FAQ für Touristen : Tollwut-Impfung ein Muss?

Tollwut ist gefährlich – für Reisende kann die Impfung sinnvoll sein.
Tollwut ist gefährlich – für Reisende kann die Impfung sinnvoll sein.

Wann sollten sich Urlauber auf jeden Fall gegen Tollwut impfen lassen?

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26. August 2018, 05:00 Uhr

Eine Impfung gegen Hepatitis A und B, gegen Gelbfieber, eventuell Malaria-Prophylaxe: Für viele ferne Länder sind die medizinischen Empfehlungen relativ eindeutig. Doch muss es unbedingt eine Tollwut-Impfung sein? Viele Reisende sind unsicher. Tropenmediziner beantworten die wichtigsten Fragen:

Was ist Tollwut?
Silja Bühler vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg erklärt: „Tollwut ist eine virale Infektion, die unbehandelt in nahezu allen Fällen tödlich verläuft.“ Das Virus wird von Säugetieren übertragen. „Bei einem Biss, Kratzer oder durch das Ablecken einer Wunde“, erläutert Bühler.

Überträger sind zum Beispiel infizierte Hunde, Füchse, Katzen, Fledermäuse und Affen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in bis zu 99 Prozent aller Fälle Hunde für die Übertragung verantwortlich.

Warum ist Tollwut so gefährlich?
Wer ungeimpft von einem mit Tollwut infizierten Tier gebissen oder gekratzt wird, ist unmittelbar in Lebensgefahr. Sobald typische Krankheitszeichen wie Lähmungen, Krämpfe, Lichtscheue und Abneigung gegen Wasser auftreten, ist es zu spät. Eine heilende Therapie gebe es bisher nicht, so das Robert-Koch-Institut (RKI).

„Man sieht einem Tier nicht an, wenn es Tollwut hat“, betont Bühler. Bei einem Biss oder Kratzer in einem Verbreitungsgebiet müssen Reisende sofort reagieren und die Wunde gut mit Wasser und Seife auswaschen. „Und dann möglichst schnell impfen lassen. Auf keinen Fall auf Symptome warten“, warnt die Ärztin.

Wo kommt Tollwut vor?
Tollwut ist in weiten Teilen der Welt verbreitet. Deutschland und einige weitere europäische Länder wie die Schweiz, Finnland, Italien und Frankreich gelten offiziell als tollwutfrei, so das RKI. Nach Schätzungen der WHO sterben weltweit jährlich rund 59.000 Menschen an Tollwut. Ein Infektionsrisiko für Deutsche besteht in Ländern, wo die Tollwut endemisch vorkommt, also andauernd und gehäuft. Das gilt für Thailand, Vietnam, Indien und Südafrika.

Wann muss ich mich gegen Tollwut impfen lassen?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal nach Land und Region beantworten. Es kommt stets auch auf Art und Dauer der Reise an. „Aktivreisende, die viel in der Natur unterwegs sind, haben nicht unbedingt ein höheres Risiko. Streunende Hunde kommen häufig auch in Städten und Ortschaften vor“, sagt Bühler. Wer plant, mit Tieren in Kontakt zu kommen, sollte sich impfen lassen. Ebenso gelte das etwa für eine dreimonatige Rucksacktour durch Indien und Südostasien. Wichtig ist, ob der Impfstoff im Reiseland verfügbar ist, um im Ernstfall schnell nachimpfen zu können. Wolfgang Groth vom Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin erklärt: „Es gibt Länder, die im Falle eines Bisses nicht den richtigen oder gar keinen Impfstoff vorhalten. In Thailand ist das Nachimpfen in der Regel kein Problem, in Laos wird es da aber schon schwieriger.“ „Tollwut ist keine Pflichtimpfung, aber häufig sinnvoll“, sagt der Tropenmediziner. Bei Südafrika-Urlaubern etwa spreche man die Impfung immer an.

Wie läuft eine Tollwut-Impfung ab, und was kostet sie?
Das neue WHO-Impfschema sieht laut Bühler nur noch zwei Impfungen vor, die Ständige Impfkommission empfehle aber noch das alte Schema mit drei Impfungen. Günstig ist die Impfung allerdings nicht: Die drei Spitzen kosten in den meisten Fällen insgesamt mehr als 200 Euro. Ist die Impfung für eine Urlaubsreise sinnvoll, zahlt eventuell die Krankenkasse die Kosten.

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