Behandlung : In die Röhre geschoben

Die MRT-Untersuchung  tut überhaupt nicht weh, wird von vielen wegen der Enge der Röhre und der Geräusche aber als belastend empfunden.
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Die MRT-Untersuchung tut überhaupt nicht weh, wird von vielen wegen der Enge der Röhre und der Geräusche aber als belastend empfunden.

Kerstin Frederking, Fachärztin für Innere Medizin beim Ärzte-Zentrum der Techniker Krankenkasse, stellt Untersuchungsmethoden vor.

Die Kernspintomographie oder auch Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) ist eine diagnostische Technik zur bildlichen Darstellung innerer Organe und Gewebe. Man kann auf diese Weise von allen Regionen des Körpers Schnittbilder anfertigen und diese auf Veränderungen hin beurteilen.

Die MRT wird erst seit der Mitte der 1980er Jahre angewendet. Das Prinzip der MRT beruht auf der Verwendung von Magnetfeldern und Radiowellen. Dadurch wird der Patient weder Röntgen- noch anderen gefährlichen Strahlungen ausgesetzt.


Wie funktioniert die          MRT-Technik?
Der Patient liegt in einem großen röhrenförmigen Magneten. Dort wird er einem pulsierenden Magnetfeld ausgesetzt. Die positiv geladenen Kerne von Wasserstoffatomen im Körper zeigen normalerweise in verschiedene Richtungen, doch durch die Einwirkung des starken Magneten werden sie alle in die gleiche Richtung ausgerichtet.

Schaltet man die Magnetwellen wieder aus, so springen die positiv geladenen Kerne wieder in ihre ursprünglichen Positionen zurück. Dabei senden sie Energiesignale aus, die durch hochempfindliche Antennen, sogenannte Scanner, des MRT-Gerätes aufgefangen und gemessen werden. Die Signale werden einem Hochleistungs-Computer übermittelt, der sie zu Bildern weiterverarbeitet.

Da der menschliche Körper zum größten Teil aus Wasser besteht, eignen sich Wasserstoffatome besonders gut zur Messung, denn sie kommen in jedem Gewebe vor. Wasserstoffatomarmes Gewebe, zum Beispiel Knochen, wird nicht so deutlich dargestellt und erscheint dunkel, während sich Gewebe, das reich an Wasserstoff ist, zum Beispiel Fett, hell zeigt.


Wie erfolgt die                      Untersuchung?
Eine MRT-Untersuchung wird oft ambulant, das heißt in einer Praxis, durchgeführt. Während der Untersuchung muss der Patient ruhig liegen, damit die Aufnahmen nicht gestört werden. Die Untersuchung selbst ist völlig schmerzfrei, auch wenn das Gerät während der Untersuchung sehr laute Klopfgeräusche erzeugt. Oft wird den Patienten daher ein Kopfhörer mit Musik oder ein Gehörschutz angeboten. Zudem ist es in der Röhre ziemlich eng. Bei kleinen oder sehr unruhigen Kindern, Menschen mit Platzangst oder sehr ängstlichen Personen kann es daher nötig sein, ein leichtes Beruhigungsmittel zu verabreichen.

Da der Patient während der Untersuchung einem starken Magnetfeld ausgesetzt ist, muss er zuvor alle Schmuck- und Metallgegenstände ablegen.

Bei Patienten mit Herzschrittmacher, mechanischen Ersatz-Herzklappen, einem künstlichen Hüftgelenk, Schrauben in den Knochen oder chirurgischen Clips wird eine MRT entweder nicht oder nur eingeschränkt durchgeführt. Daher muss der Arzt auf jeden Fall davon erfahren, um im Einzelfall über die Durchführung einer MRT zu entscheiden.

Welche Informationen gibt das MRT?
Die MRT liefert eine sehr genaue und differenzierte Darstellung von Körpergewebe und Organen, vor allem nicht-knöcherner Strukturen. Dadurch kann man Veränderungen im Körper, zum Beispiel Tumoren oder einen Bandscheibenvorfall, abbilden und erkennen.

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