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Gerichtsurteil : Streit um Lungenkrebs als Berufskrankheit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

svz.de von
erstellt am 14.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Wer stark raucht, kann seine Lungenkrebserkrankung nicht mit einer beruflichen Schadstoffbelastung begründen. Anspruch auf Anerkennung als Berufskrankheit durch die Berufsgenossenschaft hat er daher nicht, entschied das Hessische Landessozialgericht.

Ein Schlosser arbeitete während seiner dreißigjährigen Berufstätigkeit zu einem Drittel als Schweißer. Er starb mit 60 Jahren an Lungenkrebs. Die Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung einer Berufskrankheit mit der Begründung ab, dass die Krebserkrankung wesentlich durch den 30-jährigen Nikotinkonsum des Verstorbenen und nicht durch dessen berufliche Schadstoffexposition verursacht worden sei. Hiergegen klagte seine Witwe.

Nach Auffassung des Landessozialgerichts ist der Verstorbene zwar während seiner beruflichen Tätigkeit Schadstoffen ausgesetzt gewesen, die eine Berufskrankheit verursachen könnten. Im konkreten Fall sei jedoch nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Einwirkung von Chrom, Nickel oder durch ionisierende Strahlen wesentliche Ursache für die Krebserkrankung gewesen sei. Der Verstorbene habe 30 Jahre lang 15 bis 20 Zigaretten pro Tag geraucht. Da dies ein zehnfach erhöhtes Lungenkrebsrisiko bedeute, liege eine alternative Krankheitsursache vor. Az.: L 9 U 30/12 ZVW

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