Impfung für jeden Dritten

von
29. Juli 2009, 11:25 Uhr

Potsdam | Fast jeder dritte Brandenburger soll von Oktober an gegen die Schweinegrippe geimpft werden. Am wichtigsten sei der Schutz des medizinischen Personals, von Schwangeren und chronisch Kranken, sagte Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) gestern in Potsdam. Es bestehe aber keine Impfpflicht, wie sie betonte. Die Vorsorge sei freiwillig und erfolge nur auf Wunsch des Patienten.

Bis zum 15. September werde das Land Brandenburg eine Entscheidung darüber fällen, ob über die Impfdosen für 30 Prozent der Bevölkerung hinaus Wirkstoff geordert wird. Dies hänge vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. In Brandenburg seien bislang 40 bestätigte Schweinegrippe-Fälle gezählt worden. Bei allen Betroffenen sei die Infektion glimpflich abgelaufen, sie waren binnen weniger Tage wieder genesen, betonte Dagmar Ziegler. Mindestens fünf der sieben neu mit dem Erreger H1N1 Infizierten waren gerade von Urlaubsauftenhalten in Spanien oder Griechenland zurückgekehrt, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministerium sagte. "Panik ist nicht angesagt, die Erkrankungen verliefen bisher auf dem Niveau einer normalen saisonalen Grippe", sagte die Gesundheitsministerin.

Finanzministerium bewilligt 23 Millionen EuroZur Vorfinanzierung der Impfaktion - die Ministerin rechnet im Oktober mit den ersten Lieferungen des Impfstoffes - seien vom Finanzministerium 23 Millionen Euro genehmigt worden. Sobald der Bund eine entsprechende Verordnung erlassen hat, will das Land mit den Krankenkassen eine Impfvereinbarung schließen. "Die Kosten sollen die Krankenkassen übernehmen", betonte Ziegler. Auch das Bundesgesundheitsministerium hatte gestern mitgeteilt, dass die Krankenkassen die Kosten übernehmen sollten.Die Kassen indessen wehren sich noch gegen diese Vorschläge.

Dennoch hat Dagmar Ziegler den Weg Impfung schon mal vorgezeichnet: Die Kassen sollten ihre Versicherten zunächst anschreiben und auf die Möglichkeit zur Impfung hinweisen. Für einen Schutz vor der Schweinegrippe sind nach Ministeriumsangaben zwei Injektionen binnen vier bis sechs Wochen nötig.

Um die Ansteckungsgefahr mit Schweinegrippe zu minimieren, raten Experten, die Hände mehrmals täglich gründlich mit Seife zu waschen und sie von Mund, Nase und Augen fernzuhalten. Sollten sich Menschen in Brandenburg mit dem H1N1-Virus infizieren, liegen nach Auskunft von Dagmar Ziegler ausreichend Grippe-Mittel auf Vorrat. "Es gibt keinen Engpass" , bekräftigte die Ministerin.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen