den Atemwegen Schleim festgesetzt hat.

Anleitung:

  • Salz oder einen pflanzlichen Zusatz (z. B. Kamille) in eine Schüssel  mit   ca. 1 Liter kochendem Wasser übergießen
  • Schüssel auf eine feste Unterlage stellen  und das Gesicht vorsichtig darüber  halten – Vorsicht Verbrühungsgefahr!
  • 10 Minuten durch Mund und Nase tief ein- und ausatmen– der Kopf sollte  mit einem Handtuch bedeckt sein, so dass möglichst wenig Dampf entweichen kann

Achtung: Kinder  sollten niemals alleine gelassen werden.  Ätherische Öle können allergische Reaktionen hervorrufen.  

Kartoffelwickel

Bei Husten und Bronchitis haben sich  Kartoffelwickel bewährt. Sie sind gute Wärmespeicher, einmal erhitzt, geben sie langsam und kontinuierlich Wärme ab. Zudem sind Kartoffeln in den meisten Haushalten vorhanden.

Anleitung:

  • Kartoffeln mit Schale kochen
  • Anschließend Kartoffeln auf ein Leinentuch geben und mit einer Gabel zerdrücken
  • Das Leinentuch einschlagen und auf die Brust oder Hals legen
  • Etwa 10 bis 15 Minuten auflegen

Achtung: Verbrennungsgefahr! Kontrollieren Sie die Temperatur, legen Sie den Wickel sehr vorsichtig auf und lassen Sie Kinder nicht unbeaufsichtigt.

Wadenwickel

Wadenwickel haben einen fiebersenkenden Effekt.

Anleitung:

  • Leinentuch in kaltes Wasser tauchen und auswringen
  • Anschließend fest um den Unterschenkel legen
  • Mit einem  weiteren, wärmenden (Hand-) Tuch umbinden
  • Wickel in drei Durchgängen hintereinander für etwa 10 Minuten  am Körper belassen
  • Je höher das Fieber desto kürzer die Auflagezeit
  • Etwa zwei- bis dreimal pro Tag wiederholen

Achtung: Die Anwendung ist nicht geeignet, wenn man friert.

Hühnersuppe

In Hühnersuppe steckt der Eiweißstoff Cystein. Er wirkt entzündungshemmend und abschwellend auf die Schleimhäute. Zusätzlich sind beträchtliche Mengen  Zink –  gebunden an den Eiweißbaustein Histidin  –  enthalten. Dadurch kann  das Zink besonders gut resorbiert werden.

Anleitung:

  • Wasser und Salz zum Kochen bringen
  • Huhn ohne Innereien mit etwas Pfeffer  1 ½ Stunden bei geringer Hitze kochen
  • Geschnittenes Gemüse hinzufügen  und etwa 20 Minuten kochen lassen
  • Hühnerfleisch von Knochen und Haut befreien, in mundgerechten Stücken in die Suppe geben, etwas Petersilie dazu
    
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