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Medizin und Gesundheit

25. November 2017 | 03:16 Uhr

Ist mir schlecht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schwangerschaftsübelkeit gehört in der Regel spätestens ab dem vierten Monat der Vergangenheit an

Die Vorfreude auf den Nachwuchs ist groß. Aber die fast täglich auftretende Übelkeit, verbunden mit Brechreiz, verdirbt der werdenden Mutter ganz gewaltig die Laune. Mitunter muss sie sich sogar für Wochen krankschreiben lassen, so schlecht fühlt sie sich.

Auch wenn sie unangenehm und lästig ist: Im Prinzip ist die Schwangerschaftsübelkeit, die bei rund drei Viertel aller werdenden Mütter auftritt, ein gutes Zeichen. „Es zeigt an, dass sich das Immunsystem der Mutter mit dem Organismus des Kindes auseinandersetzt“, sagt Doris Scharrel vom Vorstand des Berufsverbands der Frauenärzte. Der Körper der Frau lerne, das Kind, das im Grunde ein Fremdkörper ist, für die nächsten Monate zu akzeptieren. Das Unwohlsein kann, muss aber nicht unbedingt ein Anzeichen für eine Mehrlingsgeburt sein. „Bei Frauen, deren Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt endet, tritt die Schwangerschaftsübelkeit viel seltener auf“, erläutert sie.

„Die Übelkeit in der Schwangerschaft ist normal und kein Anzeichen für eine Krankheit“, betont auch Anke Erath, Leiterin des Referats Familienplanung/Verhütung in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Warum es bei der einen Schwangeren zu Übelkeit und Erbrechen kommt und bei der anderen nicht, ist unklar. Häufige Vermutung: Es liegt an hormonellen Umstellungen im weiblichen Körper. Meist verschwinden die Beschwerden ab dem vierten Monat.

Auch psychosoziale Faktoren wie Stress, Sorgen und Streit können die Dauer und Schwere des Erbrechens beeinflussen. „Es heißt auch, dass die Wahrscheinlichkeit, unter starkem Erbrechen in der Schwangerschaft zu leiden, dreifach erhöht ist, wenn die eigene Mutter bereits betroffen war“, sagt Susanne Quell-Liedke vom Deutschen Hebammenverband.

Fest steht: Die Übelkeit ist so lange als normale Begleiterscheinung einer Schwangerschaft einzuordnen, solange sie nicht die Gesundheit der Frau beeinträchtigt. Übergibt sich die werdende Mutter allerdings zwischen fünf- und zehnmal am Tag und verliert sie dabei mehr als fünf Prozent ihres Ausgangsgewichts, dann muss die Unpässlichkeit medikamentös behandelt werden. Denn häufiges Erbrechen kann zu Austrocknung führen und den Säuren-Basen-Haushalt des Körpers gefährlich aus dem Gleichgewicht bringen.

Ist die Übelkeit ganz besonders heftig, dann kann auch ein Klinikaufenthalt nötig sein. Über Infusionen werden dann dem Körper wieder Minerale und Vitamine zugeführt.

Manchmal empfiehlt es sich, das frei verkäufliche Vitamin B6 einzunehmen. Absolut tabu sind Kaffee, Zigaretten und Alkohol. Manchen Frauen hilft es, morgens so lange nichts zu essen und nur zum Beispiel lauwarmes Wasser, Kräuter- oder Ingwertee zu trinken, bis die Übelkeit vorbei ist. Der Brechreiz wird außerdem durch große Mahlzeiten leichter ausgelöst als durch kleine Portionen. Daher sollte die Ernährung auf häufige kleine, fettarme und leichte Mahlzeiten umgestellt werden.

Da ein niedriger Blutzuckerspiegel Übelkeit begünstigt, sollten Frauen schon vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit zu sich nehmen, etwa einen Zwieback oder einen Keks. „Allgemein gilt, dass die Frauen das essen sollten, worauf sie Appetit haben“, unterstreicht Quell-Liedke. Die ausgewogene Ernährung könne warten, bis es der Schwangeren wieder bessergeht. Da Übelkeit vielfach durch bestimmte Gerüche ausgelöst wird, sollten Schwangere auf viel frische Luft auch daheim achten.

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