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Medizin und Gesundheit

19. November 2017 | 15:31 Uhr

Tipps : Verspannungen sanft lösen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Eltern können ihrem Baby bei Schmerzen durch muskuläre Spannungen mit gezielten Handgriffen helfen

svz.de von
erstellt am 04.Aug.2014 | 18:00 Uhr

Wenn ein Baby ununterbrochen schreit, fühlen sich Eltern schnell hilflos und überfordert. Oft ist das Schreien die Konsequenz einer stressigen Geburt, bei der Kopf und Halswirbelsäule der Kleinen gestaucht wurden. „Das Nervensystem der Kinder arbeitet dann in permanenter Alarmbereitschaft“, erklärte Karin Ritter. Sie ist Kinder-Osteopathin und hat ein Buch darüber geschrieben, wie Eltern die Zeichen ihres Babys besser verstehen können.

Die muskulären Spannungen einer gestauchten Halswirbelsäule können Eltern bei ihren Kindern mit einem sanften Griff selbst lösen. In einem ersten Schritt legen sie ihr Baby dazu in die Stufenbettlagerung auf den Rücken: Die Beine werden dafür erhöht auf ein dickes Kissen gelegt. So ergibt sich eine Stufe. In dieser Haltung können Kinder ihren Bauch entspannen und damit bequemer auf dem Rücken liegen. Danach legen Eltern ihre Handflächen auf die Schultern und den Brustkorb des Kindes und schieben beides mit sanftem Druck in Richtung Hüfte. „Den richtigen Druck können Eltern testen, indem sie ihre Hände auf eine Küchenwaage legen: 500 bis 1000 Gramm Druck sind genau richtig“, erklärte Ritter.

Anfangs sind die Schultern meist sehr fest. Mit der Zeit geben sie nach und gleiten nach unten. Im Idealfall ist das Kind dabei total entspannt. Diese Übung können Eltern jedes Mal machen, wenn sie sehen, dass die Schultern bei ihrem Kind hochgezogen sind. „Je höher die Spannung im Nacken ist, umso höher ist sie im gesamten Körper“, erklärt Ritter. Deshalb sollten Kinder auch nicht unter den Achseln gehalten und herumgetragen werden. Dabei werden die Schultern oft bis an die Ohren hochgeschoben.

Voraussetzung für diese Handgriffe ist aber, dass andere, körperliche Ursachen für die Verspannungen ausgeschlossen werden können. Das sollten Eltern zunächst von einem Fachmann abklären lassen, rät Reinhard Deinfelder.  Er ist Orthopäde und Mitglied im Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie. Auffällig ist beispielsweise, wenn das Kind den Kopf nur zu einer Seite drehen kann. Wird der Kopf in die andere Richtung bewegt, fällt das dem Kleinen sichtbar schwer oder geht nur, wenn sich die Schulter mit abhebt.

Gibt der Orthopäde grünes Licht, können Mutter und Vater bestimmte Handgriffe zu Hause anwenden. Sie sollten sich diese aber vorher zeigen lassen.

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