Anzeige: IKK Nord : Gesunder Rücken dank Geradehalter: Wahrheit oder Mythos?

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit, Smartphone-Nutzung und eine steigende Anzahl an Bürojobs verbessern die Lage nicht. Hilfsmittel wie der Geradehalter sind deshalb im Trend.

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit, Smartphone-Nutzung und eine steigende Anzahl an Bürojobs verbessern die Lage nicht. Hilfsmittel wie der Geradehalter sind deshalb im Trend.

Schultergurte sollen die Körperhaltung korrigieren und werden vielfach angepriesen. Sportwissenschaftlerin Elisa Kiewel von der IKK Nord rät zur Vorsicht.

schoppmeier_jule-.jpg von
25. Juni 2020, 00:00 Uhr

Ein Schultergurt, der falsche Haltungen ohne großes Zutun korrigiert und Rückenprobleme sowie Nackenschmerzen in Luft auflöst – eine Traumvorstellung. Zu erwerben ist der Gurt mit den sperrigen Bezeichnungen Geradehalter, Haltungstrainer oder auch Rückenstabilisator sowohl in Sportfachgeschäften als auch im Onlinehandel. Doch wie sinnvoll ist ein Gurt zur Haltungskorrektur eigentlich und was bewirkt er wirklich?

Fest steht: Wissenschaftliche Belege zu seiner Wirksamkeit gibt es keine. Das beweist wiederum auch nicht, dass der Geradehalter, so nennen wir ihn vorläufig, absolut keinen positiven Effekt für einen geraden Rücken und eine bessere Haltung hat. Elisa Kiewel ist Sportwissenschaftlerin und Beraterin bei der IKK Nord in Rostock und sagt:

Generell ist es möglich, die Haltung mit einem Geradehalter zu verbessern. Allerdings nicht als alleinige Maßnahme, sondern nur in Kombination mit entsprechenden Kräftigungsübungen. Elisa Kiewel, Sportwissenschaftlerin IKK Nord
 

Was das genau bedeutet und wie Kiewel zu der Meinung kommt, wird bei einem näheren Blick auf die Funktion des Geradehalters deutlich.

Geradehalter soll Fehlhaltungen korrigieren

Wer auf seinem Smartphone tippt, hält den Kopf meistens gesenkt, die Nackenmuskulatur ist übermäßig strapaziert, die Wirbelsäule gekrümmt. Auch lange Stunden im Sitzen sind anstrengend, die Person sackt in sich zusammen und die Arme und Schultern befinden sich hauptsächlich vor dem Körper. In beiden Fällen neigt der Oberkörper dazu, verstärkt nach vorne zu kippen. Auf Dauer kann es so zu folgenreichen Verspannungen, Fehlhaltungen, Rückenproblemen und generell einer muskulären Dysbalance kommen. Zu einer Dysbalance kommt es, wenn verstärkte Muskelverkürzungen oder auch Muskelabschwächungen auftreten, die durch mangelnde Beanspruchung oder auch dauerhafter einseitiger Belastung entstehen.

Bei einer stetig vorgebeugten und zusammengesunkenen Haltung ohne Gegentraining könne das im schlimmsten Fall zu einem Rundrücken führen, so Kiewel. Doch Vorsicht mit vorschnellen Eigendiagnosen ohne medizinisch-fachlichen Rat: Eine Hyperkyphose kann auch angeboren oder Symptom von vorangegangenen Krankheiten oder Verletzungen sein.

Der Geradehalter soll einer solchen Dysbalance entgegenwirken. Getragen erinnert er an das Schulterholster von Polizisten, mit dem diese ihre Waffen am Oberkörper tragen. Er ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich, das Ziel bei allen gleich: In kurzer Zeit soll er für eine deutlich aufrechtere Haltung sorgen. Der Gurt zieht die Schultern des Tragenden seitlich zurück und erhöht somit die Spannung im Schultergürtel – die Haltung des Trägers wird gerader. Hersteller versprechen, dass damit Rücken- und Schulterproblemen präventiv entgegenwirkt werden kann, diese reduziert oder gar eliminiert werden können.

Passivität ist Gift für die Muskeln

Warum es so wichtig ist, die Muskeln aktiv zu fordern, lesen Sie kostenfrei auf der Webseite der IKK Nord! Dort finden Sie außerdem passende Übungen, mit denen Sie Ihren Rücken stärken. Dieser Artikel gehört zu dem Projekt #diagnosenorddeutsch, in dessen Rahmen die IKK Nord verschiedenste Gesundheitsthemen behandelt, die für die Menschen im Norden wichtig sind. Hier geht es zum ganzen Artikel.

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