Anzeige: IKK – Die Innovationskasse : Im Hamsterrad der Perfektion: Body-Positivity allein hilft nicht

Mit Schönheitsidealen entsteht eine falsche Hierarchie, in der die „Schönen und Mächtigen“ wie Gottgleiche an der Spitze stehen, erklärt Sozialpsychologe Greenhill.

Mit Schönheitsidealen entsteht eine falsche Hierarchie, in der die „Schönen und Mächtigen“ wie Gottgleiche an der Spitze stehen, erklärt Sozialpsychologe Greenhill.

Mehr über Schönheitsideale, Perfektion, die Rolle der sozialen Medien dabei und Wege zu einem positiven Körperbild.

schoppmeier_jule-.jpg von
26. Februar 2021, 00:01 Uhr

Fast nichts ist älter als Schönheitsideale und nichts aktueller als die Diskussion darüber. Während die Body Positivity-Szene mit diesen Idealen brechen will, existieren so viele Schönheitsideale wie nie zuvor. Die sozialen Medien dienen dabei als Katalysator – sowohl für Normen über das Aussehen als auch für die Propagierung der Gegenbewegung.

Der Trend, das enge Korsett normativer Schönheit zu hinterfragen ist erstmal ein guter Ansatz, findet Sozialpsychologe und Heilpraktiker für Psychotherapie Dr. Gerald Greenhill aus Isernhagen. Dennoch rät er neben einem differenzierten Blick zu einer gezielten Auseinandersetzung mit der eigenen Körperlichkeit. Denn ein Allheilmittel sei Body Positivity definitiv nicht.

Stattdessen können sich Yoga, Tanzen oder auch Antara positiv auf das eigene Körperbild auswirken, erklärt er. Im Text geht es um das Streben nach Schönheitsidealen und Möglichkeiten, diesen weniger Wert beizumessen und stattdessen ein gesundes und positives Körperbild zu entwickeln.

Drei Fakten zum Thema Körperwahrnehmung:

  • Jeder dritte Deutsche (34 Prozent) fühlte sich 2019 durch vorherrschende Vorstellungen darüber, was angeblich schön ist, unter Druck gesetzt (Quelle: YouGrov-Umfrage)
  • Rund 86,8 Prozent der Patienten in der Schönheitschirugie waren 2019 Frauen (Befragung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie, Quelle: Statista)
  • Brustvergrößerung (12,7 Prozent) war 2020 die beliebteste Schönheitsoperation in Deutschland, Augenlidkorrektur und Fettabsaugung stehen auf Platz zwei und drei (Quelle: Statista)

Body Positivity  – ein guter Ansatz

Diversität ist zwar kein neues Phänomen in der Gesellschaft, aber noch nicht lange wird sie auch sichtbarer. Trotz nach wie vor starken Anfeindungen werden vermehrt die Stimmen derer laut, die sich in Deutschland öffentlich zu ihrer Identität und sexuellen Orientierung bekennen oder auch Attraktivität neu definieren wollen. Dass Schönheitsnormen gerade jetzt durch die sozialen Medien präsenter denn je sind, steht dieser Entwicklung geradezu paradox gegenüber.

Als Gegenbewegung dazu ist die Body-Positivity-Szene entstanden. Die Befürworter der Bewegung wenden sich von normativen Schönheitsidealen ab und propagieren Selbstakzeptanz. Besonders populär wurde diese Haltung durch die sozialen Medien, in denen Influencer/innen oft unter dem Hashtag #bodypositivity Bilder posten, die das Thema unterschiedlich aufgreifen. Während sich einige mit Texten und Schnappschüssen authentisch präsentieren (z.B. Profil kenziebrenna), produzieren andere hochästhetische Fotografien, die selbstverständlich und selbstbewusst angebliche Makel wie eine Prothese mit in die Bildkomposition (z.B. Profil Mama Cax) integrieren. 2018 haben das Studierende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel unter dem Titel Zur Vermittlung von Body Positivity umfangreich analysiert und veröffentlicht.

Neben Body Positivity hat sich der Body-Neutrality-Ansatz herauskristallisiert. Body Neutrality will den Fokus nicht für seine Makel feiern und diese positiv hervorheben, sondern versteht den Körper stattdessen als Hülle für das Seelenleben. Die Makel werden dabei einfach als gegeben akzeptiert. Indem der Fokus weg von der äußeren Hülle gelenkt wird, soll das Selbstwertgefühl davon entkoppelt werden.

In all seinen Berufsjahren saßen dem Sozialpsychologen Greenhill Patienten gegenüber, die mit ihrem Körperbild nicht zufrieden waren. Er erklärt, warum Menschen überhaupt nach Schönheitsidealen streben und mit welchen Methoden eine positive Körperwahrnehmung zu erreichen ist. Den ganzen Artikel lesen Sie kostenlos unter: www.die-ikk.de/diagnosenorddeutsch-koerperwahrnehmung#c6565. Dieser Beitrag ist im Rahmen des Projekts #DiagnoseNorddeutsch entstanden, hier behandelt die IKK – Die Innovationskasse unterschiedliche Gesundheitsthemen.

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