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Medizin und Gesundheit

19. Oktober 2017 | 07:41 Uhr

Trinken : Fünf Mythen rund um Alkohol

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hilft Kaffee, um nüchtern zu werden? Und machen Mixgetränke weniger betrunken als Schnaps? Eine Expertin räumt mit fünf Mythen rund um den Alkohol auf

Oft auf die Toilette gehen, Brot essen oder Kaffee trinken: Es gibt schon abenteuerliche Theorien dazu, wie sich Betrunkene vermeintlich doch noch vor einem Totalabsturz retten können. Klappen tut davon eigentlich nichts, wie Gabriele Bartsch von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) erklärt. Ein Überblick über einige Mythen – und ihren Wahrheitsgehalt.

Brot saugt den Alkohol auf: Wäre schön, stimmt aber nicht. Denn der Alkohol gelangt vom Magen in die Blutbahn – und da kann ein Stück Brot wenig ausrichten, wie Bartsch erklärt. Allerdings sei Alkohol zum Essen verträglicher, weil man in der Regel langsamer trinkt.

Von Kaffee wird man nüchterner: Zwar beschleunigen Kaffee und auch Energy-Drinks den Puls, so dass man sich vielleicht fitter fühlt. Den Alkoholgehalt im Blut senken sie aber nicht, wie Bartsch betont.

Mixgetränke machen nicht so betrunken wie Schnaps: „Den Körper interessiert nicht die Verpackung, sondern nur, was an Alkohol ankommt“, sagt Bartsch. Allerdings sei die Gefahr, zu viel zu trinken, bei Schnaps größer, weil man weniger Flüssigkeit aufnimmt und eher das Gefühl hat, es passe noch etwas in den Magen. Mixgetränke wiederum schmecken oft kaum nach Alkohol und werden deshalb in ihrer Wirkung eher unterschätzt.

Wer mehr wiegt, verträgt auch mehr: Diese Annahme stimmt sogar. Das heißt aber nicht, dass schwerere Menschen bedenkenlos trinken können, betont Bartsch. Denn wie der Körper Alkohol verträgt, hängt noch von anderen Faktoren ab: Persönliches Befinden, Gewöhnung und Essen spielen etwa eine Rolle.

Überschüssiger Alkohol wird mit dem Urin ausgeschieden: Hier verhält es sich ähnlich wie mit dem Brot. Der Alkohol gelangt in den Blutkreislauf, bevor die Getränke in der Blase landen, erklärt Bartsch. Es hilft also nur eins: weniger trinken.

 

Am Dienstag, 24. Februar, schalten wir ein Lesertelefon zum Thema Alkohol.

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