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Video : So geht´s: Umlagern und Transfer von Angehörigen zu Hause

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Einmal waschen und legen bitte: Tipps zu Körperpflege und Lagerung von Pflegebedürftigen

svz.de von
erstellt am 01.Mär.2017 | 12:23 Uhr

„Körperpflege ist ein selbstverständlicher Vorgang. Da ist es emotional sehr belastend, wenn man das selbst nicht mehr machen kann“, weiß Ines Krause, PfiFf-Schwester an den Schweriner Helios Kliniken. So lange es geht, sollten Pflegebedürftige daher die Chance bekommen, sich selbst zu waschen. „Am besten natürlich im Bad. Der Weg dorthin, zum Beispiel mit dem Rollator, bringt gleichzeitig den Kreislauf in Schwung und beugt einer Thrombose vor“, ergänzt ihre Güstrower Kollegin Bettina Schröder. Ihr Tipp: „Stellen Sie die Gegenstände, die Ihr Angehöriger zur Körperpflege benötigt, etwas höher. Indem er sich danach reckt, weitet er den Brustkorb – und beugt einer Lungenentzündung vor.“

Erst wenn es gar nicht mehr anders geht, sollte ein Pflegebedürftiger im Bett gewaschen werden. Ines Krause rät dann, alte Bettwäsche als Nässeschutz zu nutzen. Jana Scheffler vom Rostocker Uni-Klinikum setzt dagegen auf einen Müllsack als Unterlage. „Lässt man ihn über das Kopfende hinaushängen, kann man darin sogar das Wasser vom Haarewaschen auffangen“, rät sie.

Für das Gesicht werden ein anderer Waschlappen und ein anderes Handtuch benutzt als für den restlichen Körper. Zur Reinigung des Intimbereichs empfehlen sich Einmalwaschlappen. „Auch wenn jemand den ganzen Tag im Bett liegt, sollte er einmal am Tag von Kopf bis Fuß gewaschen werden“, so Ines Krause.

Bei Pflegeprodukten kommt es auf individuellen Geschmack und Gewohnheiten an. Jana Scheffler rät, sich im Drogeriemarkt in der Babyabteilung umzusehen. Ines Krause verweist auf den Inhaltsstoff Urea, der vor allem trockener Haut gut bekommt.

Für Pflegehilfsmittel wie Betteinlagen, Desinfektionsmittel oder Einmalhandschuhe zahlt die Pflegekasse bei anerkannter Pflegebedürftigkeit bis zu 40 Euro pro Monat.

Bettlägerige Patienten sollten alle zwei bis drei Stunden umgelagert werden, betont Bettina Schröder. „Denn schon nach so kurzer Zeit können sich an den Hacken oder am Po rote Stellen zeigen, erste Zeichen für einen Dekubitus.“ Auch Falten im Bettlaken oder ein feuchtes Millieu fördern das „Durchliegen“, aus dem offene Stellen oder ein Druckgeschwür werden können.

Generell ist es immer besser, das Bett zu verlassen und möglichst lange aufrecht zu sitzen. Eine Drehscheibe oder ein Rutschbrett helfen dabei, den Patienten in den Stuhl oder Rollstuhl zu befördern. Welche Techniken dabei, aber auch beim Lagern den Rücken des Pflegenden schonen, wird in den PfiFf-Kursen oder unseren Videos vermittelt.

 

 

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