zur Navigation springen
Medizin und Gesundheit

17. August 2017 | 19:31 Uhr

Medizin : Neue Pillen nicht immer besser

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein therapeutischer Fortschritt bei neu zugelassenen Medikamenten ist eher die Ausnahme. Das belegt der gestern vorgestellte Innovationsreport der Techniker Krankenkasse.

Kommt ein neues Medikament auf den Markt, soll damit in der Regel ein therapeutischer Fortschritt für Patienten verbunden sein. Das ist dem neuen Innovationsreport der Techniker Krankenkasse zufolge aber eher die Ausnahme. Daher sollten sich Patienten immer nach dem Grund erkundigen, wenn ihnen der Arzt ein neu zugelassenes Medikament verordnet.

„W-Fragen sind dabei die wichtigsten“, sagt Stefan Palmowski von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland. „Warum kriege ich ein neues Medikament?“ sei das Erste, was der Patient fragen sollte, empfiehlt der Experte aus der UPD-Beratungsstelle Dortmund.

Dem TK-Report zufolge werden nach wie vor bei einer Vielzahl von Patienten neu auf den Markt gekommene Medikamente verordnet, obwohl für die zu behandelnde Krankheit kein Zusatznutzen nachgewiesen werden konnte. Die Studie wurde gestern in Berlin vorgestellt.

Patienten sollten daher auch Fragen zum Medikament stellen: Was soll der bessere Effekt sein, den dieses Medikament gegenüber älteren, schon länger zugelassenen Mitteln hat? Wie wird es sich bei mir auswirken? Was soll es bei mir erreichen? Ziel des Arztes könne zum Beispiel sein, bestimmte Blutwerte zu verbessern, was der Patient in der Regel nicht selbst merken kann, erläutert Palmowski.

Auch Konkretes könne bezweckt werden – etwa, dass der Patient innerhalb eines bestimmten Zeitraums besser Luft bekommt.

Auch die Frage nach möglichen Nebenwirkungen darf nicht fehlen. „Diese müssen bei den Zulassungsstudien aufgefallen sein“, erklärt der Patientenberater. Darüber hinaus ist es ratsam, sich nach Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu erkundigen. An diesem Punkt können auch Apotheken weiterhelfen. Und wer wissen will, für welche Patientengruppen das neue Medikament überhaupt gedacht ist, könne sich beim UPD-Arzneimittelberatungsdienst danach erkundigen.

Die UPD berät im gesetzlichen Auftrag zu gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen in 21 Beratungsstellen über ihren Arzneimittelberatungsdienst unter der Telefonnummer 0351/458 50 49 sowie über ein kostenfreies Beratungstelefon. Deutsch: 0800 0 11 77 22 (Mo. bis Fr. 10-18 Uhr, Do. bis 20 Uhr), Türkisch: 0800 0 11 77 23 (Mo. und Mi. 10-12 Uhr, 15-17 Uhr), Russisch: 0800 0 11 77 24 (Mo. und Mi. 10-12 Uhr, 15-17 Uhr). Mobilfunktarife abweichend.

 

zur Startseite

von
erstellt am 02.Apr.2014 | 17:19 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen