EHEC : "Irgendwie bleibt doch was hängen"

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08. Mai 2013, 10:16 Uhr

Bienenbüttel | Über die Ursache der Ehec-Welle wurde lange gerätselt, inzwischen gelten aus Ägypten importierte Bockshornklee-Samen als Quelle für die Infektionen. Die aus den Samen gezüchtete Sprossen stammten von einem Biohof in Bienenbüttel. Experten im niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hatten Lieferwege verfolgt und herausgefunden, dass alle Hotels und Restaurants, wo Menschen sich infizierten, mit Sprossen desselben Hofes beliefert worden waren. Die Indizienkette ist für die Behörden wasserdicht, auch wenn in rund 1000 auf dem Hof genommenen Proben der Keim nicht gefunden wurde. "Wir gehen nicht davon aus, dass persönliches Verschulden der Inhaber vorliegt. Die Ehec-Krise hat auf dem streng vegan geführten Gärtnerhof in Bienenbüttel tiefe Spuren hinterlassen. "Wir haben danach wieder bei Null anfangen müssen", sagte jetzt Geschäftsführer Klaus Verbeck. Die Sprossen sorgten früher für einen großen Teil des Umsatzes, der nach der Ehec-Epidemie zunächst auf 5 Prozent einbrach. Heute machen die Sprossen wieder rund 15 Prozent aus. Vor der Krise waren 15 Mitarbeiter auf dem Hof beschäftigt, jetzt sind es nur noch eine Teilzeitkraft und ein Azubi. "Das war ein einschneidendes Erlebnis - irgendwie bleibt da doch was hängen, auch wenn kein einziger Keim bei uns nachgewiesen wurde", so Verbeck. "Menschlich haben wir daran nach wie vor schwer zu tragen, auch wenn es nicht um eine Frage von Schuld geht."

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